Thomsons neuer Hingucker

Alex Thomson kann nicht nur Mast-Walk, er versteht es auch sonst die Massen für sich zu begeistern. In einem Aufsehen erregenden Roll-Out hat er seinen neuen Imoca Open 60 aus der Werfthalle gerollt und einmal mehr für Staunen gesorgt. Denn die neue „Hugo Boss“ überrascht mit einem extravaganten Design fast ohne Cockpit und mit einem extrem negativen Deckssprung.

Die neue „Hugo Boss“ ist das Ergebnis von mehr als zwei Jahren Planungs- und Bauarbeit, die das Ocean Racing Team zusammen mit mehr als 100 Schiffbau-Ingenieuren und Bootsbauern geleistet hat. „Was uns zu einem der aufregendsten Teams in diesem Sport macht, ist der Mut, einen Schritt weiter zu gehen“, sagte Skipper Alex Thomson. „Wir sind innovativ, gehen neue Wege und haben keine Angst, Dinge anders zu machen. Wir akzeptieren, dass wir dabei möglicherweise nicht immer Recht haben. Aber wir haben bestimmt keine Angst davor, Dinge zu erforschen, die noch nie zuvor gemacht wurden.“

Das revolutionäre neue Boot wurde in Zusammenarbeit mit dem technischen Team von Alex Thomson Racing unter der Leitung von Design-Manager Pete Hobson und dem französischen Schiffsarchitekten VPLP in Hampshire, England, nahe der Heimatbasis des Ocean Racing Teams in Gosport gebaut. Der von dem weltberühmten britischen Bootsbauer Jason Carrington geleitete Bau selbst begann im Juni 2018 und umfasste mehr als 50.000 Stunden Spezialbau.

Der 60-Fuß-Carbon-Renner hat ein Gewicht von lediglich 7,6 Tonnen. Die Foils wurden noch nicht offengelegt. Das Cockpit-Dach ist mit Sonnenkollektoren verkleidet, so dass die Yacht die Welt ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe umrunden können soll. Dabei wurde das Dach so weit gezogen, dass es praktisch kein offenes Cockpit mehr gibt.

Der extrem negative Deckssprung und die abfallende Bereiche im Decksbereich des Vorschiffs sind auffallend. Foto: lloyd Images

Markant ist auch die Rumpfpartie vor dem Mast, deren Decksbereich stark nach vorn und zu den Seiten abfällt, was dafür sorgen wird, dass das Wasser nach dem Eintauchen in Wellen schnell ablaufen wird. Auch die Aerodynamik soll sich damit verbessern. Allerdings ist damit auch der Arbeitsbereich auf dem Vorschiff deutlich verkleinert. Wie sich das in der Praxis bewährt, wird sich zeigen müssen. Für Farbtupfer im schwarzen Design sorgt das pink-farbene Deck, sowie Ruder und Kiel ebenfalls in Pink.

Thomson und sein Team werden nun erste See-Tests durchführen, bevor die „Hugo Boss“ im September getauft wird. Im Oktober ist dann das Regatta-Debüt beim Transat Jacques Fabre geplant. Ziel ist der Sieg bei der Vendée Globe mit Start im November 2020.

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