Volvo Ocean Race

„Vestas“ sagt Teilnahme an Auckland-Etappe ab

Reparatur der VO65 bis zum Start am Mittwoch nicht möglich - neue Bugsektion kommt aus Italien

Das Team „Vestas 11th Hour Racing“ hat seine Teilnahme an der sechsten Etappe des Volvo Ocean Race abgesagt und das Boot auf einen Frachter verladen, um es nach Auckland zu transportieren und dort wieder in das Renngeschehen zu schicken. Grund sind die Beschädigungen der Bug-Sektion an der Yacht, die nach der Kollision mit einem Fischerboot bei der Zielankunft in Hong Kong noch schwerer waren als zunächst angenommen.

Das Team, das bereits beim Volvo Ocean Race 2014/15 vom Pech verfolgt war und nach einer Havarie auf einem Riff im Indischen Ozean mehrere Etappen verpasste und erst zum Ende der Weltregatta wieder einsteigen konnte, hatte nach der folgenschweren Kollision vor zweieinhalb Wochen gehofft, den Schaden bis zur Auckland-Etappe wieder beheben zu können. Doch der strukturelle Schaden an der VO65 erwies sich als zu schwerwiegend. „Vestas 11th Hour Racing“ war 30 Seemeilen vor der Zielankunft der vierten Etappe mit hoher Geschwindigkeit auf ein Fischerboot geprallt. Nach der Kollision sank das Fischerboot, zehn Seeleute mussten gerettet werden, ein Fischer starb im Helikopter auf dem Weg ins Krankenhaus.

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Das Seegebiet vor Hong Kong ist dafür bekannt, dass dort nicht nur ein hoher Schiffsverkehr herrscht, sondern dass dort auch viele Fischerboote ohne AIS und Beleuchtung unterwegs sind. Wie genau es zum Unfall mit „Vestas 11th Hour Racing“ kam, wird aktuell noch untersucht.

„Gemeinsam mit unseren Kollegen vom Volvo Ocean Race und den anderen teilnehmenden Teams haben wir allen Betroffenen unser aufrichtiges Beileid ausgesprochen“, sagte Mark Towill, Mitbegründer von „Vestas 11th Hour Racing“. „Durch die schweren Schäden an dem Boot mussten wir nun planen, wie wir wieder in das Rennen einsteigen können“, ergänzte Team-Mitbegründer Charlie Enright.

Die Verantwortlichen kamen zu dem Schluss, dass dies noch nicht zur nächsten Etappe mit dem Start am Mittwoch möglich sei. Die Zeit, um den Schaden zu beheben, so dass die Yacht den Herausforderungen des Rennens gewachsen ist, aber auch den One-Design-Regeln entspricht, war bisher zu kurz. Daher wird die Yacht nun per Frachter von Hong Kong nach Auckland/Neuseeland gebracht, wo die Yacht wieder fit gemacht werden soll. Derweil wird bei der Werft Persico Marine in Italien eine neue Bugsektion gebaut, die den Klassenregel entspricht und dann nach Neuseeland verschifft wird. Die Mannschaft hofft, die weiteren Reparaturen rechtzeitig vor dem Start zur siebten Etappe erledigen zu können, die am 18. März gestartet wird und von Auckland nach Itajai/Brasilien führt.

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