Sydbank Cup: Titelverteidiger setzten sich durch

„Outsider“ zweimal First Ship Home mit großem Vorsprung - „Halbtrocken 4.0“, „Hinden“ und „XAR“ wieder erfolgreich – Spinnaker auf dem Hinweg und Kreuzen auf dem Rückweg
Wenig Wind, kurzfristig für einige Boote fast ein wenig viel Wind, ausgiebiger Spinnaker-Einsatz auf dem Hinweg und stundenlanges Kreuzen auf dem Rückweg: Der Sydbank Cup 2018 hatte von all dem etwas zu bieten. Bei der wahren Schönwetter-Regatta gab es erfolgreiche Titelverteidiger zu verzeichnen: Michael Berghorn mit der „Halbtrocken 4.0“ (ORC B),  Jonas Hallberg mit der „Hinden“ (ORC C) und in der Kategorie Double Hand der Schwede Rikard Roth mit der „XAR“. Ein überzeugendes Ergebnis lieferte Tilmar Hansen mit der last-minute gemeldeten TP52 „Outsider“ ab: Gleich zweimal war die Yacht weit vor allen anderen Booten das First Ship Home und konnte zudem bei der Rückregatta den Sieg ersegeln.

Der Sydbank Cup 2018 startete am Mittwochabend in der Kieler Innenförde eher beschaulich. Bei Leichtwindverhältnissen und spiegelglatter Förde glitten die Yachten in drei Startgruppen über die Startlinie. Im Verlauf des Rennens nach Kopenhagen frischte der Wind auf, und die Regatta kam in Fahrt. Nach einem Ruhetag in der dänischen Hauptstadt, startete das Rückrennen nach Kiel. Es galt, bei moderaten Winden aus Südwest und West nach Hause zu kreuzen.

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Im Sinne der kleinen Boote hatte die Wettfahrtleitung auf dem Hinweg nach Kopenhagen eine Bahnverkürzung vorgenommen, damit alle innerhalb des Zeitlimits ins Ziel kamen. Erste Yacht, die die Ziellinie vor Ålsgårde nördlich von Helsingør passierte, war die TP52 „Outsider” mit einer Crew um den Offshore Vize-Weltmeister Tilmar Hansen (Kieler Yacht-Club). Innerhalb von rund 14 Stunden kamen die restlichen Yachten ins Ziel. Lediglich zwei Crews brachen das Hinrennen nach Kopenhagen ab, eine davon aufgrund eines technischen Schadens. Ansonsten waren die Kommentare der Segler zum Rennverlauf durchweg positiv. „Ein exzellentes Rennen”, nannte es der Schwede Rikard Roth, der die Hinrunde in der Gruppe A der Kategorie Double Hand gewann. „Eine super schöne Regatta”, hieß es aus den Reihen der “Outsider”-Crew.

Genauso zufrieden waren die Segler mit dem herzlichen Empfang durch die KYC-Crew mit Hot Dogs und Budĕjovický Budvar Welcome Bier von den Sponsoren WeTreu und May & Olde bei ihrer Ankunft in Tuborg Havn im Norden Kopenhagens. Nach einem freien Tag in der dänischen Hauptstadt mit Zeit für Arbeiten am Boot oder Sightseeing standen am Freitagabend im Hellerup Sejlklub die Siegerehrung der Hinrunde des Sydbank Cups und das traditionelle BBQ mit Freibier von der Sydbank auf dem Programm. Als Sieger der Hinrunde wurden folgende Skipper und ihre Crews gefeiert: Rikard Roth mit der XP-44 „XAR“ (Double Hand Gruppe A), Carl Rasmus Richardsen mit der MAXFUN 35 „Tøsen“ (Double Hand Gruppe B), Andreas Rose mit der J-125 „needles und pins“ (ORC A Full Crew), Michael Berghorn mit der X-41 „Halbtrocken 4.0“ (ORC B Full Crew) und Jonas Hallberg mit der JPK 10.10 „Hinden“ (ORC C Full Crew).

Nach einem geselligen Abend bei lauen Sommertemperaturen fiel am Sonnabendvormittag bei blauem Himmel und moderatem Wind das Startsignal für die Rückregatta von Kopenhagen nach Kiel, die so genannte KYC-Trophy. Rund 150 zu segelnde Seemeilen lagen vor den Regattateilnehmern. Der Kurs führte Richtung Gedser südlich um Seeland herum zurück nach Kiel. Die Ziellinie lag auf Höhe des Kieler Leuchtturms.

Die Spinnaker, die nach dem Start in Kopenhagen gesetzt worden waren, wurden schnell wieder eingeholt. Stattdessen wurde es bei südwestlichen und später westlichen Winden von zehn bis 21 Knoten eine Rückfahrt mit viel Kreuzen. „Wir haben die ganze Nacht auf der Kante gesessen und sind nach Hause gekreuzt“, fasste Marcus Schlichting, Crewmitglied auf der Swan 48 S „Big Easy III“, das Rennen von Kopenhagen nach Kiel zusammen.
Als erstes Schiff überquerte die „Outsider“ nach 17 Stunden 53 Minuten und 47 Sekunden gesegelter Zeit gegen vier Uhr morgens die Ziellinie am Kieler Leuchtturm und war damit etliche Stunden vor den anderen Regattateilnehmern zurück im Hafen. Damit hat die Crew der TP52 „Outsider“ ihr angepeiltes Ziel, auch auf der Rückrunde das First Ship Home zu sein, erreicht. Und auch das zweite Vorhaben, auf dem Rückweg von Kopenhagen nach Kiel schneller als die J-125 „needles und pins“ zu sein, konnte die „Outsider“-Crew umsetzen. Fast 18 Stunden brauchte die „Outsider“ für die Rückfahrt, rund 19 waren es auf dem längeren Hinweg gewesen. Das macht deutlich, wie viel beschwerlicher das Segeln beim Rückrennen mit westlichen und südwestlichen Winden war.

In der Gruppe ORC A siegte Tilmar Hansen mit der „Outsider“ vor Stefan Kunstmann mit der BALTIC 52 „Zukunft IV“ des Kieler Yacht-Clubs auf dem zweiten sowie Andreas Rose mit der „needles und pins“ auf dem dritten Platz. „Wir sind vollkommen zufrieden: Wir haben alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Die Regatta war für uns ein voller Erfolg. Das haben wir zum Großteil unserem Navigator zu verdanken, der uns alle Winddreher auf der Rückfahrt gut angesagt hat“, freute sich Bo Teichmann von der „Outsider“-Crew über den Sieg.

In der Gruppe ORC B hatten die X-41-Yachten beim Rennen von Kopenhagen nach Kiel die Nase vorne. Michael Berghorn gelang mit der X-41 „Halbtrocken 4.0“ nach dem Sieg bei der Hinrunde auch der beim Rückrennen und freute sich, dass er mit seiner Crew den Titel verteidigen konnte. „Der Hinweg nach Kopenhagen war tolles Segeln und deutlich weniger anstrengend als der Rückweg. Beim Rennen zurück nach Kiel war viel Einsatzfreude von der Crew gefordert, die die ganze Zeit auf der Kante gesessen hat“, resümierte Berghorn. Auf Platz zwei der Gruppe arbeitete sich Sven Christensen mit der X-41 „Sydbank“ vor. Die dritte X-41 Yacht war die „Stardust“ mit Skipper Alf Henryk Wulf, der auch auf den Hinweg nach Kopenhagen in der Gruppe ORC B bereits auf Platz drei gelandet war. Die vierte X-41 Yacht im Rennen war die „Ningxia“ mit der brasilianischen Crew um Skipper Cesar Gomez Neta, die auf der Hinrunde einen guten fünften Platz ersegelte, obwohl bei den Brasilianern der Spaß am Mitmachen im Vordergrund stand. Beim Rennen zurück nach Kiel waren die Südamerikaner allerdings nicht mehr mit von der Partie, sondern entschieden sich spontan für ein anderes Fortbewegungsmittel für den Rückweg.

Bei den kleinen Yachten der Gruppe ORC C ließ sich Jonas Hallberg mit der JPK 10.10 „Hinden“ den ersten Platz von der Hinrunde auch auf dem Rückweg von Kopenhagen nach Kiel nicht streitig machen. Somit hatte er zum dritten Mal in Folge beim Sydbank Cup die Nase vorne. Der zweite Platz ging wie bereits auf der Hinrunde an Werner Lemmel mit der Swan 46 „Rarotonga“. Drittplatzierter ist Frank Mantwill mit der X-362 SPORT „Glüxkind“. „Der Rückweg war sehr anstrengend, denn Kreuzen ist eigentlich nicht unser bevorzugter Kurs. Aber wir sind mutig gesegelt und es hat gut geklappt“, kommentierte Jonas Hallberg den weiteren Erfolg der „Hinden“.

Auch der Schwede Rikard Roth und sein Crewmitglied Lars Jörnvi verteidigten in der Gruppe A der Kategorie Double Hand mit der XP-44 „XAR“ erfolgreich ihren Titel vom Vorjahr und gewannen nach der Hinrunde auch die Rückrunde des Sydbank Cups 2018. Platz zwei belegt der Skipper Walter Watermann mit Jan Henning Günther auf der XP-44 „X-Day“. Jan Stähr fiel vom zweiten Platz auf dem Hinweg nach Kopenhagen beim Rückrennen mit der Figaro 2 „Gnaraloo“ auf den dritten Platz zurück.

In der Gruppe B der Kategorie Double Hand sah die Ergebnisliste des Rückrennens auf den ersten Plätzen genauso aus wie beim Hinweg. Skipper Carl Rasmus Richardsen und Lena Fetting hielten mit der MAXFUN 35 „Tøsen“ den ersten Platz. Danach folgen Dr. Lars Kyburg und Niels Töbke mit der Comfortina 42 „Ventus“.

Die Wanderpreise für die Rückrunde gingen an die Crews folgende Yachten: der Carl Grage Gedächtnispreis von 1957 an die „Outsider“, der Preis R.T. Dixon Challenge von 1912 an die „Hinden“ und der Wanderpokal der KYC-Trophy an die „Halbtrocken 4.0“. Neu war beim Sydbank Cup 2018 der inoffizielle Zukunftspreis für die beste Crew, in der alle Mitglieder jünger als 28 Jahre sind. Passenderweise durfte die Crew der BALTIC 52 „Zukunft IV“ den Zukunftspreis mit nach Hause nehmen.

Auch bei der Rückregatta von Kopenhagen nach Kiel konnte, wie bereits von Wettfahrtleiter H.-Eckhard von der Mosel prophezeit, aufgrund der Windverhältnisse kein neuer Streckenrekord aufgestellt werden. Der Rekord aus dem Jahr 2013 von Tilmar Hansen mit der TP52 “Outsider” bleibt weiterhin bestehen: 11 Stunden 31 Minuten 46 Sekunden.

Von der Mosels Fazit zum Sydbank Cup fiel sehr positiv aus: „Wir sind vollkommen zufrieden mit dem Verlauf der Regatta. Besonders die Rückregatta war für uns als Wettfahrtleitung durch die gleichmäßigen Windverhältnisse recht ruhig. Die Stimmung unter den Seglern war wie immer sehr gut.“ Die hervorragende Atmosphäre beim Sydbank Cup lobten auch viele Regattateilnehmer. „Schön am Sydbank Cup ist neben der guten Organisation besonders der familiäre Charakter der Regatta und das nette Miteinander der Segler. Das ist ansonsten bei anderen Rennen wegen immer stärker zunehmender Professionalität im Segelsport kaum noch üblich“, sagte Titelverteidiger Michael Berghorn von der „Halbtrocken 4.0“.  Mit der Siegerehrung am frühen Sonntagabend im Clubhaus des Kieler Yacht-Clubs in Strande ging der Sydbank Cup 2018 in geselliger Runde zu Ende.

Ergebnisse Sydbank Cup 2018, KYC-Trophy Kopenhagen-Kiel:
(Platz, Schiffsname, Bootstyp, Skipper/Eigner)

Double Hand:
Gruppe A:

  1. XAR, XP-44, Rikard Roth/Lars Jörnvi
  2. X-Day, XP-44, Walter Watermann/Jan Henning Günther
  3. GNARALOO, FIGARO 2, Jan Stähr

Gruppe B:
1. Tøsen, MAXFUN 35, Carl Rasmus Richardsen/Lena Fetting
2. Ventus, Comfortina 42, Dr. Lars Kyburg/Niels Töbke

ORC Club Full Crew:
ORC A:

  1. Outsider, TP52, Tilmar Hansen
  2. Zukunft IV, BALTIC 52, Stefan Kunstmann
  3. needles and pins, J-125, Andreas Rose

ORC B:

  1. Halbtrocken 4.0, X-41, Michael Berghorn
  2. Sydbank, X-41, Sven Christensen
  3. Stardust, X-41, Alf Henryk Wulf

ORC C:

  1. Hinden, JPK 10.10, Jonas Hallberg
  2. Rarotonga, Swan 46, Werner Lemmel
  3. Glüxkind, X-362 SPORT, Frank Mantwill

Weitere Informationen über den Sydbank Cup und die Ergebnisse finden Sie unter www.manage2sail.com und auf der Seite des Kieler Yacht-Clubs unter http://www.kyc.de/de/regatten/sydbankcup/  oder auf Facebook unter SydbankCup.

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