Zweite Kenterung zur Route du Rhum

Auch im letzten Drittel des Rennens kommt das Solo-Transatlantik-Rennen Route du Rhum von St. Malo/Frankreich nach Guadeloupe in der Karibik nicht zur Ruhe. Rund 1000 Meilen vor der Zielankunft ist der 50-Fuß-Trimaran „Arkema“ gekentert.

Es ist bereits die zweite Kenterung eines Tris, nachdem Armel le Cleac’h mit der „Banque Populaire“ bereits am zweiten Renntag gekentert war.

„Arkema“-Skipper Lalou Roucayrol (Frankreich) vermeldete, dass er auf dem Rumpf des Tris ausharren und auf einen Schlepper warten würde. Roucayrol ist ein erfahrener Solo-Offshore-Segler, der bereits an seiner vierten Route du Rhum teilgenommen hat.

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In einer ersten Nachricht an sein Team vermeldete Roucayrol, dass er eine heftige Böe in der Passatwind-Zone nicht mehr abwettern konnte. Eine Kenterung war nicht mehr zu verhindern, aber Roucayrol war sicher im Hauptrumpf.

Nach der Kenterung hat Roucayrol etwa vier Stunden gebraucht, um den Tri vom Rigg zu befreien, und dabei viel Zeit im Wasser verbracht. Er konnte aber verhindern, dass der Rumpf durch das Rigg Schaden nehmen würde. Zudem konnte er sogar ein Segel retten. Inzwischen ist der Franzose sicher an Bord, hat ausreichend Essen für drei bis vier Tage, Wasser für zehn Tage und wartet auf Rettung.

Von seinem Team wurde ein Frachter in seine Richtung umgeleitet, allerdings will Roucayrol auf einen Schlepper aus Martinique warten, um den Trimaran in Schlepp zu nehmen. Der Schlepper könnte die Unglücksstelle in etwa vier Tagen erreichen. In seiner Klasse der Multi 50 lag Roucayrol auf dem vierten Platz zur Zeit der Kenterung.

Alex Thomson führt souverän das Feld der Imoca60 an. (Bild: Lloyd Images)

Im Feld der Imoca60 führt weiterhin der Brite Alex Thomson souverän das Feld an. Rund 400 Meilen vor dem Ziel hat sich der Segel-Superstar aus England auf seiner „Hugo Boss“ vor seinem ersten Verfolger, Paul Meilhat (Frankreich), einen Vorsprung von über 200 Meilen erarbeitet. Der Hamburger Boris Herrmann liegt in dieser Klasse auf seiner „Malizia“ auf einem sicheren fünften Platz. Nach dem Erreichen der Passatwind-Zone hat sich Herrmann hinter dem Führungsquartett eingereiht. Sein Abstand auf Thomson beträgt rund 400 Seemeilen. Der Sechstplatzierte, der paralympische Segler Damien Seguin (Frankreich), ist weitere 400 Meilen zurück.

Im großen Feld der Class 40 (von den ehemals 53 gestarteten Yachten sind noch 42 im Rennen) hält sich der Hamburger Arnt Bruhns weiterhin hervorragend. Der Corinthian-Segler ist mit seiner „Iskareen“ auf Platz 19 gelistet – mit einem Abstand von 950 Meilen auf den führenden Franzosen Yoann Richomme.

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