Nordseewoche findet statt – aber wie?

Absagen? Verschieben? Regulär stattfinden lassen? Weder noch! Die Veranstalter der Nordseewoche haben sich für einen weiteren Weg entschieden, womit so wohl keiner gerechnet hätte: Ein Teil der Nordseewoche (29.5.-1.6.) wird in diesem Jahr virtuell stattfinden.

Alle werden sicher verstehen, dass wir in der momentanen Situation nicht weiter eine gewohnte Nordseewoche planen. Wir haben uns aber gefragt, was wir tun können, wenn sich die Lage doch noch zum Besseren wendet“, sagt Marcus Boehlich, Organisationsleiter der Nordseewoche. Mit Unterstützung der Nordseewoche-Partner, im Besonderen Capitell und Pantaenius, wird es zwei virtuelle Regatten, nämlich den Capitell-Cup Rund Helgoland und das Pantaenius Rund Skagen Race geben. Auf der Nordseewoche-Homepage (www.nordseewoche.org) oder in der App von Virtual Regatta, erhältlich im Appstore bzw. GooglePlayStore, wird man als Teilnehmer für die Regatten melden können. So kann in diesem Jahr jedes Crewmitglied zum Skipper werden und nach einer ausgiebigen Wetter- und Strömungsanalyse mit geschickter Kurswahl, Segelauswahl und Segelwechsel zur richtigen Zeit die Nordseewoche-Regatten für sich entscheiden. 

Spannendes Regattasegeln wird es in diesem Jahr in jedem Fall geben – zumindest virtuell.

Die Langstreckenregatta Pantaenius Rund Skagen startet regulär immer alle zwei Jahre, im Wechsel mit der Edinburgh Regatta und hat einen legendären Ruf. Mit über 500 Seemeilen ist sie die längste deutsche Langstreckenregatta und gilt auch als die härteste. Zwar wird die virtuelle Variante wohl nicht ganz so kräftezehrend wie normal, doch bleiben spannende taktische Entscheidungen für die Teilnehmer, die ihre virtuellen Boote durch die anspruchsvollen Reviere Nordsee, um Skagen herum bis nach Kiel-Schilksee bringen müssen. „Zur Preisverleihung, die hoffentlich im November stattfinden kann, laden wir, wie immer, gesondert ein und werden bei einem gemeinsamen Essen aus diesem Kreis einige Gewinner küren. Dies soll allen helfen, die regattafreie Zeit zu überstehen“, sagt Boehlich und freut sich, den Seglern zumindest dieses Schmankerl anbieten zu können.

Ein Hintertürchen lassen sich die Veranstalter jedoch noch offen: „Falls bis zum 15. Mai 2020 klar ist, dass Helgoland betreten und Regatten gesegelt werden dürfen, werden wir mit einem Minimalteam und unter minimalem Aufwand – d.h. kein Zelt, keine Begleitboote, keine Partys usw. – den Capitell-Cup Rund Helgoland und Pantaenius Rund Skagen stattfinden lassen. Das alles natürlich vorbehaltlich der dann einzuholenden Genehmigungen“, sagt Boehlich und bittet um Nachsicht, wenn dann vielleicht nicht alles wie gewohnt klappt.

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