Dänemark: Weniger Segler geben mehr Geld aus

Der Segel-Tourismus wird in Dänemark trotz sinkender Übernachtungszahlen immer wichtiger, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Das dänische Fremdenverkehrsamt VisitDenmark hat eine Studie über den Segeltourismus veröffentlicht. Im Jahr 2017 wurden dafür in dänischen Häfen insgesamt 595 Segler befragt, davon 207 (35 Prozent) aus Dänemark und 398 (65 Prozent)aus dem Ausland. Als weitere Datengrundlage wurden Statistiken von dänischen Yachthäfen bezüglich der Zahl der Übernachtungen eingeholt.

Sinkende Übernachtungszahlen

Im Zeitraum von 2008 bis 2017 sank die Gesamtzahl der Übernachtungen in dänischen Häfen jährlich um 2,3 Prozent. Diese Abnahme ist sowohl bei dänischen Seglern (-2,7 Prozent) als auch bei ausländischen Seglern (-1,9 Prozent) zu beobachten.

Auf den Zeitraum 2016 bis 2017 gesehen, lag die Entwicklung der Übernachtungen bei minus 0,9 Prozent, was einer Abnahme von 8000 Übernachtungen entspricht. Hier ist ein minus von zwei Prozent bei den dänischen und ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent bei ausländischen Seglern zu beobachten.

Steigende Ausgaben

Der insgesamt leicht abnehmenden Zahl der Übernachtungen steht eine deutliche Steigerung bei den täglichen Ausgaben pro Person gegenüber. Gaben Segler 2006 durchschnittlich 265 Dänische Kronen (circa 36 Euro) pro Tag aus, waren es 2017 stolze 800 Kronen (circa 107 Euro). Damit werden sie Segler für die jeweiligen Regionen immer wichtiger. Es profitieren besonders Restaurants, de Einzelhandel und Sehenswürdigkeiten bzw. Museen im Umfeld der Häfen von den steigenden Ausgabe der Wassersportler.

Insgesamt zufrieden

Insgesamt zeigte sich die große Mehrheit der Befragten 2017 zufrieden mit den Häfen (83 Prozent der Ausländer und 91 Prozent der Dänen). Bei den Faktoren „Zugang zum WLAN“, „Hafenstandard“ und „Standort des Hafens“ waren die ausländischen Segler auffällig unzufriedener als die dänischen Befragten.

Die Befragung ergab außerdem, dass von 2006 bis 2017 die Zufriedenheit mit den Häfen, sowohl bei den dänischen als auch den ausländischen Seglern, in den meisten Kategorien gestiegen ist. So sind beispielsweise 91 Prozent der ausländischen Segler und 93 Prozent der Dänen mit dem Service-Level in den Häfen zufrieden.

Investitionsstau

Auffällig allerdings: Die Zufriedenheit mit den Hafenanlagen ist deutlich gesunken. Zeigten sich 2006 noch 82 Prozent der dänischen Segler zufrieden, waren es 11 Jahre später nur noch 57 Prozent. Ähnlich auch die Entwicklung bei den ausländischen Befragten: Hier sank die Zufriedenheit mit den Hafenanlagen von 71 Prozent in 2006 auf 56 Prozent in 2017. Ein Grund könnten fehlende bzw. zu geringe Investitionen in die Hafeninfrastruktur sein.

Die gesamte Studie finden Sie hier

1 Comment

  1. Die Stimmung in den dänischen Häfen hat sich in den letzten 30 Jahren nennenswert stetig verschlechtert. Das ist natürlich ein subjektiver Eindruck aber im direktem Vergleich zu Polen, Meck-Pom und Schweden fühlen wir uns dort wesentlich willkommener. Dort ist bei geringeren Hafengeldern die Dusche, Trinkwasser, und Strom enthalten, ebenso sind die Lebensmittel in Dänemark exorbitant teuer – also gibt es keinen Grund dort hin zu segeln und zu bleiben, es nur als Transitland zu nutzen.
    Wir meinen auch, das sich sehr viele dänische Wassersportler sich sehr abgehoben und nicht besonders hilfsbereit verhalten.

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