Wind-Bingo in der Salomonensee

Beim Volvo Ocean Race geht es munter hin und her. In den vergangenen Tagen hatten die Crews auf der sechsten Etappe von Hong Kong nach Auckland/Neuseeland viel Arbeit mit der Suche nach dem besten Wind durch die Flautenzonen. Doch die weit ausgeprägten Doldrums standen den sechs Mannschaften noch bevor, während das Hong Kong-Team „Scallywag“ vorerst […]

Beim Volvo Ocean Race geht es munter hin und her. In den vergangenen Tagen hatten die Crews auf der sechsten Etappe von Hong Kong nach Auckland/Neuseeland viel Arbeit mit der Suche nach dem besten Wind durch die Flautenzonen. Doch die weit ausgeprägten Doldrums standen den sechs Mannschaften noch bevor, während das Hong Kong-Team „Scallywag“ vorerst an „AkzoNobel“ vorbeigezogen ist.

Gewinne und Verluste auf See waren in den vergangenen stärker als an den amerikanischen Börsen. Wie in einer Ziehharmonika schob sich das Feld zusammen, um gleich darauf wieder auseinandergezogen zu werden. Lange hielt sich dabei „AkzoNobel“ an der Spitze. Am späten Sonntag musste die Mannschaft um Simeon Tienpont allerdings „Scallywag“ passieren lassen. David Witt hatte bereits auf der vierten Etappe von Melbourne nach Hong Kong den richtigen Riecher für die Windverhältnisse in den Doldrums bewiesen und scheint auch jetzt ein glückliches Händchen zu beweisen.

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Doch das Spiel ist rund 2000 Seemeilen vor dem Ziel noch lange nicht vorbei. Denn während die beiden führenden Boote bereits in der Flautenzone hängen, rauschen von hinten die Verfolger heran. Zunächst aber darf sich „Scallywag“ freuen. „Man ist immer ziemlich glücklich, wenn ein Bericht hereinkommt und man feststellt, dass man an das führende Boot herangefahren ist“, sagte Scallywag-Navigator Libby Greenhalgh. „Es war eine kleine Überraschung, als wir in Führung gegangen sind. Wir hatten gesehen, dass es eine große Wolke gab, in der sie sich befinden könnten. Wir dachten, dass wir ein paar Meilen gutmachen könnten. Aber es ist schön, die Führung übernommen zu haben.“

Inzwischen scheint sich das Blatt aber wieder zu wenden. „Mapfre“ und „Dongfeng“, die in der Gesamtwertung an der Spitze liegen, haben auf dieser Etappe wieder in den nächsten Gang geschaltet, nachdem sie zwischenzeitlich bereits rund 280 Meilen zurückgelegen haben.

Aber es ist nicht alles glatt Segeln. Nur wenige Stunden nach diesem Gespräch, um 1300 UTC am Sonntag, war die Wind- und Bootsgeschwindigkeit für Scallywag auf 5 Knoten gesunken. Der Rest der Flotte hat jetzt in beiden Fällen näher bei 15 Knoten gelegen, was bedeutet, dass die Flotte komprimiert wird. Dies ist eine gute Nachricht für die Hintermänner, unter anderem den Gesamtführenden MAPFRE und das Dongfeng Race Team, das den zweiten Platz in der Rangliste belegt. Das Machtpaar hatte auf diesem Bein 280 Meilen zurückgelegt. Inzwischen ist ihr Abstand auf unter 120 Seemeilen zusammengeschmolzen.

„Wir sind in einer schlechten Position, aber wir haben es verdient“, sagte „Dongfeng“-Skipper Charles Caudrelier. „Wir hatten einige schlechte Entscheidungen getroffen. Aber die Stimmung ist immer noch gut. Die Etappe ist immer noch sehr lang, und es gibt einen sehr harten Part für die nächsten Tage, sehr kompliziert. Also gibt es noch Hoffnung. Wir müssen gut arbeiten, um die Lücke zu schließen und vielleicht am Ende eine Chance zu haben.“

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