Vier überzeugende Sieger zur Maior

Das perfekte Ambiente ist den Seeseglern zum Saisonauftakt auch am dritten Tag der Mai Offshore Regatta (Maior) treu geblieben: Wind, Sonne, zwei kompakte Rennen und eine schnelle Auswertung rundeten die drei Tage vor Schilksee ab. Mit der „Sportsfreund“ in ORC I+II, der „Immac Fram“ (ORC III), der „Pike“ bei den J/80 und der „Jinto“ (J/70) gab es vier sehr überzeugende Sieger-Crews.

Fr Begeisterung sorgte rundum das hohe Niveau, auf dem bereits zum Start in das Jahr agiert wurde.

Nach drei tollen Tagen auf dem Wasser konnten sich Gordon Nickel (Bremen) und Kai Mares (Dänischenhagen) am Steg gegenseitig abklatschen und beglückwünschen. Beide Steuermänner hatten ihre Klassen mit ihren Crews dominiert und der Konkurrenz nur selten die Möglichkeit gegeben, auch mal einen Sieg zu landen. Kai Mares gelangen mit der „Immac Fram“ bei sieben Wettfahrten vier Siege und drei zweite Plätze in der ORC III. „Wir haben schon vor Ostern die Möglichkeit zum Training genutzt und waren gut eingespielt“, berichtete Mares und hatte auch ein Lob für die Wettfahrtleitung übrig: „Das haben die sehr gut gemacht. Alles lief wie am Schnürchen.“

Die “Immac Fram” sicherte sich einen klaren Auftktsieg. Foto: segel-bilder.de

Das galt auch für die eigene Crewarbeit. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz zum Abschluss hatten Mares und Co wieder alles im Griff, nachdem an Tag zwei die „H.E.A.T“ von Max Augustin noch fast ebenbürdig war. Doch die Hamburger hatten nur einen mittelmäßigen Abschlusstag unter den 14 Mannschaften und hatten Mühe, die „OneSpirit“ noch auf Platz drei zu verweisen. Die Crew um Steuermann Sören Brandt (Kiel) kam zum Abschluss noch mal gut in Fahrt und landete in der finalen Wettfahrt ihren ersten Tagessieg. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistungskurve. Nachdem im vergangenen Jahr noch Gordon Nickel bei uns gesteuert hat, ist die Crew jetzt komplett neu aufgestellt“, berichtete Brandt. Er selbst ist der Einzige aus der 2018er Crew, der noch an Bord ist. Die übrige Mannschaft ist entweder in andere Projekte ein- oder aus beruflichen Gründen ganz ausgestiegen. „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, ein neues Team zusammenzustellen. Wir sind alle noch sehr jung, haben einen Altersdurchschnitt von knapp über 20 Jahren. Jetzt müssen wir noch am Zusammenspiel und an den Manövern arbeiten. Den Trimm haben wir schon sehr gut im Griff.“

Am letzten Tag sprang die “Sydbank” noch auf Platz drei. Foto: segel-bilder.de

Bei den großen Yachten (ORC I+II) scheint die „Sportsfreund“-Crew wirklich alle Aspekte des Seesegelns schon top umgesetzt zu haben. Erstmals mit der X41 auf der Regattabahn – und schon siegreich. „Es war fast schon beängstigend gut“, grinste Trimmer Bertil Balser, während Yachtmakler Kai Mares flachste: „Ihr habt das Boot eben beim richtigen Makler gekauft.“ Das Büro Kirchner&Mares hat die gebrauchte X41 vermittelt und damit einen Volltreffer gelandet. Sechs Siege (ein geteilter mit der „Halbtrocken 4.0“) und ein zweiter Platz brachten der „Sportsfreund“ fast die Idealnote ein. Der Kampf der X41 ist damit neu sortiert, denn hinter der „Sportsfreund“ reihten sich die beiden Schwesterschiffe, die „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) und die „Sydbank“ von Torsten Bastiansen/Sven Christensen (Flensburg) ein. Der „Sydbank“ gelang am letzten Tag noch der Sprung auf das Treppchen. Den Platz hatte die „Intermezzo“ unfreiwillig durch einen verpatzten Auftakt am Sonntag mit Rang 14 freigemacht. „Die Mannschaft wollte was ausprobieren und wir haben den Riggtrimm verändert“, erklärte „Intermezzo“-Eigner Jens Kuphal (Berlin). „Danach lief die Kiste einfach nicht. Anschließend sind wir wieder auf die alten Einstellungen zurückgegangen, und prompt war es wieder ein zweiter Platz.“ Der reichte allerdings nicht mehr, um die „Sydbank“ noch zu gefährden. Doch wichtiger als die Trophäe war Jens Kuphal die Erkenntnis, dass er mit dem Kauf der Landmark43 auf eine Trumpf-Karte gesetzt hat: „Das Boot macht wahnsinnig Spaß. Gerade bei Winden um die 15 Knoten zieht es richtig los.“

Martin Menzner beherrschte einmal mehr die J/80-Szene. Foto: segel-bilder.de

Die Top-Karte bei den J/80 ist weiterhin die „Pike“, und das obwohl Steuermann Martin Menzner (Stein) die Crew zum Saisonauftakt wegen privater Verpflichtungen umbauen musste. „Es hat aber alles gut geklappt und es gab keinerlei Probleme an Bord“, erklärte er nach einem fast schon etatmäßigen Sieg. Zum WetterWelt-Cup soll die Mannschaft wieder in gewohnter Formation segeln, ansonsten geht die Crew die Saison allerdings etwas gedämpft an. Zur Maior siegte die Menzner-Crew vor Arne Wilcken (Schilksee) und Hauke Krüss (Helgoland).

Die Eckernförder um Charlotte Braun-Dullaeus sicherten sich den J/70-Sieg. Foto: segel-bilder.de

In der J/70 hatte Gerd Knospe zwar den besten Schlusstag, und der Berliner sammelte im Laufe der Serie auch die meisten Tagessiege ein. Aber die größte Konstanz zeigten die Eckernförder um Charlotte Braun-Dullaeus, die sich den Gesamtsieg vor Gerd Knospe und der reinen Frauencrew von Tania Tammling (Hamburg) sicherten.

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