Die Windverhältnisse der Kanarischen Inseln

Auf einem Kanaren-Törn kommt richtiges Hochseefeeling auf. Alles Wichtige zu den Windverhältnissen

Passat: Der Motor der Passatwinde ist das Azorenhoch. Meist stabilisiert es sich im Mai und wird oft schon im September wieder von Tiefs abgedrängt. In diesem Zeitraum weht der Wind recht beständig mit 4 bis 6 Windstärken aus Nordost.

Passat: Der Passat ist seit jeher der Garant für Seereisen in die neue Welt. Er bläst konstant mit vier bis sechs Windstärken aus Nordost (Bild: Jan Bindseil)

SW-Wetterlage: In den Wintermonaten ziehen Atlantiktiefs oft weit in den Süden. Auf den Kanaren setzt Wind aus Süd ein, der in der Folge stürmisch aus Südwest auffrischt. Steht Dünung aus dieser Richtung und fällt der Luftdruck, sollte man einen sicheren Hafen aufsuchen.

SW-Wetterlage: Tritt im Winter auf, wenn die Tiefs auf dem Atlantik in den Süden reichen. Stürmischer Wind aus Süd (Bild: Jan Bindseil)

Fronten: Tiefdruckgebiete, die über den Süden der Iberischen Halbinsel ziehen und über Marokko stationär werden, bescheren den Kanaren Wind aus Nordwest. Rückt von Westen ein Hoch heran, können die Isobaren über den Inseln eng und die Windgeschwindigkeiten hoch werden. Verstärkt durch die Düsenwirkung sind dann selbst an sonst sicheren Küstenabschnitten Böen in Orkanstärke möglich. So geschehen im Januar 2014.

Tiefdruckausläufer: Liegt ein Tief über dem spanischen Festland, während das Azorenhoch von West drückt, weht der Wind stürmisch aus Nordwest (Bild: Jan Bindseil)

Calima (Schirokko, Harmattan): Wird das Azorenhoch nach Südost abgedrängt und trifft es dort auf ein über der südlichen Sahara stationäres Tief, bricht auf den „Inseln des ewigen Frühlings“ der Hochsommer aus. Dieser „Atem der Sahara“ kann das Thermometer im Sommer auf über 40 Grad treiben und, stürmisch aus Südost bis Ost blasend, Saharasand auf die Inseln verfrachten.

Schirokko: Wird auch „Der Atem der Sahara“ genannt. Es bläst stürmisch aus Ost bis Südost (Bild: Jan Bindseil)

Hurrikans: Die Kanaren liegen nicht im Zugbereich von Hurrikans. Es kann jedoch vorkommen, dass Ausläufer die Inseln streifen. Das letzte Mal geschah dies 2005.
Düsenwirkung: Von den hohen Bergen der Inseln werden die Zugbahnen des Passats eingeengt. In diesen „Acceleration Zones“ muss man mit + 2 Windstärken rechnen. Zwischen Teneriffa und Gran Canaria weht der Passat im Schnitt mit einer Windstärke mehr.

Zum Revierprofil der Kanarischen Inseln geht’s hier.

 

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