Olympia: Surfer fordern zwölf Disziplinen für 2024

Der Weg zu den Olympischen Spielen 2024 wird für den gesamten Segelsport steinig. Gerade erst Ende Januar hat sich das Events Committee von World Sailing auf fünf Disziplinen für Marseille festgelegt, und Anfang der Woche wurden mit den 49er, 49erFX und Nacra17 auch drei Bootsklassen fest nominiert. Doch die weiteren Entscheidungen werden schwierig, denn Begehrlichkeiten...

Der Weg zu den Olympischen Spielen 2024 wird für den gesamten Segelsport steinig. Gerade erst Ende Januar hat sich das Events Committee von World Sailing auf fünf Disziplinen für Marseille festgelegt, und Anfang der Woche wurden mit den 49er, 49erFX und Nacra17 auch drei Bootsklassen fest nominiert. Doch die weiteren Entscheidungen werden schwierig, denn Begehrlichkeiten werden deutlich formuliert. Aus den Kreisen der Windsurfer wird nun der Ruf nach zwölf statt der bisherigen zehn Segel-Disziplinen laut.

Das Events Committee hatte bei seiner Sitzung im Januar festgestellt, dass die aktuellen (auch für 2020 festgeschriebenen) olympischen Segel-Disziplinen für Beobachter außerhalb des Segelsports zu unklar seien. Daher wurde für 2024 die Empfehlung auf eine klare Struktur abgegeben, und mit dem Einhand- und Zweihand-Segeln jeweils für Männer und Frauen sowie der Mixed-Kategorie wurden fünf Disziplinen festgeschrieben. Das Council des Weltseglerverbandes ist diesem Vorschlag gefolgt und auch gleich die 49er und 49erFX als Zweihand-Klassen und den Nacra17 als Mixed-Katamaran gesetzt. Damit stehen die Laser Standard und Laser Radial noch in der Überprüfung, ob sie in sechs Jahren tatsächlich noch am Start sein oder durch eine andere Einhand-Klasse ersetzt werden.

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Die 49er sind seit 2000 im Olympiaprogramm und sollen auch für 2024 gesetzt bleiben: Foto: Jesus Renedo/Sailingenergy/World Sailing

Der weitere Fahrplan der Entscheidungsfindung sieht nun vor, dass bis zum 19. März Vorschläge an World Sailing herangetragen werden können. Und zwar von den verschiedenen Gremien innerhalb des Weltseglerverbandes als auch von den nationalen Verbänden sowie den Klassenvereinigungen. Diese Vorschläge werden dann beim Halbjahrestreffen von World Sailing in London diskutiert. Das Events Committee diskutiert zunächst am 12. Mai untereinander und trifft sich dann am 13. Mai mit dem Equipment Committe. Das World Sailing Council wird die Vorschläge der Expertengruppen aufnehmen und dann eine Entscheidung am 14./15. Mai über die Events und deren genauen Namen verkünden. Mit welchen Klassen diese Events dann gefüllt werden entscheidet sich – abgesehen von den bereits gesetzten 49ern, 49erFX und Nacra17, zur Jahresversammlung im November.

Nach dem Debüt in 2016 sollen die Nacra17, nun in der Foiling-Version, auch bis 2024 fest im Olympia-Programm bleiben. Foto: Jesus Renedo /Sailing Energy/World Sailing

Vor dem Hintergrund dieses Zeitplans sind nun die ersten Klassenvertreter bereits wachgerüttelt und haben sich mit Vorschlägen an World Sailing gewandt. Jerome Samson, Präsident der US-Windsurfer, hat einen offenen Brief geschrieben und fordert den Weltseglerverband zu einer stärkeren Lobby-Arbeit beim IOC auf. Entgegen allen bisherigen Vorgehens fordert er, nicht auf den bisherigen zehn Disziplinen für das Segeln zu hoffen, sondern vielmehr zwölf einzufordern. „Eine der wichtigsten Stärken unseres Sports ist seine Vielfalt, und die lasst uns zeigen. Ich kann mir viele verschiedene Möglichkeiten vorstellen, wie eine Palette mit zwölf Wettkämpfen die Spielregeln verändern würde, auch wenn das bedeutet, dass jedes Ereignis mit kleineren Athletenquoten zu tun haben könnte“, schreibt Samson. Die Reaktion des IOC auf diese Forderung könne er nicht vorhersehen, so Samson, aber er glaube daran, dass die Darstellung von athletischen, jugendlichen, medienfreundlichen Segelereignissen auch bei den Olympia-Oberen zu Begeisterung führen könnte.

Samson kämpft natürlich insbesondere für die Surfer, die im Tausch gegen die Kiter aus dem Olympiaprogramm zu fallen drohen. Und er betont, dass das Surfen das sportlichste, jugendlichste und finanziell rentabelste aller Events im aktuellen olympischen Segelprogramm sei.

Jerome Samson glaubt zwar, dass eine Forderung nach zwölf Medaillen zwar mutig, aber nicht unmöglich sei. Eine gute Darstellung kann das IOC überzeugen. Die Vergangenheit habe dies gezeigt. So seien für die Spiele in Tokio vom IOC eigentlich 310 Events insgesamt festgeschrieben gewesen. Tatsächlich werden aber nun 2020 in 321 Disziplinen Medaillen verteilt.

Das Online-Magazin Sailing Illustrated will dagegen erfahren haben, dass World Sailing Präsident Kim Andersen und World Sailing Generalsekretär Andy Hunt folgenden Event- und Klassenplan verfolgen:

Männer und Frauen: Laser (Ein-Personen-Dinghy), 49er (Zwei-Personen-Skiff), modifiziertes RS:X-Board (Ein-Personen-Foiling-Windsurfer) und ein noch zu benennendes Ein-Personen-Foiling-Kiteboard.

Mixed: Nacra 17 (Zwei-Personen-Foiling-Katamaran), Beneteau 37 (Zwei-Personen-Offshore-Yacht)

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