Mallorca: Nationalpark um Cabrera-Insel wird verneunfacht

Bei Seglern ist das naturbelassene Cabrera-Archipel von jeher ein beliebter Anlaufpunkt beim Segeltörn vor der Küste Mallorcas. Nun wird Nationalpark ausgeweitet. Es gelten besondere Bestimmungen.

Der Cabrera-Nationalpark wird zum zweitgrößten Meeres-Schutzgebiet im Mittelmeerraum. Das unter Naturschutz gestellte Areal soll sich auf über 90 Hektar erweitern und entspricht damit dem Neunfachen der bisherigen Fläche. So hat es die spanische Regierung in dieser Woche beschlossen.

Für einen entspannten Törn in dem beliebten Revier müssen Skipper umso mehr darauf achten, Probleme mit den Nationalpark-Rangern zu vermeiden.

Besonders wichtig für die Törnplanung: Wer den Nationalparkbereich mit seinem Boot befahren oder dort an einer Mooringtonne über Nacht festmachen möchte, benötigt eine vorherige Genehmigung. Pro Tag dürfen 50 Boote die Inseln besuchen. Die Erlaubnis kann frühestens 20 und bis spätestens zwei Tage vor Anreise unter Tel. 0034-971-725010 oder online eingeholt werden. Die Liegegebühren staffeln sich nach Bootslänge und Jahreszeit.

Cabrera (Bild: Kai Köckeritz)

Der 1991 gegründete Nationalpark und umfasst den höchst möglichen Schutz für die bedrohte Unterwasserwelt des Cabrera-Archipels mit seinen Korallen, Fischen und Meeressäugern wie Delfine und Wale. Mit der Erweiterung des Naturparks liegt Cabrera flächenmäßig auf Platz zwei der Meeres-Nationalparks im Mittelmeerraum und wird nur von einem Schutzgebiet in Griechenland getoppt.

Besucherregeln für das Segeln im Cabrera-Nationalpark

Das Ankern ist im Nationalpark ist verboten. Zum Festmachen der Boote stehen Mooringtonnen zur Verfügung. Insgesamt zwei Bojenfelder mit Mooringmöglichkeit gibt es an der Hauptinsel des Cabrera-Archipels: im Osten in der Cala Es Burri und im Naturhafen der Insel Puerto de Cabrera. Der Landgang ist nur per dem Dinghi am Hafenkai der Hauptinsel erlaubt. Gefischt werden darf im Nationalpark nicht. Tauchen ist nur mit Genehmigung an extra ausgewiesenen Stellen möglich.

Wer einen der begehrten Liegeplätze Cabrera-Nationalpark ergattert, kann sich vom Hauptkai aus auf Inselerkundungstour begeben. Zu den Sehenswürdigkeiten Cabreras gehören ein Leuchtturm, eine nur vom Meer aus zugängliche „Blaue Grotte“, ein Informationszentrum sowie die nahezu schwarzen Balearen-Eidechsen. Ein Wanderweg führt zu den Überresten eines Kastells auf eine 172 Meter hohe Erhebung hinauf, von wo aus sich ein atemberaubender Ausblick über das Archipel und Mallorca bietet. Am Kai erwartet die Besucher ein kleines Restaurant.

Es Port ist die einzige Siedlung auf Cabrera mit nur rund 20 Einwohnern, darunter eine Garnison der spanischen Streitkräfte sowie einige zivile Bewohner. Das restliche Archipel ist unbewohnt. Von der mallorquinischen Küste aus ist Cabrera, was so viel heißt wie „Ziegeninsel“, nur einen Katzensprung entfernt, gerade einmal elf Seemeilen sind es von Puerto de Campos aus.

Lob von Umweltschützern

Die internationale Non-Profit-Umweltorganisation Oceana lobte den Schritt der spanischen Regierung in Richtung Meeresschutz. „Der Cabrera Nationalpark ist die Heimat einer großen Vielfalt von Ökosystemen und einer besonderen Unterwasserwelt sowie ein perfektes Beispiel für ein Naturerbe, das wir für die kommenden Generationen erhalten wollen“, sagte Ricardo Aguilar, Direktor für Forschung und Expeditionen bei Oceana.

Er hofft, dass weitere Länder dem guten Beispiel Spaniens folgen und mehr Nationalparks im Bereich der Meere schaffen. Bereits seit 2007 hat sich Oceana nach einer ersten von insgesamt sieben Expeditionen dorthin für die Erweiterung des Cabrera Nationalparks eingesetzt.

 

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