Schwierige Worldcup-Woche vor Hyeres

Der Sailing World Cup vor Hyeres präsentierte sich über weite Strecken mit ungewöhnlich schwierigen Schwachwind-Bedingungen. Bedingungen, mit denen die deutschen Starter nur in Ansätzen zurecht kamen, zumal auch noch Krankheiten die deutsche Flotte schwächten. Am Ende gab es durch Laser-Segler Philipp Buhl und die 470er-Crew Frederike Loewe/Anna Markfort immerhin zwei Top-Ten-Platzierungen für das German Sailing...

Der Sailing World Cup vor Hyeres präsentierte sich über weite Strecken mit ungewöhnlich schwierigen Schwachwind-Bedingungen. Bedingungen, mit denen die deutschen Starter nur in Ansätzen zurecht kamen, zumal auch noch Krankheiten die deutsche Flotte schwächten. Am Ende gab es durch Laser-Segler Philipp Buhl und die 470er-Crew Frederike Loewe/Anna Markfort immerhin zwei Top-Ten-Platzierungen für das German Sailing Team.

Mit nur einem kleinen Kader von Aspiranten für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio war die deutsche Nationalmannschaft nach Südfrankreich gereist. Die Surfer-Klassen bleiben weiterhin verwaist, die Finns waren ebenfalls nicht in Hyeres, und im Nacra17 trainierten die Crews Johannes Polgar/Carolina Werner zusammen mit Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer am Gardasee.

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So war es einmal mehr Philipp Buhl der einen großen Teil der Verantwortung schulterte. Der Wahl-Kieler kam nach schwachem Start – bedingt durch krankheitsbedingte Schwächung – erst spät in Fahrt im Feld der 68 Laser, schaffte dann durch einige Topplatzierungen, darunter ein Tagessieg, noch den Sprung in das Medal Race und segelte dort mit Rang zwei auf den achten Platz im Gesamt-Ranking. In den ersten drei Tagen sei er aufgrund eines Infekts nur im Überlebensmodus gesegelt, berichtete Buhl aus Hyeres. Dann aber wurde es besser und er konnte sich auf die Rennen konzentrieren. Der Abschluss in einem Weltklasse-Feld war dann mehr als zufriedenstellend und macht Hoffnung für die weiteren Aufgaben in diesem Jahr mit dem Höhepunkt der Hempel Sailing Worlds vor Aarhus im August.

Gute Einzelresultate, aber auch einige schwächere Ergebnisse lieferte der ehemalige Junioren-Weltmeister Theodor Bauer ab, der nach zehn Wettfahrten den Worldcup auf Rang 23 beendete. Den Sieg sicherte sich der Olympia-Fünfte Jean Baptiste Bernaz (Frankreich), der die drei Medaillengewinner von Rio hinter sich ließ.

Bei den 470er-Frauen gelang der Crew Frederike Loewe/Anna Markfort bereits das zweite Top-Resultat nach dem zehnten Platz von Palma binnen vier Wochen. Diesmal ging es für die Berliner Crew sogar noch weiter nach oben. Der dritte Platz im Medal Race brachte Loewe/Markfort noch auf Platz sieben. Beim Gesamtsieg der Französinnen Camille Lecointre/Aloise Retornaz mussten sich Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß dagegen diesmal mit Platz 24 zufriedengeben – drei Ränge hinter Fabienne Oster/Anastasiya Winkel.

Den starken Auftritt von Palma konnten bei den 470er-Männern Simon Diesch/Philipp Autenrieth diesmal nicht wiederholen. Während sich die Schweden Anton Dahlberg/Fredrik Bergström überlegen gegen Superstar Mathew Belcher und Vorschoter Will Ryan (Australien) durchsetzten, verpassten Diesch/Autenrieth als 14. ebenso das Medal Race wie die nationalen Konkurrenten Malte Winkel/Matti Cipra (20.).

Platz 14 hieß auch das Endresultat von Svenja Weger bei den Laser Radial. Die Top-Ten sind allerdings nicht weit entfernt. An der Spitze dokumentierte indes die Niederländerin Marit Bouwmeester eindrucksvoll ihre Stärke. Trotz einer Disqualifikation hatte sie am Ende 56 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz.

Ex-Europameisterin Svenja Weger tastet sich an die Weltspitze heran. Foto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing

Bei den Skiffs verfehlten die deutschen Mannschaften ein Top-Ergebnis. Aus dem portugiesischen Trainingslager zurück kamen Victoria Jurczok/Anika Lorenz und Tina Lutz/Susann Beucke als 12. und 13. nicht ins Medal Race. Auch wenn ein Infekt seinen Teil dazu beigetragen hatte, so herrschte doch ein wenig Rätselraten. „Wir dachten, wir hätten einiges richtig gemacht. Aber als wir dann im Ziel waren, mussten wir feststellen, dass es doch nicht so war“, berichteten Jurczok/Lorenz. Den Sieg sicherten sich schließlich die Olympia-Zweiten Alexandra Maloney/Molly Meech (Neuseeland).

Bei den 49er-Männer waren lediglich zwei deutsche Nachwuchscrews vertreten. Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger sorgten als 19. für das beste deutsche Ergebnis. Lediglich sieben Rennen schafften die Skiffs in den schwierigen Bedingungen, die Polen Dominik Buksak/Szymon Wierzbicki nutzten die kurze Serie zum Worldcup-Sieg.

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