Revierprofil: Südsardinien

Der Süden Sardiniens wird von Charterseglern kaum aufgesucht. Doch dabei lässt gerade die wilde Küste mit ihren vielen kleinen Buchten des Seglers Herz höher schlagen

Revier: Vielfältiges Revier. Segler können entspannt von Bucht zu Bucht bummeln oder ambitioniert Seemeilen sammeln.
Seekarten: NV.Atlas Italy IT3 – Sardinia East und NV.Atlas Italy IT 4 – Sardinia West
Nautische Literatur: Rod Heikell: „Küstenhandbuch Italien“. Klaus-Jürgen Röhring: „Törnführer Korsika – Sardinien – Elba“ ist weniger empfehlenswert.
Wind & Wetter: Von Juli bis September meist bestes Sommerwetter. In der Vorsaison gemischt.
Wind: An der Südküste tagsüber meist stark auffrischender Wind aus SW, an der Westküste bis fünf Beaufort aus West bis Nordwest. An der Ostküste vorwiegend leichte Thermik.
Wetterberichte: Auf Kanal 68 wird rund um die Uhr ein Wetterbericht in Italienisch und Englisch gesendet. Über das Internet: Windy.com oder in der Seaman-App von WetterWelt.

© Jan Bindseil

Leuchtfeuer & Seezeichen: Das Revier ist in der Regel gut betonnt und befeuert. Vorsicht ist im Kanal von San Pietro geboten, außerhalb des nur spärlich betonnten Fahrwassers wird es schnell flach.
Gezeiten & Strom: Der Tidenhub ist gering; Gezeitenstrom ist nicht feststellbar.
Navigation: ausschließlich Terrestrisch.
Beste Zeit: Juni, Juli und September. Nachsaison ab Oktober kann sehr schön sein.
Anreise: Von einigen Flughäfen in Deutschland wird Cagliari direkt angeflogen. Charterschiffe können auf Wunsch auch in Cagliari übernommen werden.
Einreise & Zoll: EU- und Schengenland.
Sprache: Italienisch. Englisch wird teilweise verstanden.
Klima: Mediterran, mit sehr heißen Sommern.
Kleidung: Leichte Sommerkleidung für den Landgang, ein Pullover für an Bord. An der Westküste kann das Ölzeug gefragt sein.
Sicherheit: In Cagliari sollten Wertgegenstände sicher verstaut sein. In sonstigen Häfen sollte zumindest das Boot beim Landgang verschlossen werden.

Windverhältnisse

Mistral: Aus West oder Nordwest aus dem Rhonetal kommend, trifft er, besonders in der Vor- und Nachsaison, oft in Sturmstärke auf die Westküste. Selbst im Sommer sind Sie vor ihm nicht sicher.
Scirocco: Selten im Sommer. Doch im Frühjahr und Herbst erreicht dieser feucht-schwüle SE-Wind, der fast immer Regen mit im Gepäck hat, nicht selten Sturmstärke. An der Süd- und Ostküste finden Sie nur in Häfen und Marinas Schutz vor ihm.
Libeccio: Typisches Vorderseitenwetter eines durchziehenden Tiefs. Selten im Sommer, unangenehm in der Vor- und Nachsaison, doch sehr gefährlich – vor allem an der West-, aber auch der Südküste – vom Herbst bis ins Frühjahr hinein. Windrichtung SW bis W.
Maestrale: Sardiniens Schönwetter-Wind. Im Idealfall setzt er am späten Vormittag ein, erreicht vier bis fünf Beaufort am Nachmittag und verabschiedet sich mit der sinkenden Sonne. In diesem Fall wird er aus Nordwest auf die Küste stehen. Ist er schwächer, kann er von der Thermik leicht auf West, im Süden Sardiniens auch auf Südwest gedreht werden.
Thermik an der Südküste: In den Sommermonaten baut sich, bedingt durch die starke Erwärmung der Insel, eine auflandige Thermik auf. Sie kann in den Nachmittagsstunden bis zu vier Windstärken aus Süd erreichen. Der Wind schläft abends ein.

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