Schweizer Doppelsieg bei Bodensee Rund Um

Sammy Smits vom Yacht-Club Arbon hat mit seinem Katamaran „Green Horny“ die 68. Auflage der Bodensee Rund Um gewonnen, der größten Segelregatta am Bodensee mit über 300 Teilnehmern.

Er war nach knapp sieben Stunden um 2:27 Uhr im Ziel. Zweiter wurde die „Holy Smoke“ von Albert Schiess, ebenfalls vom Yacht-Club Arbon. Ralph Schatz vom Lindauer Segler-Club komplettierte mit seinem Katamaran „Orange Utan“ das Podest der schnellsten Schiffe.

Das Kleine Blaue Band für den kurzen Kurs gewann Martin Schneider vom Yacht-Club Wetterwinkel (Österreich) mit seiner Duetta 94, den Blauen Pokal für das schnellste Boot ohne beweglichen Ballast der Startgruppe zwei holte Andreas Schmidt vom Deutsch-Schweizerischen Motorboot-Club mit der „Vermeer“.

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Die Regatta war von einem kuriosen Finale geprägt. Lange Zeit sah Fritz Trippolt wie der sichere Sieger aus, sein Vorsprung betrug fast das gesamte Rennen über mehrere Kilometer. Kurz vor dem Ziel stand der Vorjahressieger jedoch in einem Flautenloch vor Nonnenhorn. Auch die zeitweilig zweitplatzierte „Orange Utan“ parkte unter Land. Die zu diesem Zeitpunkt weit zurück liegende „Green Horny“ hatte jedoch einen Kurs in Seemitte zum Rheindamm gewählt und dort frischen Wind bekommen. Sie konnte mit 14 Knoten Fahrt an ihren stehenden Konkurrenten vorbeiziehen.

Die Regatta war bei extremer Flaute gestartet, ein Teil des Feldes hatte auch nach einer halben Stunde die Startlinie noch nicht passiert. Kurze Zeit später brachte jedoch ein Gewitter aus der Rorschacher Bucht Wind. „Normalerweise mögen wir bei der Rund Um nachts überhaupt keine Gewitter“, sagte Wettfahrtleiter Hans-Joachim Holz. „Aber das Wetter war ein freundliches Gewitter mit höchstens fünf Beaufort und hat alle Teilnehmer ein erhebliches Stück weitergebracht. Ohne diese Wolken hätte ich möglicherweise abkürzen müssen.“

Dafür hatte es der Überlinger See in sich. Der wies in der Nacht eine kräftige Strömung auf, „bei dem wenigen Wind brauchten manche Schiffe vier Anläufe, bis sie endlich die Tonne runden konnten“, so Holz. „Sie wurden immer wieder abgetrieben.“

Bei flauem Wind ging es vor Lindau auf die Reise. Foto: Kaufmann

Das große Feld brachte im Lauf des Tages ein Schönwetterwest nach Lindau, bis weit in den Nachmittag hinein kamen die Schiffe ins Ziel. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir die 68. Rund Um ohne gravierende Unfälle haben durchführen können, und dass auch noch rechtzeitig Wind aufkam“, sagte der Vorsitzende des Lindauer Segler-Clubs, Karl-Christian Bay. „Wir hatten nur ein logistisches Problem: Unsere ferrariroten Rund-Um-Mützen sind leider beim Zoll in Hamburg hängen geblieben und erst den einen entscheidenden Tag zu spät geliefert worden. Wir werden aber schauen, dass nachträglich noch alle Teilnehmer zu ihren Mützen kommen.“

Der Rund-Um-Sieger Sammy Smits aus Arbon feierte mit seiner Crew den überraschenden Sieg. In der Nähe seines Heimathafens wäre für ihn das Rennen fast zu Ende gewesen. „Da wären wir fast gestolpert“, berichtete Sammy Smits von der brenzligste Situation des Rennes. „Der Wind kam mit zwei Beaufort mehr von der Seite, wir waren schon auf einer Kufe, wir konnten gerade noch das Großsegel aufschmeißen.“ Kurios ging das Rennen weiter: „Im Überlinger See sind wir wie ein Scheibenwischer gefahren“, so Smits. „Immer ging das hin und her auf der Suche nach Wind.“

Rund Um waren 312 Schiffe mit 1.500 Teilnehmern gemeldet. Der Kurs führt über 100 Kilometer von Lindau über Romanshorn nach Konstanz und weiter nach Überlingen und wieder zurück nach Lindau. Die Rund Um wird ermöglicht durch die boot Düsseldorf, Musto und Land Rover.

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