Das große Fest der bayerischen Segler

Auszeichnungen für Buhl, Hoffmann und Steinlein/Plettner in München

Viele der besten Segelsportler Deutschlands kamen 2018 aus Bayern. Dies dokumentierte die Meisterehrung des Bayerischen Seglerverbandes e.V. (BSV), bei der jetzt in München fast 90 der besten Seglerinnen und Segler ausgezeichnet wurden. Was sie alle eint: Sie haben Segeln an den bayerischen Binnenseen gelernt.

Der Vorsitzende des Bayerischen Seglerverbandes, Dietmar Reeh, verwies bei der Feier stolz auf hervorragende Platzierungen der bayerischen Spitzensegler in olympischen, internationalen und nationalen und Bootsklassen sowie bei den Surfern und Kitern in der letzten Saison. Reeh nannte die Veranstaltung „das große Fest für unsere Seglerinnen und Segler“. Die Erfolge führte Reeh bei der Meisterfeier vor allem auf die gute Jugendarbeit in den über 220 bayerischen Segelclubs zurück: „Die langjährige und beständige Jugendarbeit in unseren Clubs trägt nachhaltig Früchte. Sie bestätigt die langfristig angelegte bayerische Konzeption, den Leistungssport durch Breitensport zu forcieren“. Der stellvertretende Vorsitzende Timo Haß ergänzte in einer Grundsatzrede: „Ohne Breitensport kein Leistungssport.“ Der Breitensport sei die Grundlage für das sportliche Miteinander.

Geehrt wurde unter anderen die 420er Crew Theresa Steinlein und Lina Plettner vom Bayerischen Yacht-Club in Starnberg. Die beiden jungen Mädchen holten sich in der kleinen, sehr sportlichen Zweipersonen-Jolle mit Trapez und Spinnaker den Sieg bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft in der Wismarer Bucht (Ostsee). Theresa Steinlein bedankte sich für die Ehrung durch Timo Haß: „Wir hatten ein gewaltiges Jahr. Bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft sind wir zum ersten Mal mit dem festen Ziel angetreten zu gewinnen. Wir wussten, dass wir bei allen Bedingungen sehr schnell sind. Das hat geklappt!“

Unter den ausgezeichneten Seglern war auch Julian Hoffmann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt (SCAI). Er segelt Laser Radial, eine Einhand-Jolle (für Damen olympische Bootsklasse) mit weltweiter Verbreitung von der Jugend bis in den Seniorenbereich. Hoffmann wurde in München für seinen ersten Platz bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft und den 1. Platz bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft geehrt. Julian Hoffmann, auch Bayerischer Jugendmeister, gilt als eines der größten Nachwuchstalente im deutschen Segelsport. Timo Haß: „Julian kommt aus dem Breitensport und hat seine Segelkarriere sehr zielgerichtet mit jährlicher Steigerung aufgebaut.“ Hoffmann segelt das Boot, das sein Clubkamerad Phillip Buhl, 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio zugeteilt bekommen hatte.

Buhl selbst wurde in München für seine Erfolge 2018 im Laser (Standard), einen 3. Platz bei der Weltmeisterschaft, den 1. Platz bei der Deutschen Meisterschaft und den 1. Platz bei der Kieler Woche geehrt. Philipp Buhl gilt, so Timo Haß, als das Segelass Deutschlands. Nach seiner Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro strebt er eine weitere Olympiateilnahme 2020 in Tokio an.

Sein Fazit: „Mit der Saison 2018 bin ich sehr zufrieden, auch wenn es mit dem WM-Titel noch nicht geklappt hat! Aber um Weltmeister zu werden, muss wirklich alles zusammenpassen, anders geht’s das in der Laserklasse nicht!“

Den Jugendförderpreis des BSV erhielt der fränkische Yacht-Club Noris (YCN). Dietmar Reeh betonte in seiner Laudatio: „Mit über 1.000 Veranstaltungen macht der YCN Segeln mitten in Nürnberg erlebbar.“ Der Breitensport stehe dort im Vordergrund. Besonders lobte Reeh das Engagement des Clubs für die Integration von Menschen mit Behinderung, für seine Jugendarbeit und für den Schulsport. Reeh: „Damit sind Sie im wahrsten Sinn des Wortes Leuchtturm weit über die Stadtgrenzen Nürnbergs hinaus“. Den Preis nahmen Vereinspräsident Norbert Woop und der Verwaltungsleiter des Clubs Günther Schlegel entgegen.

Den Ehrenpreis des Bayerischen Seglerverbandes für vorbildliche Medienarbeit erhielt die Allgäuer Zeitung in Füssen für die langjährige und regelmäßige Berichterstattung über den Segelsport in der Region. Reeh: “Gute Berichte über Jugendarbeit, Breitensport und Spitzensport im Segeln liest man dort kontinuierlich. Die Themen über die regionalen Besonderheiten und Herausforderungen, speziell am Forggensee, erscheinen dort immer kompetent und neutral, hin und wieder auch kritisch, immer gepaart mit journalistischer Tiefe und sauberer Recherche.“ Den Preis nahm der Sportredakteur der Allgäuer Zeitung, Benedikt Siegert, entgegen.

Alle Preise und Ehrungen unter: http://www.bayernsail.de/images/aktuelle_News_2018/Infoblatt_Meisterehrung_2018.pdf

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