Zweikampf zwischen Polen und Australien

Wer das Spiel mit den Wellen und drehenden Winden am besten beherrschte und die Konzentration bis zum Schluss halten konnte, hatte den entscheidenden Vorteil am dritten Tag der Laser Radial Weltmeisterschaft. Zwei Wettfahrten auf der Innenbahn wurden Samstag gesegelt. Schwierige Bedingungen mit inkonstanten Winden für die Segler, doch die ganz großen Wellen blieben ihnen so erspart.

Der Führende Zac Littlewood (Australien) beherrschte das erste Rennen von Beginn an. Der Australier war bereits auf dem Vorwindkurs, während der Großteil des Feldes noch kreuzte. Doch im zweiten Rennen fiel er zurück, kam als siebter ins Ziel und fuhr damit seinen Streicher ein.

Beim zweiten Rennen hatten Titelverteidiger Marcin Rudawski und Aleksander Arian (beide Polen) das bessere Händchen für den Wind. Aleksander Arian schaute sich nach den Verfolgern um und erblickte seinen Landsmann. So bildete sich auf dem letzten Vorwind-Kurs gen Ziel eine polnische Doppelspitze, gefolgt vom Neuseeländer Josh Armit. Der Titelverteidiger forderte seinen Landsmann heraus und hatte das Glück auf seiner Seite. Aleksander Arian bekam die gelbe Flagge, er hatte das Regelwerk überstrapaziert und musste kringeln. Das kostete ihm so viel Zeit, dass er erst als Dritter ins Ziel kam. „Auf dem Wasser sind wir Konkurrenten, an Land Freunde“, sagte Marcin Rudawski. „Ich habe versucht, vorherzusagen, was der Wind macht, und ich habe es besser gemacht als die anderen“, lautet sein Fazit nach dem Sieg.Das Ziel für morgen: Titelgewinn.

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Physisch gesehen sei es in den großen Wellen weiter draußen schwieriger als auf der Innenbahn. „Ich bin nicht einer der größten und schwersten.“ Doch im Hinblick auf die Bedingungen hat Marcin Rudawski trotzdem keine Präferenzen. „Ich bin auf jeden Wind vorbereitet, mag persönlich aber lieber mehr Wind.“

Mit seinen 37 Jahren habe er mehr Erfahrung als viele im Feld, doch auf der anderen Seite merke er auch, dass die Athletik nachlässt. „Ich brauche mehr Zeit, um zu regenerieren.“ Nach zehn Jahren im Laser Radial seien diese Weltmeisterschaften sein letztes großes Event.

Caelin Winchcombe fuhr sogar einen 20ten Platz ein. Damit musste der Australier auch seinen dritten Platz im Gesamtklassement an Marcin Rudawski abgeben, Aleksander Arian kletterte auf den zweiten. Das trübte allerdings nicht Caelin Winchcombes Laune. „Ich habe trotzdem Spaß“, kommentierte er seine Kenterung. Es waren sehr drehende Winde, die dazu geführt hatten. „Es ist immer gut, da draußen zu sein, egal was passiert.“

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