Spannende Seesegel-Duelle in der WM-Vorbereitung

Die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in drei Wochen in den Niederlanden ist für die deutschen Seesegler abgeschlossen. Und die Teams scheinen gut vorbereitet zu sein. Bei den Baltic Pre-Worlds auf der Bahn Alpha zur Kieler Woche zeigten in den beiden Klassen zwei Schwesterschiffe ihr Leistungspotenzial.

Während in der Gruppe der großen Yachten mit der „Halbtrocken 4.0“ vor der „Sydbank“ zwei X-41 das Feld dominierten, waren bei den kleinen Schiffen die Italia 9.98 „OneSpirit“ und „Immac Fram“ top. In der Einheitsklasse der Club-Swan 50 war die Crew des NRV Hamburg mit Hendrik Brandis mit sieben Siegen in sieben Wettfahrten nicht zu bremsen.

Michael Berghorn (Kieler YC) mit der „Halbtrocken 4.0“ und Torsten Bastiansen (Flensborg YC) mit der „Sydbank“ lieferten sich in den Wettfahrten enge Duelle. Am Ende stand zwar ein doch deutlicher 9-Punkte-Vorsprung für Berghorn, der war allerdings auch einem Riggschaden an der „Sydbank“ in der dritten von neun Wettfahrten geschuldet. „Das war natürlich ein bisschen Pech. Aber es waren harte Gegner, die besten, die wir haben konnten. Die Ergebnisliste sieht eindeutiger aus, als die Rennen waren. Es war eine gute Vorbereitung für die WM“, so Berghorn. Dem Saisonhöhepunkt sieht er zuversichtlich entgegen: „Wir haben uns im Laufe der Serie immer besser eingespielt. Das gibt einen breiten Rücken für die WM.“ Auf das Tidenrevier in Scheveningen ist die Mannschaft durch die Teilnahme an der Nordseewoche zu Pfingsten zwar schon gut vorbereitet. Dennoch will sich Berghorn in der konkreten WM-Vorbereitung noch einen „Local“ an Bord holen, um die Tücken des Reviers kennenzulernen. „Die Langstrecken-Regatta wird sicherlich spannend.“

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Nur eine kleine Gruppe segelte bei den großen Yachten. Die “Halbtrocken 4.0” holte den Sieg. Foto: segel-bilder.de (Bild: Christian Beeck © segel-bilder.de)

Das sieht auch Kai Mares von der „Immac Fram“ so. „Die Offshore-Regatta ist ein Knackpunkt zur WM. Wir werden uns vorher ein paar Tage Zeit nehmen, um die Tücken zu erkunden.“ Vor Kiel gab es zum Abschluss einen kleinen Dämpfer für Mares und Crew. Denn am letzten Tag gab die „Immac Fram“ den Sieg noch aus der Hand. „Wir sind mit einem Sieg gut in den Tag gestartet. Platz vier im zweiten Rennen war okay. Leider hatten wir dann im letzten Rennen einen Schaden am Spi-Baum, den wir auf der Kreuz reparieren mussten. Das hat uns sicherlich Performance gekostet.“ Platz sieben zum Abschluss bedeutete Rang zwei im Gesamt-Ranking. „Die Konkurrenz war gut, deshalb ist auch der zweite Platz nicht schlecht. Wichtig ist, dass die Leistung stimmt“, so Mares, der noch auf dem Steg Gordon Nickel, Skipper der „OneSpirit“, zum Sieg gratulierte. Insgesamt lagen sich Sieger und Besiegte, Trainingspartner für diese Saison, in den Armen und klatschten sich ab. Gordon Nickel atmete kräftig durch: „Da war viel los heute auf der Bahn. Im zweiten haben wir uns nach einer Patenthalse auf die Nase gelegt, sind aber schnell wieder hochgekommen. Und in der dritten Wettfahrt hatten wir einen guten Start und konnten mit hohem Bootsspeed unser Ding fahren.“ Nun gilt es, dieses Gefühl mit zur Weltmeisterschaft zu nehmen. „Was dann dabei herauskommt, ist schwer zu sagen. Dafür ist das Feld in unserer Gruppe zu groß.“ Im Vorfeld der Up-and-Down-Wettfahrten hatte Deutschlands erfolgreichster Segler Jochen Schümann die Nickel-Crew direkt an Bord trainiert, war zu den Wettfahrten aber von Bord gegangen. „Ich hatte schon das Gefühl, dass wir dann ein bisschen befreiter gesegelt sind. Mit Jochen an Bord war schon Nervosität in der Mannschaft zu spüren“, so Nickel.

Mit etwas gemischten Gefühlen wurden die Yacht-Felder zur Kieler Woche von den Verantwortlichen des Seesegelns in Deutschland beobachtet. Während die kleinen Yachten ein gutes Feld am Start hatte, fehlte es bei den großen an der Masse. „Das war schon enttäuschend“, so Berghorn. Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Seesegel-Ausschusses des DSV, sieht dafür vor allem einen Grund: „Die guten Mannschaften sind zu weit weg, so dass die Teams aus der zweiten Reihe in ORC Club abwandern.“ Bertil Balser, Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln sieht daher Handlungsbedarf: „In den vergangenen Jahren wurde an diversen Stellen vieles schleifen gelassen, Das müssen wir jetzt aufarbeiten. Aber es ist natürlich schwer, bei der langen Küstenlinie in Deutschland alle unter einen Hut zu bekommen. Ich denke, die Kieler Woche war schon ein guter Schritt.“

Baltic Pre-Worlds

Club Swan 50: (7 Wettfahrten) 1. Hendrik Brandis (Norddeutscher Regatta Verein,(1)1/1/1/1/1/1) Punkte 6; 2. Henrik Lundberg (Åländska Segelsällskapet,(3)3/2/2/2/2/2) 13; 3. Christian Harding (Kungliga Svenska Segelsällskapet,5/4/3(6)3/3/3) 21; 4. Kris Houmann (Frederikshavn Sejlklub,4(6)6/3/4/6/4) 27; 5. Sergey Musikhin (Lord of the Sail-Asia,2/2(6)6/6/6/6) 28;

ORC I und ORC II: (9) 1. „Habltrocken“ Michael Berghorn (Kieler Yacht-Club,4(4)2/1/1/2/1/2/1/1) Punkte 11; 2.“Sydbank“ Torsten Bastiansen (Flensborg Yacht Club,2/1(9)2/4/4/3/2/3) 21; 3. „X-Day“ Max Gurgel (Dümmer Yacht-Club Hüde,3(6)2/4/1/6/1/4/4) 25; 4. „Tutima“ Kirsten Harmstorf-Schönwitz (Mühlenberger Segel-Club,1/4/3(6)3/3/6/5/2) 27; 5. “Spirit” Lasse Bergkvist (Segelsällskapet Svearna,(5)3/4/5/5/4.4/4/3/5) 33.4; 6. „Aquatich“ Bjorn Erik Bjornsen(Stavanger Seilforening,6/5/5/3(7)5/5/6/6) 41;

ORC III und ORC IV: (9) 1. „Onespirit“ Gordon Nickel (Segler-Vereinigung Cuxhaven,(3)2/1/1/2/2/2/1/1) 12; 2. „Immac Fram“ Kai Mares (Kieler Yacht-Club,1/1/2/2/1/1/1(4)4) 13; 3. „Pro4u/Malin“ Patrik Forsgren (KSSS,2/7/4/3/3/4,5/4(18)7) 34,54. „Happy Hour“ Steen Christensen (Kongelig Dansk Yachtklub,6/3(8)8/6/3/5/2/3) 36; 5. „Halbtrocken“ Dr. Knut Freudenberg (Amrumer Segel- und Regattaverein,7/9/5(10)4/4,5/3/6/2) 40,5; 6. “Patent 4” Henning Tebbe (NRV LYC SKWB,5/5/6,5/6(13)6/7/5/5) 45,5;

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