Yachtcharter Türkei

Sun Charter bietet wieder Charter in der Türkei an

Lange war es still um das Revier in der Ägäis. Jetzt kehren die Charter-Schiffe langsam wieder zurück in die Buchten der Türkei.

Nach dem Putsch und dem Ausrufen des Notstands 2016 mussten viele Unternehmen ihre Stützpunkte in der Türkei schließen. Auch Sun Charter gab letztendlich dem Rückgang der Buchungen nach. „Das war eine rein wirtschaftliche Entscheidung. Wir hatten mal 42 Schiffe in der Türkei, Marmaris war der größte Stützpunkt von Sun Charter. Doch wir mussten immer weiter reduzieren. 30 Schiffe, 24, 14, irgendwann hat es sich wirtschaftlich einfach nicht mehr gelohnt“, sagt Geschäftsführer und Inhaber Marc Rosendahl.

Jetzt ist eine Wende deutlich zu spüren: „ Die Kunden fragen wieder verstärkt nach Schiffen in der Türkei. Wir haben 65% Stammkunden und die sagen uns ziemlich schnell und direkt was sie wollen oder eben nicht wollen. Dem kommen wir natürlich nach und haben inzwischen wieder eine kleine Flotte vor Ort.“ Gründe für den Umschwung sieht Rosendahl vor allem in der Wetter-Sicherheit. „Auf Mallorca, in Griechenland und auch Kroatien war es im letzten Frühjahr und Herbst verregnet und kühl. Die Türkei ist ein Schönwetter-Garant. Wie die Karibik, aber nicht so weit und nicht so teuer.“ Der günstige Wechselkurs der türkischen Lira kommt Reisenden natürlich auch sehr entgegen.

Die Türkei wird wieder gefragter bei den Seglern (Bild: Carl Victor)

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für die Türkei aufgehoben, in den deutschen Medien ist es ruhiger geworden und auch Rosendahl sieht keine Gefahr für deutsche Segler. „Ich war jetzt gerade selbst in der Türkei. Es ist fast schöner als vorher“, sagt er. „Momentan sind noch sehr wenige Segler unterwegs, man hat ganze Buchten für sich allein. Die Gastfreundschaft der Einheimischen ist ungebrochen und vielleicht noch ein wenig herzlicher geworden.“ Politisch müsse das natürlich jeder für sich entscheiden. Aber Sicherheitsbedenken habe er keine, so Rosendahl. „Und falls doch mal etwas passiert ist man auf dem Schiff sicherer als in einem Hotel. Mit dem Flugzeug kommt man vielleicht nicht mehr aus dem Land, auf dem Schiff segle ich einfach 12 Meilen raus oder gleich nach Rhodos und bin in der EU.“

Der neue Stützpunkt liegt in Fethiye im Südwesten der Türkei. Eine strategische Entscheidung. „Unser alter Stützpunkt in Marmaris war einfach zu weit weg vom Flughafen. Viele Segler kommen für eine Woche her. Dann möchte man schnell am Schiff und auf dem Wasser sein. Und das Revier ist traumhaft. Viele Buchten, tolles Wetter. Auch bei schwerem Wetter ist man gut aufgehoben.“ Der Golf von Fethiye ist für seinen Naturhafen bekannt, das türkisblaue Wasser und die küstennahen Inseln. Im Süden befinden sich der durch eine Lagune geschützte Ölüdeniz-Strand sowie das Schmetterlingstal, ein offizielles Naturschutzgebiet. „Das gesamte Revier, die ganze türkische Küste, ist unheimlich sauber“, sagt Marc Rosendahl. „Es gibt strenge Regelungen zur Abfall- und Schwarzwasser-Entsorgung. Das macht sich natürlich auch in der Natur bemerkbar.“

Sun Charter hat inzwischen wieder 12 Yachten in in der Marina Ece Saray. Darunter vier neue Kats von Lagoon zwischen 42 bis 52 Fuß. Der größte hat einen eigenen Skipper, somit ist auch Kojencharter möglich. Dazu kommen Jeanneaus, Dufours und Beneteaus von 34 bis 50 Fuß Länge. Die Saison beginnt im April 2019, Reisen sind ab sofort buchbar.

2 Comments

  1. Es ist wie immer! Wenn Geld winkt, geht die Moral zum Teufel. Dabei hat sich in der Türkei im Grunde nichts geändert. Die Politik Erdogans spottet jeder Beschreibung und wehe die haben dich aus irgend einem Grund am Haken, dann kannst du schauen wie du wieder heraus kommst, denn rechtstaatlich ist die Türkei bei weitem nicht!

  2. Hallo Herr Bauer, die Lage ist nicht einfach schwarz-weiß beurteilbar. Wir (Sail with Friends) haben in der D-Marin Göcek unter Pitter-Yachting auch in den schwierigen letzten Jahren 12 Yachten verchartert. Abgesehen vom hervorragenden Job, den die Stützpunktcrew unter Judith und Volkan Ceylan hinsichtlich der Betreuung der Charterflotte machen, haben uns auch die Bitten der Küstenbewohner, Restaurantbetreiber und kleinen Geschäftsleute, gerade als westeuropäische Touristen Ihren Lebensunterhalt aufrechtzuerhalten und die noch nicht eingeschränkte Freiheit zu unterstützen, im Land gehalten. Zugegeben, jeder Reise in die Türkei geht eine Gewissensabwägung voraus, aber letztlich haben doch die menschlichen Aspekte gewonnen. Und die Hoffnung bleibt…

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