Silber für Buhl: Starker Auftritt der DSV-Flotte

Nach Gold für Victoria Jurczok/Anika Lorenz im 49erFX stach auch der zweite Medaillen-Trumpf der deutschen Nationalmannschaft

Philipp Buhl hat den starken Auftritt des German Sailing Team beim World Cup vor Miami perfekt gemacht. Mit einem zweiten Platz im Medal Race schob sich das deutsche Laser-Ass auch in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz und sicherte dem DSV nach der Goldmedaille von Victoria Jurczok/Anika Lorenz im 49erFX die zweite Medaille. Unschlagbar war Olympiasieger Tom Burton (Australien), der Gold vor Buhl und dem zweimaligen Weltmeister Nick Thompson (Großbritannien) gewann.

In einem hochklassigen Finale bei perfekten Bedingungen vor Miami lieferte sich Buhl ein enges Duell mit Nick Thompson. Der Brite war mit einem Punkt Vorsprung vor dem Kieler in das finale Rennen gestartet, und so war klar, dass sich die beiden nicht aus den Augen verlieren würden. Allerdings lauerte auch noch der Neuseeländer Sam Meech auf seine Chance, an den beiden vorbeizuziehen. „Es war ein bisschen Match-Race zwischen Nick, Sam und mir. Aber wir konnten auch nicht zu sehr matchen“, sagte Buhl, der am Start die linke Seite der Linie wählte und auch gut in Fahrt kam. Allerdings war er zwischen den Konkurrenten in seinen Handlungsoptionen eingeschränkt und wurde so auf die linke Seite des Kurses gedrückt. Eine Seite, die er allerdings ohnehin gewählt hätte. „Ich dachte, dass ich einen kleinen Dreher erwischen würde. Aber als ich dann umlegte, war doch alles eng beieinander“, berichtete Buhl.

Anzeige

Nick Thompson hing Philipp Buhl direkt am Heck und lieferte sich ein enges Duell mit dem Deutschen. Foto: Richard Langdon/sailingenergy/World Sailing

Hart erwischte es Nick Thompson, als er den Neuseeländer Thomas Saunders, der an seinem Heck durchfahren wollte, unterwendete und nur knapp einer Kollision entging. Thompson kassierte einen Penalty, so dass er zunächst ins Hintertreffen geriet. Doch auch Buhl konnte sich bis zur ersten Bahnmarke nicht befreien und ging in der Mitte der Zehn-Boote-Flotte um die Tonne. Auf dem Downwinder zeigten aber sowohl Buhl als auch der Brite Thompson ihre ganze Klasse und kassierten bis auf den klar führenden Matthew Wearn (Australien) Konkurrent um Konkurrent, indem sie in bester Snake-Manier die Wellen abritten.

Durch das Gate ging Buhl in zweiter Position liegend direkt vor Thompson, und beide fuhren gemeinsam erneut auf die linke Kursseite hinaus. Meter um Meter arbeitete sich Buhl von dem direkten Konkurrenten weg und hatte schließlich einen Vorsprung von drei Bootslängen an der Luv-Bahnmarke. „Ich habe unglaublich hart gearbeitet, aber es war sehr eng. Jeder hat hart gearbeitet. Ich habe eigentlich einen guten Speed bei viel Wind, konnte aber trotzdem kaum Raum gewinnen“, berichtete der gebürtige Allgäuer. Doch auf dem zweiten Vormwind-Kurs ließ er sich nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen, surfte die Wellen ab, verteidigte den zweiten Platz bis zum Gate und schließlich auch auf dem letzten kurzen Raumwind-Gang ins Ziel. Thompson ging direkt hinter ihm durch das Ziel und hatte damit seinen knappen 1-Punkt-Vorsprung verspielt. Trotz eines vorletzten Platzes im Finale ging die Goldmedaille an den überlegenen Tom Burton.

Ein starkes Trio auf dem Laser-Podium: Philipp Buhl, Tom Burton und Nick Thompson (von links). Foto: Jesus Renedo/Sailing Energy/World Sailing

Erschöpft und glücklich präsentierte sich Philipp Buhl nach dem Zieldurchgang: „Das Feld war so super stark, es war wie bei einer Weltmeisterschaft. Glückwunsch an Tom Burton, er ist unglaublich stark gesegelt in dieser Woche.“

Mit Gold und Silber bei diesem World Cup, dem zweiten von vier bis zum Finale im Juni vor Marseille, startete die deutsche Nationalmannschaft sehr erfolgreich in das Jahr. Tim Fischer/Fabian Graf als Vierte bei den 49ern und Tina Lutz/Susann Beucke als Sechste bei den 49erFX hatten bereits am Samstag für weitere starke deutsche Ergebnisse gesorgt. Am späten Sonntagabend deutscher Zeit gingen zudem noch die beiden 470er-Crews Simon Diesch/Philipp Autenrieth sowie Malte Winkel/Matti Cipra in das Medal Race und komplettierten schließlich als Achte und Zehnte der Gesamtwertung den kompakt guten Auftritt der deutschen Mannschaft.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht