Traum vom Doppel-Podium geplatzt – Bronze gerettet

Am vorletzten Tag der Worlds von Aarhus konnte sich das German Sailing Team über eine weitere Bronzemedaille freuen.

Der Traum vom doppelten Medaillengewinn platzte allerdings im Medal Race der 49er, in dem die beiden deutschen Mannschaften Tim Fischer/Fabian Graf sowie Erik Heil/Thomas Plößel überhaupt nicht zur Form der vergangenen Tage fanden. Die Youngster Fischer/Graf retteten mit Platz drei die Bilanz. Obwohl nach den vergangenen Tagen mehr drin gewesen wäre, ist die bronzene Plakette doch der größte Erfolg in der bisherigen Karriere der Junioren-Vizeweltmeister von 2016.

Von den Plätzen zwei und drei mit einem guten Punktepolster auf die viertplatzierten Franzosen Mathieu Frei/Noe Delpech gestartet lief bei den deutschen Mannschaften in der finalen Wettfahrt wenig zusammen. Am Start kamen beide deutsche Duos noch gut weg. Fischer/Graf segelten neben den neuen Weltmeistern, den Fantela-Brüdern aus Kroatien, sogar in der Spitzengruppe mit. Doch mit jedem Meter weiter in Richtung erster Tonne ging es für die Deutschen weiter nach hinten. Sie konnten dem Speed der anderen Teams einfach nicht folgen. Während die großen Konkurrenten um die Medaillenplätze, die Franzosen Frei/Delpech, sich nach vorn arbeiteten und als Zweite hinter ihren Landsleuten um die erste Bahnmarke gingen, standen Fischer/Graf als Siebte und Heil/Plößel als Neunte bereits unter Druck. Immerhin schien nach der ersten von zwei Runden für Fischer/Graf noch Silber möglich. Sie hielten den siebten Platz, Frei/Delpech verharrten auf dem zweiten Rang. Damit hätten die Franzosen nur zehn Punkte auf die jungen Deutschen aufholen können. 14 Punkte betrug aber der Vorsprung.

Anzeige

Doch auch auf der zweiten Runde fanden die Deutschen nicht ihr Verhältnis zu Wind und Wellen. Auf dem vorletzten und letzten Platz – bereits mit Abstand zum übrigen Feld – rundeten sie zum zweiten Mal die Luvmarke. Und mit dem Überholmanöver unter Gennaker an ihren Landsleuten vorbei sprinteten Frei/Delpech schließlich zum Tagessieg. Durch den neunten Platz rutschen Fischer/Graf auf den Bronzerang, und die Letztplatzierten des Medal Race, Erik Heil/Thomas Plößel, stürzten noch vom Podium.

Für Fischer/Graf ist die Bronze-Medaille die Krönung der bisher steil verlaufenen Karriere und ein starkes Comeback nach der Sprunggelenksverletzung von Tim Fischer aus dem Frühjahr. Auf den Frühjahrsklassiker, die Prinzess-Sofia-Trophy vor Palma, hatten sie daher verzichten müssen. Über die Kieler Woche und die Europameisterschaft in Gdynia brachten sie sich wieder in Schwung, und bis zum finalen Rennen vor Aarhus versetzten die deutschen Talente dann die gesamte Weltelite in Staunen.

Die weiteren Medaillenentscheidungen finden ohne deutsche Beteiligung statt. Damit beendet das German Sailing Team die Worlds in Aarhus mit zweimal Bronze. Neben Fischer/Graf hatte sich bereits am Freitag Philipp Buhl den dritten Rang bei den Lasern gesichert. Der Erfolg in diesen beiden Klassen verleiht dem mageren Gesamtabschneiden noch Glanz. Allerdings konnten die Deutschen auch nur bei den Lasern und 49ern das Medal Race erreichen. Die Nationenqualifikationen für die Olympischen Spiele 2020 gelang nur in diesen beiden Klassen und etwas überraschend bei den Laser-Frauen durch den 26. WM-Platz von Svenja Weger. In allen anderen Disziplinen muss der DSV im kommenden Jahr bei den Klassen-Weltmeisterschaften nachsitzen, um sich für Tokio zu qualifizieren.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht