blueribbon Cup

Starke Flotte und erster Auftritt der neuen Projekte

Die Liste der Starter beim 21. blueribboncup kann sich sehen lassen: der deutsche ORCi-Meister „Intermezzo“, die neue „Halbtrocken“ und die „Imagine“, Hochseesegelgrößen wie Matthias Müller von Blumencron, Olympiateilnehmer wie Robert Stanjek und Tobias Schadewaldt haben gemeldet. Gerhard Clausen segelt mit seiner Tripp 75 Doublehand, und es ist einer der ersten großen Regatta-Auftritte der Dehler 30od....

Die Liste der Starter beim 21. blueribboncup kann sich sehen lassen: der deutsche ORCi-Meister „Intermezzo“, die neue „Halbtrocken“ und die „Imagine“, Hochseesegelgrößen wie Matthias Müller von Blumencron, Olympiateilnehmer wie Robert Stanjek und Tobias Schadewaldt haben gemeldet. Gerhard Clausen segelt mit seiner Tripp 75 Doublehand, und es ist einer der ersten großen Regatta-Auftritte der Dehler 30od. Mit insgesamt 45 Yachten startet am 21. August eine starke Flotte Richtung Fünen (Dänemark).

Auch wenn der blueribboncup 2020 (21. bis 23. August) unter ganz anderen Voraussetzungen, mit anderen Herausforderungen und neuem Kurs stattfindet, bleibt eines konstant: das enorme Interesse. Und die Namen am Start versprechen hohe Qualität. „Wir freuen uns über den enormen Zuspruch und über den Auftritt der neuen Projekte, aber natürlich auch über die treuen Stammkunden“, so Ideengeber und Organisator Eckhard von der Mosel. „Wir haben ein Format gefunden, das sportlich, abwechslungsreich und einfach anders ist. Und es ist schön, dass es so angenommen wird“, erklärt der Kieler. Doch bei aller Begeisterung für den Segelsport ist das oberste Ziel die Gesundheit der Aktiven und Gäste, so dass die Einhaltung der Hygienevorschriften Vorrang habe, so die Veranstalter. 

Der blueribboncup wendet sich an seegehende ORC-Club-Yachten und Doublehand-Crews ab einem CDL von 8,1 (oder größer). Meldungen sind unter www.manage2sail.com möglich.

In der Meldeliste der Vollcrews finden sich zahlreiche Stammkunden, aber auch zahlreiche neue Projekte. Zur ersten Gruppe zählen einige der 32 Starter: Christian Rönsch, der im Vorjahr mit seiner J-111 „Piranha“ in der Gruppe ORC A auf dem Weg nach Kopenhagen Rang drei belegte, Werner Lemmel (ASC) aus Berlin mit seiner Swan 46 „Rarotonga“ (Zweiter auf dem Hinweg, Dritter auf dem Rückweg) sowie Dirk Clasen mit der „Ginkgo“ (RVE). Die H39 gewann im Vorjahr die Hintour in der Gruppe ORC B.

Auch die die „Intermezzo“ (Schulz/Bläsi/Blankeneser Segel-Club/Match 42) ist Wiederholer. Dabei treffen die Hamburger in diesem Jahr auf den Namensvetter aus Berlin, denn auch der amtierende Deutsche Meister in der Klasse ORCi I/II, „Intermezzo“, tritt beim blueribboncup an. Jens Kuphal, Eigner und Skipper der „Intermezzo“, freut sich auf den ersten Start 2020. „Wir haben ein paar Trainingseinheiten angesetzt und wollen die Regatta im August nutzen, um uns einzukurbeln“, so Kuphal. Die Landmark 43 hat über den Winter ein aufwendiges Refit in England bekommen. Neben Taktiker Robert Stanjek (Starboot-Olympia-Sechster von London) und dem Yachtoptimierer Max Gurgel auf der Trimmerposition stößt auch die zweimalige britische Weltumseglerin und Olympiateilnehmerin Annie Lush zum Team.

In der Starterliste Full-Crew verdient sicherlich auch der Auftritt der neuen „Halbtocken 4.0“ Aufmerksamkeit. Eigner Michael Berghorn vom Kieler Yacht-Club hat seine X41 gegen eine Mills 45 ausgetauscht. Der Offshore-Renner aus der Feder von Mark Mills segelte in den vergangenen Jahren unter dem Namen „Concubine“ die großen Regatten auf der Südhalbkugel vor Australien. Große Ziele sind Offshore-Regatten wie die Teilnahme am Fastnet Race. Doch als Erstes steht der blueribboncup auf dem Programm, bevor es mit der IDM zur Kieler Woche weitergeht.

Erstmals am Start ist auch die „Imagine“. Holger und Felix Streckenbach (GYC) haben im Winter die TP52 nach Greifswald geholt. Die ehemalige „Azzurra“ gewann 2012 die 52 Super Serie.

Und nicht zuletzt Mathias Müller von Blumencron mit seiner Class 40 „Red“ gehört zu den beachtenswerten Teilnehmern. Der 60-jährige Journalist zählt zu den erfahrensten Hochseeseglern Deutschlands. Shetland Race, Baltic 500, Channel Race, Fastnet Race, Atlantic Anniversary Regatta … der Hamburger war dabei. An Bord der „Red“ ist zudem Tobias Schadewaldt. Der gebürtige Wilhelmshavener war erfolgreicher Lasersegler und vertrat Deutschland bei den Olympischen Spielen 2012 in London im 49er. Schadewaldt gewann dreimal die Kieler Woche und hat somit gute Erinnerung an die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt und deren Förde.

Die J-111 „Piranha“ (Christian Rösch/KYC) gehörte zu den ganz frühen Meldungen.
Foto: S. Jürgensen

Hinter dem Namen „Dojo“ verbirgt sich die Gewinnerin der Regatta Rund Bornholm der Warnemünder Woche, „t-time“. Jonas Franke tritt mit der Archambault 34 an. Ein Wiederholungstäter mit neuem Schiff ist Mathias Brückert (KYC), der seine X-41 gegen „Moana“, eine Marten 49, getauscht hat.

An Bord der „Uijuijui“ (Rainbow 42/Bayerischer YC) tritt die nächste Generation (Durchschnittsalter 22 Jahre) mit Oda und Leopold Hausmann an. „Meine Kids segeln blueribboncup mit meinem Schiff, wie sich das gehört. Die sind Anfang 20, da muss es losgehen. Immerhin war meine Tochter Siebente bei der 420er WM, da soll sie Rund Fünen doch wohl hinbekommen“, so Friedrich Hausmann (Vorsitzender der German Offshore Association). An Bord ist auch Max Marcour, Sohn von Olympia-Silbermedaillengewinner Michael Marcour (1984/Starboot/Vorschoter von Achim Griese). Tatjana Hoesch, eine entfernte Nichte von Vincent Hoesch, dem vielfachen Weltmeister in den verschiedensten Bootsklassen, gehört auch zur Nachwuchscrew aus Bayern. Die nächste Generation wagt den Schritt ins Hochseesegeln.

Auch die Yachten „Geronimo“ (Falk Einecke/WSV/Anteros 36), „Universitas“ (Jannis Kaminski-Reith/ASV Rostock/Farr 42) und „Inshallah IV“ (Carl-Peter Forster/Bayersicher YC/MM 41) sind nicht nur auf der Ostsee bekannt. Und nicht zuletzt ist Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein (NRV) mit seiner „Broader View“, einer Andrews 56, ein gern gesehener Gast an der Kieler Startlinie.

Namenhafte Starter findet man auch in der Gruppe Doublehand. Gerhard Clausen (NRV) tritt mit seiner „Calypso“ (Tripp 75) gegen die „Marguax“ (Menzebach/KYC/J99), „Jinx“ (Tillmans/Ostsee YC/X35), „Stine“ (Lange/CKA/Luffe 43), „Harp8“ (Harpprecht/TSVS/One Off) und „Lucy“ (Strobach/KYC/A-31) an. Clausen, der auf dem Wasser kaum etwas ausließ, hat 12er- und America’s-Cupper-Erfahrung, trat mit seiner Dovell 82 vor Kiel und Flensburg an und trifft nun mit seiner 75-Fuß-Yacht auf die größtenteils nicht einmal halb so große Konkurrenz. Zweitgröße Yacht im Doublehand-Feld ist die Swan 48 „Themis“ (Meyer/OYC), gefolgt von der „Lavinia“ (Hausberg/KYC/Grand Soleil 43).

Erstmals ausgeschrieben ist die Klasse Dehler 30od, die sich zu Recht große Hoffnung auf den olympischen Status in der Mixed Doublehand-Offshore-Klasse macht. Mit „playharder“ (Kruse/Deutscher Regatta Segelclub), „tutto bene“ (Hensel/ASV Rostock), „Crasyboat“ (Sator/Offenbach), „power play“ (Schmift-Rybandt/RVG) und „Joint Venture“ (Barthel/SC Dümmer) sind fünf in der aktuellen Meldeliste.

Uwe Barthel ist Klassenboss der olympischen Finnklasse und der neuen Dehler 30od-Klassenvereinigung, die sich als extrem engagiert erweist. Auch zur Kieler Woche wird die Dehler 30od als Einheitsklasse ausgeschrieben. Die deutsche Klassenvereinigung plant im September im Rahmen der Kieler Woche ihre erste German Open. 2024 wird diese neue olympische Disziplin in Frankreich erstmals an den Start gehen und um olympische Medaillen segeln. Vielleicht in der Dehler 30od.

Der blueribboncup findet von Freitag, 21. August, bis Sonntag, 23. August, statt und führt von Kiel rund Fünen zurück nach Kiel. Der Start erfolgt am Freitag um 10 Uhr vor dem Kieler Yacht-Club in Kiel-Düsternbrook. Von da geht es rund Fünen über die dortigen Checkpoints zurück in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Am Samstag werden die schnellsten Teilnehmer nach der rund 200 sm langen Strecke ab Nachmittag zurückerwartet. Ein Get-Together und die Siegerehrung in Düsternbrook, vermutlich nach Startgruppen unterteilt, wird für den Sonntagmorgen noch organisiert. Das Meldegeld wurde angepasst, wobei die Liegeplatzgebühren von Donnerstag auf Freitag und Samstag auf Sonntag im Preis enthalten sind, so die Veranstalter. Um 8.00 Uhr am Freitag ist die virtuelle Steuermannsbesprechung mit Wettfahrtleiter Andreas Herbst (KYC) per GoToMeeting angesetzt. Dabei wird lediglich aktuell der Kurs (links oder rechts um Fünen) bekanntgegeben. Bevor es danach an die Startlinie geht, kann auch das Publikum an Land eine traditionelle Zeremonie aus erster Reihe gut beobachten: Mit Rettungsweste hat sich die komplette Crew an der Reling stehend zu verabschieden. „Wir machen dann von jeder Crew ein Foto und wissen so, dass alle Mann an Bord sind. Dieses Zeremoniell wird auch „Eckis Kiel Gate“ genannt. Und zugleich präsentieren sich die Teilnehmer so den Zuschauern an Land, die unter Berücksichtigung des Hygiene-Abstandes in Düsternbrook willkommen sind.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht