Winkels Segel-Wohngemeinschaft

Egal, ob auf dem Wasser oder an Land, Segeln ist das bestimmende Thema bei den drei Winkels. Sowohl Malte Winkel als auch seine Frau Anastasiya und Schwester Birte sitzen nicht nur in derselben Bootsklasse, dem 470er, sondern teilen sich auch eine Wohnung. Nur ein gemeinsames Boot gibt es noch nicht. Jeder hat einen anderen Segelpartner. Doch wird das auch so bleiben?

Wir haben viel von ihnen gelernt. Anfangs haben wir auch in einer Trainingsgruppe gesegelt. Es ist cool, gegeneinander zu segeln“, kommentiert Vorschoterin Birte Winkel das Zusammentreffen mit ihrer Schwägerin Anastasiya im 470er, die ebenfalls fürs Vorschiff zuständig ist. Birte segelt mit Theres Dahnke, Anastasia mit Fabienne Oster.

Auch vom regen Austausch nach einem Trainingstag in den eigenen WG-Wänden profitieren alle. Ganz ausblenden lasse sich das Segelthema nie. „Dann gibt es ein kurzes Schweigen, und dann fällt doch noch jemandem ein, was er sagen oder fragen wollte“, so Malte Winkel. Daher sind sie froh, dass sie in ihren Freundeskreisen thematisch abschalten können. Und, dass sie nicht alle drei gegeneinander segeln. „Es wäre schwierig, wenn man Probleme auf dem Boot hat und es dann nach Hause tragen würde.“ Selbst wenn Birte und Anastasiya zusammen mit ihren jeweiligen Steuerfrauen in derselben Regatta – wie jetzt nur Kieler Woche – an den Start gehen, sei der Fleet so groß, dass direkte Konkurrenzsituationen selten sind. Weitere Zusammentreffen bei den Saisonhighlights wird es nicht geben. „Wir konzentrieren uns noch auf die Junioren-Events“, so Birte Winkel. „Ich bin froh darüber“, kommentiert Malte Winkel. Denn jedes direkte Aufeinandertreffen sei auch eine Konkurrenzsituation. Und auf dem Wasser wolle jeder gewinnen und das Beste geben. Auch sei es für die heimische Harmonie die angenehmste Variante, wenn alle drei in drei verschiedenen Booten sitzen.

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Über mögliche Mixed-Konstellationen möchte sich Malte Winkel noch keine Gedanken machen. Bisher segelt er einfach nur aus Spaß mit seiner Frau oder Schwester, aber er fokussiere es nicht. Interessant werde die Frage erst nach 2020. In der Pause nach den olympischen Spielen könne man sich darüber Gedanken machen, wenn entschieden wurde, dass die 470er olympisch bleiben und ob sie mit Mixed-Teams gesegelt werden sollen.

„Wenn ich mit Malte zusammen segeln würde, wären wir stark“, sagt Anastasiya Winkel. Ihr Mann betrachtet die Situation eher nüchtern. Die Chance, dass es sowohl als Ehepaar als auch als Segel-Team funktioniere, sei gering. Viele Negativbeispiele würden seine Bedenken belegen, dass das Risiko, dass es schief geht, groß ist. „Unter Geschwistern ist es auch nicht unbedingt einfach“, so Birte Winkel. Auch wenn keiner der Geschwister einen Familienstreit befürchten würde. „Als ich mal mit Birte gesegelt bin, war es sehr ungewohnt. Ihre Haare hatten sich verfangen“, berichtet Malte Winkel. Zöpfe an Bord sind für ihn etwas Neues.

Doch auch, wenn er sich mit der Frage noch nicht beschäftigen mag, insbesondere für die Nachwuchsseglerinnen sei es eine schlimme Situation. Immerhin wissen sie nicht, in welcher Konstellation und ob es überhaupt olympisch weitergehen wird.

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