Revierprofil: Golf von Korinth

Der Golf von Korinth ist mehr als nur eine Abkürzung auf dem Weg von der Adria in die Ägäis. Er ist eigenständiges Segelrevier, das keinen Vergleich mit anderen Revieren zu scheuen braucht

Charterfirma: Nomicos Yachts Ltd., Eleftherías Avenue 7, 17455 Alimos, Athen, Griechenland, Tel.: 0030 210 9851385, E-Mail: info@nomicos-yachts.com, Internet: www.nomicos-yachts.com. Vertreten durch: Cosmos Yachting GmbH, Ungererstr. 25, 80802 München, Deutschland, Tel.: 0049 (0)89 411471900, E-Mail: info@cosmos-yachting.de, Internet: www.cosmos-yachting.com.
Schiffe & Preise: Angeboten werden Einrümpfer von 31 bis 57 Fuß, zu Preisen von € 1.150,- bis € 11.500,- sowie Katamarane von 39 bis 46 Fuß, zu Preisen von € 3.500,- bis € 9.500,-.
Revier: Navigatorisch einfaches Revier mit kurzen Distanzen. Probleme kann der in den Sommermonaten nachmittags kräftig auffrischende Westwind bereiten.

(Bild: Jan Bindseil)

Seekarten: Griechische Sportboot-Kartensätze I & III.
Nautische Literatur: Rod Heikell: „Greek Waters Pilot“.
Wind & Wetter: Von Juni bis September überwiegend gutes Wetter. Der Wind pendelt sich auf W ein. Oft starke Gewitter über dem Peloponnes!
Wetterberichte: Über www.windfinder.de.
Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist gut betonnt und befeuert.
Gezeiten & Strom: Tidenhub bis zu 0,5 m. Der Strom läuft meist mit dem Wind. Er kann bis zu einem Knoten, im Kanal von Korinth bis zu drei Knoten erreichen. Sehr kräftig kann er auch unter der Brücke Harilaos Trikoupi laufen.
Navigation: Ausschließlich terrestrisch.
Beste Zeit: Mai bis September.
Anreise: Flug nach Athen.
Einreise & Zoll: EU- und Schengenland.
Sprache: Griechisch. Englisch wird überall gut verstanden.
Klima: Mediterran. Die oft extreme Sommerhitze wird nachmittags vom Wind gemildert.
Kleidung: Im Sommer leichte Baumwollkleidung. In der Vor- und Nachsaison Pullover und leichtes Ölzeug.
Sicherheit: Griechenland ist eines der sichersten Reiseländer.
Reiseführer: Hans-Peter Siebenhaar: „Peloponnes“, im Michael Müller Verlag.

Nautisches:

Kallithea: Die Tiefenangaben in der Bucht von Kallithea sind sowohl in den Karten als auch im Führer falsch. Nahe der angeblichen Fünf-Meter-Linie zeigte das Echolot noch 27 Meter an. Hinter der kleinen Insel ankert man auf 6 – 8 Meter, Grund: Gras. Auch die westliche Bucht ist tiefer, steigt aber schnell an. Man ankert auf 8 Meter, Grund: Schlick und Gras.
Kanal von Korinth: Kommt man aus dem Saronischen Golf, geht man längsseits an die Mole vor dem Turm der Kanalbehörde, um dort die Gebühren zu bezahlen. Ist wenig Betrieb, darf man hier auf die Durchfahrt warten, sonst muss man östlich davon in Warteposition gehen oder ankern. Die Kanalbehörde gibt auf Kanal 11 bekannt, in welcher Reihenfolge die Schiffe durch den Kanal gehen. Kommt man aus dem Golf von Korinth, muss man sich auf Kanal 11 anmelden und in Warteposition vor dem Wellenbrecher gehen, bis die Durchfahrt frei gegen wird. Nach der Durchfahrt geht man dann an die Mole vor dem Turm der Kanalbehörde, um die Gebühren zu bezahlen. Die betrugen für unser 41-Fuß-Schiff 153,14 € – One-Way! Zu beachten ist, dass im Kanal – je nach Windrichtung – Gegen- oder Schiebestrom mit bis zu 3 Knoten laufen kann.

Windverhältnisse:

Generell: In dem zu beiden Seiten von hohen Bergen gesäumten Golf von Korinth, kennt der Wind nur zwei Richtungen: West oder Ost! In den Sommermonaten kommt der Wind überwiegend aus West. Mit oft recht kräftigem Ostwind muss man in der Vor- und Nachsaison rechnen.
Meltemi: Griechenlands Sommerwind weht hier zwischen Juni und September meist aus West. Meist setzt er am späten Vormittag ein, erreicht am Nachmittag mit 5 bis 6 seine größte Stärke und flaut abends ab. Manchmal kann er auch eine ganze Woche durchblasen. Im östlichsten Teil, zwischen Korinth und Kiáto, kommt er oft aus N bis NE.
Gewitter: Bedingt durch die hohen Berge zu beiden Seiten des Golfes, bilden sich schon früh im Jahr Gewitter aus, die recht kräftig ausfallen können. Für Segler gefährlich sind ihre Böenwalzen.

2 Comments

  1. Hallo,
    vielen Dank für die Revierbeschreibung über den Golf von Korinth.

    Irritiert hat mich lediglich die Empfehlung bzgl. Wetterberichten auf windfinder.de zuzugreifen. Windfinder ist kein Wetterdienstleister, er nimmt lediglich das amerikanische Modell und packt den Output in Farbe und Karten. Dazu s. auch die jüngste Warnung der Amerikaner vor der weiter abnehmenden Vorhersagegenauigkeit infolge des Shutdowns.
    Warum keine Empfehlung von Wetterdienstleistern wie WetterWelt (Web-App SEAMAN oder Wettersoftware SEAMAN PRO oder/und dem Griechen?
    Mit seglerischen Grüßen
    Meeno Schrader

  2. Nett geschrieben, doch recht oberflächlich. Für die, die den Golf durchqueren, ohne nach rechts und links zu schauen, reicht die Windbeschreibung Ost-West. Allerdings ist der Golf von fast 2000m hohen Bergen umgeben, die gerade an der buchtenreichen Nordküste, für individuelle Windverhältnisse sorgen. Bei Meltemi draußen in der Ägäis kann man da mit steifem, böigem Nordwind rechnen.
    An der flachen Südküste kommen die Fallböen dann auch mal aus Süden .
    Der Golf von Korinth ist ein sehr abwechslungreiches Segelrevier. Zu empfehlen sind:
    – der winzige mittelalterliche Hafen Navpaktos,
    – die Insel Trizonia mit ihrem roten Strand,
    – die alte Schiffbaustadt Galaxidi mit den wunderschönen Kapitänshäusern und einem sehr guten nautischen Museum,
    – Itea, um das archäologische Delphi zu besuchen (Busfahrt 2€/Person),
    – das Kap von Perachora,
    -Korinth, mit dem antiken Korinth und einem guten Museum oben auf dem Berg,
    – die Rio-Andirio-Brücke, einem ingenieurtechnischem Meisterwerk,,
    – Patras, eine quirlige Universitätsstadt voll mit jungen Leuten und mit allen Läden, die Yachties so brauchen.
    Viel Segelspaß haben alle, die sich die Zeit nehmen, den Golf zu erkunden. Aber immer die Augen auf und Ausschau halten nach dunkelblauen Streifen auf dem Wasser, da kommt ein Streifen Starkwind.

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