Zweimal WM-Bronze für deutschen Nachwuchs

Die deutschen Nachwuchsseglerinnen und -segler dürfen sich über ein richtig gutes Abschneiden bei den World Sailing Youth Sailing World Championships in Gdynia/Polen freuen:  Mit zwei Bronzemedaillen, insgesamt fünf Top-Ten-Platzierungen und einem guten siebten Nationenplatz gelang dem deutschen Team 2019 die erfolgreichste Teilnahme seit über zehn Jahren. Nachdem sich 12 deutsche Nachwuchsseglerinnen und -segler als jeweils...

Die deutschen Nachwuchsseglerinnen und -segler dürfen sich über ein richtig gutes Abschneiden bei den World Sailing Youth Sailing World Championships in Gdynia/Polen freuen:  Mit zwei Bronzemedaillen, insgesamt fünf Top-Ten-Platzierungen und einem guten siebten Nationenplatz gelang dem deutschen Team 2019 die erfolgreichste Teilnahme seit über zehn Jahren.

Nachdem sich 12 deutsche Nachwuchsseglerinnen und -segler als jeweils beste Starter ihrer Boots- und Altersklasse für die deutsche Teilnahme qualifizierten konnten, mussten sich die Einzelstarter und Teams gegen die internationalen Mitstreiter aus insgesamt 66 Nationen behaupten. Die Wettkämpfe fanden in den Bootsklassen Laser Radial (w+m), 420er (w+m), 29er (w+m) und Nacra mixed statt sowie in der Klasse RS:X, dort allerdings ohne deutsche Beteiligung.

16 bis 17 Jahre alt sind die deutschen Nachwuchs-Seglerinnen und -Segler, die in den Bootsklassen Laser Radial, 420er, 29er und Nacra 15 starteten. Trotz ihres jungen Alters hat die deutsche Equipe bereits viel internationale Erfahrung. Gleich mehrere Seglerinnen und Segler haben bereits zuvor an Jugendweltmeisterschaften teilgenommen, Nacra 15-Segler Silas Mühle war sogar bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires dabei. Der Steuermann vom Hamburger Segel-Club und seine Vorschoterin Levke Möller (Yachtclub „Warnow“) hatten in Gdynia ganz klar einen Podiumsplatz als Ziel. Mit Medaillenambitionen starteten auch Julian Hoffmann (Laser Radial, Segelclub Alpsee-Immenstadt) und das 420er-Team Theresa Steinlein/Lina Plettner (Bayerischer Yacht-Club) in die JWM. Ebenso wie ihre Clubkameraden vom Bayerischen Yacht-Club, Kristian Lenkmann und Philip Hall, waren Steinlein/Plettner bereits 2018 bei der JWM in Corpus Christi dabei. Dort belegten die 420er-Teams Platz 8 und 10.

Neu dabei waren die 29er-Crews Elena Krupp/Clara Borlinghaus (Segler-Verein Wörthsee/ Münchner Yacht-Club) und Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer (Diessner Segel Club), die sich auf der YES-Regatta den Startplatz gesichert hatten. Auch Theresa Wierschin vom Akademischen Segelverein zu Greifswald schnupperte vor Gdynia im Laser Radial das erste Mal JWM-Luft.

Die Bedingungen waren für die Jugendlichen zum Teil eine echte Herausforderung: So wurde das gesamte Material gestellt und die Nachwuchsseglerinnen und -segler mussten sich schnell auf ihre Boote einstellen. Eine weitere Schwierigkeit war die Sperrung des Hafen- und Regattagebietes von Gdynia im Vorfeld der Wettkämpfe, so dass Vorbereitungstrainings vor Ort unmöglich waren. Bei den Regatten selbst waren keine Coach-Boote vor Ort zugelassen, sondern lediglich eine große Barkasse pro Bahn für den Transport aller internationaler Trainer zum Regattafeld vorgesehen. Somit musste das Coaching während der Wettkampfpausen kreativ erfolgen: Die drei Trainer Alexander Goltz, Jakob Janich und Mikael Lundh warfen an Wasserflaschen befestigte, wasserfeste Notizzettel zu ihren Schützlingen und benutzten sie als Kommunikationsmittel.

In den positiven Ergebnissen spiegelt sich auch die gute Vorbereitung des deutschen Teams wider, die erstmals in 2019 am Bundesstützpunkt Kiel gemeinsam erfolgt war. Events wie das gemeinsame Bewältigen eines Hochseilgartens, die Besichtigung des IMMOCA 60 des Offshore Team Germany sowie eine mentale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft hatten das Team zusammengeschweißt. Inhaltlich wurden die qualifizierten Seglerinnen und Segler von Dr. Meeno Schrader auf die zu erwartenden Wetterbedingungen und zu beachtende Indikatoren sensibilisiert. Neben dem nationalen Zusammenhalt hat auch das internationale Networking, das durch die gemeinsame Unterbringung aller Athletinnen und Athleten und Trainer im „Olympischen Dorf“ möglich war, zu einer guten Wettkampf-Atmosphäre in Gdynia beigetragen.  Und so freute sich auch das gesamte Team über die guten Ergebnisse: Theresa Steinlein/Lina Plettner sicherten sich in ihrer Bootsklasse der 420er weiblich den dritten Platz unter 24 Teilnehmern. Auch das Nacra 15 Team schaffte es aufs Treppchen: Silas Mühle und Levke Möller gewannen ebenfalls Bronze bei 21 Mitstreitern. Unter die Top Ten schafften es außerdem Theresa Wierschin im Laser Radial (Platz 10 von 47), die 420-Crew Kristian Lenkmann/Philipp im 420er Hall, Platz 10 von 30) und Elena Krupp/Clara Borlinghaus (Segler-Verein Wörthsee/ Münchner Yacht-Club, Platz 8 von 25) im 29er.

Hendrik Ismar, Bundesstützpunkt-Leiter Kiel vom DSV, zieht eine rundum positive Bilanz. „Das sind tolle Ergebnisse unseres so jungen Teams. Mit einem 7. Nationenplatz bei 66 teilnehmenden Ländern sind wir so erfolgreich wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr, darauf wollen wir in den kommenden Jahren systematisch aufbauen“, freut sich der Kieler. „Insbesondere die besonders enge Zusammenarbeit vor dem Event zwischen unseren Abteilungen Jugend und Leistungssport hat sich dabei bewährt.“

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht