Eissegeln

Wintereinbruch: Eissegler auf Meisterschaftskurs

Der Wintereinbruch bringt die Eissegler auf die Kufen - endlich

Mit dem Einbruch des Winters haben die Eissegler ihre Wohlfühl-Bedingungen gefunden. Seit dieser Woche laufen mit den Junioren-Titelkämpfen die ersten Meisterschaften. In den kommenden drei Wochen werden weitere Entscheidungen in den verschiedenen Klassen erwartet. Die Deutsche Meisterschaft im DN-Schlitten könnte schon am Wochenende über das Eis gehen, wenn eine geeignete Eisfläche in Deutschland gefunden wird.

Die deutsche Klassenvereinigung hatte zu diesem Jahr die Ausrichtung der Junioren-Titelkämpfe übernommen. Die Welt- und Europameisterschaften der DN-Junioren und der Ice-Optimisten sollten auf dem Achterwasser bei der Insel Usedom Anfang Februar ausgetragen werden. Zudem haben die deutschen Organisatoren auch die Federführung für die Europameisterschaft der Monotypes übernommen. Doch der milde Winter machte dem geplanten Geschehen, in heimischen Gewässern über das Eis zu flitzen, einen Strich durch die Rechnung. Und so glühten in den vergangenen Wochen die Drähte der Eis-Scouts, um ein geeignetes Revier ausfindig zu machen.

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Die Monotypes spekulierten nach der Absage für Deutschland zunächst auf Schweden. Dort sah der Eisreport bis Mitte Januar auch gut aus. Doch dann fiel nasser Schnee, die Eisdecke schmolz zusammen, und so hieß es am 31. Januar: Kein Segeln in Schweden möglich! Cancelt alle Tickets! Die zweite Ausweichmöglichkeit nach Polen musste auch gestrichen werden, und so lautete der neue Plan: Estland! Am 29. Januar als Austragungsstätte noch ausgeschlossen, rückte das Baltikum nun in den Fokus. Vor Orjaku auf der Insel Kassar wurde eine Eisdicke von 12 bis 15 cm registriert. Also wanderte die Eissegel-Karawane der Monotypes nach Estland. Bis Freitag sollen dort die Europameister ermittelt werden.

Für die Junioren war Skandinavien als Austragungsort von vornherein als Ausweichrevier ausgeschlossen worden, da das Gros der Flotte aus dem Bereich Polen und Baltikum stammt. Daher fiel die Entscheidung schließlich auf den kleinen See Rekyva im Norden Litauens. Zwei Tage ging es hier auf einer Fläche von 6 x 5 Kilometern für den Nachwuchs auf dem DN-Schlitten und in der Version mit dem Optimisten-Segel um die WM-Titel. „Wir konnten sieben Wettfahrten segeln, zunächst bei einer leichteren Brise, später bei guten Winden“, berichtete Bernd Zeiger von der deutschen Klassenvereinigung. „Leider hatten wir keine deutschen Teilnehmer am Start. Wir haben zwar etwas Nachwuchs im Blankeneser SC, aber da hat der Termin nicht gepasst.“

Neben den DN-Junioren waren auch die Ice-Optimisten bei den Titelkämpfen unterwegs. Foto: Rola Lora

So erwiesen sich die Deutschen in fremden Landen zumindest als gute Ausrichter der Junioren-WM. Den Titel unter den 30 DN-Junioren machten Esten und Schweden unter sich aus. Bei den 36 Ice-Optimisten kommen die stärksten Nachwuchsathleten aus Estland und Polen. „Für die nun anstehende Junioren-Europameisterschaft werden wir wohl nach Riga wechseln, da auf dem See inzwischen zu viel Eis liegt. In Lettland soll es weniger sein“, berichtet Zeiger.

Der weitere Zeitplan der Eissegler ist zudem eng gestrickt, denn wenn der Winter auch in Deutschland durchhält, dann soll am Wochenende die Deutsche Meisterschaft der DN-Senioren gestartet werden. Zeiger: „Für die internationalen Meisterschaften hat Petrus die Temperaturen zu spät gesenkt, aber vielleicht können wir die Deutsche ja auf eigenem Revier segeln.“ Die Entscheidung fällt spontan, aber die Eissegel-Piloten sind das aus den vergangenen Jahren gewohnt und reisen kurzfristig an.

Die DM wäre eine gute Vorbereitung für die WM und EM der Senioren. Die ist in zwei Wochen angesetzt. Dann soll es wieder nach Estland gehen, denn hier feiert die heimische Eissegel-Szene ihr 125-jähriges Bestehen.

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