Antifouling

Ein Antifouling schützt den Rumpf im Unterwasserbereich vor Bewuchs, der das Schiff verlangsamt. In Salzwasser wählt die Seepocke ganz gerne das Unterwasserschiff aus, um sich dort niederzulassen. Algen und weitere organische Stoffe überziehen ebenfalls den Rumpf. In erster Linie ist der Anstrich ein Bewuchsschutz.

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Wann sollte das Antifouling aufgetragen werden? Im Frühjahr oder gar im Herbst? Jean-Pierre …

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Arten von Antifouling

Hartantifouling

Das Hartantifouling bildet eine widerstandsfähige, harte Schicht. Es hält länger als andere Anstriche. Das Biozid befindet sich im Harz des Anstrich. Mit der Zeit bildet sich eine poröse Oberfläche auf dem Rumpf, da das Biozid ausgewaschen wird. Daher sollte der Anstrich regelmäßig alle zwei bis drei Jahre geschliffen werden. Ansonsten wird die Oberfläche zu porös, bekommt Risse und blättert teilweise ganz vom Unterwasserschiff ab. Dann ist es bereits zu spät und das gesamte Antifouling muss entfernt und neu aufgebaut werden.

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Polierendes Antifouling

Ein polierendes oder auch selbstpolierendes Antifouling gibt die Biozide über das Jahr verteilt ab, da sie wasserlöslich sind. Durch die Fahrt durch das Wasser bauen sich die einzelnen Schichten auf dem Rumpf ab und werden dabei geglättet. Daher der Name ‚polierendes’ Antifouling. Da sich der Anstrich durch Reibung abträgt, ist es nicht für schnelle Yachten geeignet und kann nicht geschliffen werden.

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Dünnschichtiges Antifouling

In einem Dünnschichtantifouling sind tendenziell weniger Biozide gebunden, als in Hart- oder selbstpolierenden Antifoulings. Bewuchs wird bei dieser Art durch eine sehr glatte Oberfläche davon abgehalten, sich auf dem Rumpf festzusetzen. Teflon oder PTFE unterstützen diese Wirkung. Da sich das Antifouling nicht abträgt, ist es auch für schnelle Boote geeignet. Gerade auch, weil das Antifouling weniger Reibung im Wasser erzeugt.

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Antifouling Alternativen

Folie

Seit einigen Jahren werden auch Folien für den Unterwassereinsatz angeboten, die ähnlich wie ein dünnschichtiges Antifouling den Bewuchs durch eine sehr glatte Oberfläche verhindern sollen. Der Vortel liegt darin, dass sie keine Zusatzstoffe in das Wasser abgeben und sich nicht auswaschen. Das Auftragen der Folie auf das Unterwasserschiff sollte eine Fachfirma durchführen. Hempel hat mit Silic One eine neue Art von Antifouling auf den Markt gebracht, das das Unterwasserschiff mit einer Silikonbeschichtung vor dem Bewuchs schützen soll.

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Waschanlage

Die Möglichkeit, sein Boot durch eine spezielle Waschanlage für Boote zu fahren, hat sich bisher nicht durchsetzen können. Bei den bisherigen Versuchen war das Unterwasserschiff mit einem speziellen Lack versiegelt, der den Waschborsten standhalten sollte.

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Ultraschall

Ein Frequenzgenerator erzeugt hochfrequente Signale, die an einen Wandler gesendet werden, der die elektrischen Impulse in Schwingungen umwandelt. Dieser Wandler wird im Boot direkt an den Rumpf montiert, sodass sich die Schwingungen durch den Bootsrumpf nach außen verbreiten. Dort sollen die Schallwellen die Algenzellen auf dem Unterwasserschiff regelrecht zerreißen und abtöten. Ein solches System benötigt eine permanente Stromversorgung. Mit etwa 1.000 bis 2.500 Euro pro Anlage ist diese Methode recht teuer.

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Coppershield

In Epoxidharz ist ein Kupferanteil von circa 88 Prozent  eingebunden. Durch die Einbettung in das Harz soll sich das Kupfer nicht herauslösen und die Umwelt belasten können. Das Antifoulingsystem sollte in mindestens drei Schichten auf das mit Epoxidharz vorbereitete GFK aufgebracht werden. Nach der Saison genügt ein Bearbeiten des Unterwasserschiffs mit 300er Schleifpapier, um die oxidierte Oberfläche zu reaktivieren.

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Interview: Wann sollte Antifouling gestrichen werden?

Herr Martius, jedes Jahr greifen Bootseigner zu Pinsel und Rolle, um ihr Unterwasserschiff mit Antifouling zu beschichten. Wann ist denn der richtige Zeitpunkt zum Auftragen?
Die klimatischen Bedingungen sind im Herbst streng genommen am besten. Allerdings sind auch nicht alle Antifoulings dafür geeignet. In der Regel ist es aber im Produktblatt vermerkt, ob die Farbe vor dem zu Wasser lassen aufgebracht werden kann oder nicht.
Im Frühjahr müssen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit stimmen. Wenn die Rumpf­oberfläche konstant fünf Grad Celsius misst, kann es los gehen. Klettert das Thermometer nur für einen Tag auf acht Grad und fällt in der Nacht wieder auf minus vier, kann sich auf dem Rumpf Kondenswasser bilden und die Haftung des Antifoulings beeinflussen. Ein zuverlässiger Test, um den richtigen Punkt abzupassen, ist es, eine dünne Plastikfolie auf den Rumpf zu kleben. Beschlägt die Folie von innen, ist der Rumpf noch zu kalt und der Zeitpunkt zu früh.

Muss die Oberfläche vor dem Auftragen noch extra behandelt oder zwischengeschliffen werden?
Der Rumpf muss sauber sein. In der Regel reicht es aus, wenn das Schiff im Herbst nach dem Kranen abgespritzt wurde, um Schleim und Algen abzuwaschen. Ist das Unterwasserschiff stark verschmutzt, mit sauberem Wasser abspülen und gut trocknen lassen, bevor das Antifouling aufgetragen wird. Weichantifouling braucht nicht zwischengeschliffen zu werden, da es sich selbst abnutzt. Bei Hartantifouling empfehle ich, alle zwei bis drei Jahre das Unterwasserschiff anzuschleifen, um einen zu starken Schichtaufbau und ein Ablösen der alten Schichten zu vermeiden. Gerade bei Antifouling immer Nassschleifen, um den giftigen Staub zu binden.

Womit sollte das Antifouling aufgetragen werden?
Der Pinsel eignet sich nur für schwierige Stellen, wie Ecken oder Feinarbeiten. Um wirklich Fläche streichen zu können, kommt nur die Rolle infrage. Hier gibt es zwei verschiedene Arten: die Mohair-Rolle und die aus Schaumstoff. Mit der Schaumstoffrolle kann eine glattere Oberfläche erreicht werden, aber die Schichtstärke ist dünner, sodass im Endeffekt mehr Schichten aufgetragen werden müssen. Antifouling sollte auch nicht mit Verdünnung gestreckt werden, da die Schichtstärke so unnötig reduziert wird, was den Bewuchsschutz im Endeffekt reduziert.

Kann ein altes, nicht bekanntes Antifouling einfach übergestrichen werden?
Nein, so einfach ist es leider nicht. Zwar kann es durchaus halten, aber vielleicht auch nicht. Wir empfehlen, eine Schicht Primocon als Sperrgrund aufzutragen und darauf das neue Antifouling zu pinseln. Allerdings muss der Untergrund in Ordnung sein. Hat das alte Antifouling einen Riss oder blättert ab, kann auch Primocon nichts mehr retten und alles muss runter und neu aufgebaut werden. Das nimmt in der Regel einige Tage in Anspruch und das Wetter muss in der Zeit auch stimmen. Am besten gleich einen wirksamen Osmoseschutz mitaufbauen.

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