Top-Minis im Etappenziel auf Gran Canaria

Der Franzose Axel Tréhin hat die erste Etappe des Mini-Transat von La Rochelle nach Gran Canaria bei den Proto-Minis gewonnen. Nach 8 Tage, 17 Stunden, 58 Minuten und 28 Sekunden lag er lediglich 4:42 Minuten vor seinem Landsmann Francois Jambou.

Weniger als zwei Stunden später erreichte auch der erste Serien-Mini das Ziel. Hier siegte der Italiener Ambrogio Beccaria (8 Tage, 19 Stunden, 52 Minuten und 7 Sekunden). Mit offenbar technischen Problemen kämpft sich Morten Bogacki in Richtung Ziel und liegt auf Platz zehn der Proto-Wertung. In der Kategorie der Serien-Boote rangiert Hendrik Witzmann, der Deutsche unter Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate, auf Platz 16.

Tréhin absolvierte die ersten 1350 Seemeilen des Atlantik-Klassiker mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,37 Knoten. Er führte damit ein französisches Trio an. Denn hinter Tréhin und Jambou, der über weite Strecken die Führung inne hatte, segelte Tanguy Bouroullec mit seinem Mini-Foiler nur 26 Minuten nach dem Sieger ins Ziel. Nach rund drei Wochen Pause soll die Flotte der Mini 6.50 von Gran Canaria aus in die Karibik starten (Start am 2. November).

„Dieser erste Teil hat wirklich alles geboten. Es wehte viel, es wehte weniger, ein bisschen Kreuz, ein bisschen Vormwind, ein bisschen raumschots. Es gab Momente, in denen Strategie gefragt war, und andere, in denen pure Geschwindigkeit an der Tagesordnung war. Es war sehr interessant. Am Ende war das Spiel wieder offen. Ich fing gestern an, mich zu ärgern. Ich dachte, François und Tanguy seien angekommen, bevor der Wind aufgehört hatte. Aber dann hörte ich Geschwätz über das UKW und begriff, dass sie nebeneinander feststeckten. Ich habe mich rechts von ihnen positioniert und genau hierher kam die frische Brise. Es war wie ein Geschenk des Himmels. Es ist ein großartiges Gefühl, gewonnen zu haben. Jetzt möchte ich eine gute zweite Etappe segeln, um den Job zu erledigen“, erklärte Sieger Tréhin.

François Jambou ärgerte sich indes über die vergebene Siegchance: „Es war eine harte Etappe. Geade die windstillen Zonen sind mental kompliziert. Als ich vor Gran Canaria ankam, wehten noch 10 Knoten und ich konnte niemanden auf dem AIS sehen. Ich dachte, ich hätte das Rennen in der Tasche, aber es kam anders. Axel und Tanguy kamen mit dem Druck zurück ins Spiel und ich konnte nichts tun. Axel fuhr mit 8 Knoten und ich machte 0. Ich fuhr wieder los, als er neben mir war, aber ich hatte nicht das richtige Segel. Es ist schwer, den zweiten Platz zu akzeptieren, wenn man fünf Tage geführt haben. Aber genau das macht Offshore-Rennen so großartig. Der Gesamtsieg ist noch immer in greifbarer Nähe.“

Im Prolog vor dem Start von La Rochelle lief es noch glatt für Morten Bogacki, auf der Etappe hat er offenbar mit technichen Problemen zu kämpfen. Foto: Breschi

Besonders hart hat es auch den einzigen Starter unter deutscher Flagge bei diesem Mini-Transat getroffen. Nach der Passage am Cap Finisterre im Nordwesten von Spanien lag Morten Bogacki vom Offshore Team Germany nur knapp hinter dem Führungs-Trio auf dem vierten Platz. Doch in den harten Bedingungen die portugiesische Küste hinab hat er offenbar mit technischen Probleme zu kämpfen gehabt. Immer wieder stoppte er seinen Mini „Lilienthal“ ab, verlor innerhalb weniger Stunden 60 Seemeilen und konnte auch danach nicht mehr den Speed der Konkurrenten mitgehen. Die Rennleitung konnte immerhin mitteilen, dass Morten sicher an Bord sei. Da die Teilnehmer entsprechend dem Reglement lediglich mit einem Funkgerät als Kommunikationsmittel ausgestattet sind (Telefone mussten vor dem Start abgegeben werden), gibt es von Bord der „Lilienthal“ keine genauen Informationen. Spekuliert wird über Probleme mit der Steuerung. Bogacki wird heute im Laufe des Abends oder der Nacht auf Gran Canaria erwartet.

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