Beneteau

Frankreichs Yachten

Wenn man der weltgrößte Hersteller von Segelyachten ist, dann ist alles ein paar Nummern größer. Zum Beispiel die Standorte. In Le Poiré-sur-Vie fährt das Personal mit dem Fahrrad über das Werftgelände. Aber auch die Anzahl der Standorte: unübersichtlich. Es sind 19 auf der ganzen Welt, davon 15 in Frankreich. Der Ausstoß dieser Standorte: mehr als 9.000 Boote pro Jahr, Segel- und Motoryachten zusammengerechnet.

Auf dem Werftgelände von Beneteau bewegen sich die Mitarbeiter mit dem Fahrrad von Halle zu Halle (Bild: Beneteau)

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Die Groupe Beneteau

2016/17 warf die Bootssparte 85 Prozent des Erlöses der gesamten Groupe Beneteau ab, das sind mehr als eine Milliarde Euro. Die Segelboote sind daran zu 44 Prozent beteiligt. Mit diesen Zahlen behauptet sich Beneteau seit den 1980er-Jahren als Marktführer an der Spitze der größten Serienbootswerften der Welt.

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Fischerboote von Beneteau

Alles begann 1884, als Benjamin Beneteau sich entschloss, Fischerboote zu bauen, statt zur See zu fahren.
Die Boote, Segler um die zehn Meter, waren reine Arbeitsboote, aber es kam auch auf Geschwindigkeit an. Wer zuerst die Fangplätze erreichte und mit seinem Fang zurückkehrte, erzielte bei den Auktionen die besten Preise, wenn sich die Einkäufer der Fischfabriken überboten.

1909 provozierte Benjamin Beneteau mit einer bis dahin unerhörten Innovation: Er baute das erste motorbetriebene Fischerboot in der Gegend. 40 PS trieben das 13 Meter lange Boot an. Kunden fand Beneteau damit zunächst nicht. Im Gegenteil: Die Frauen der Fischer, die oft selbst in den Fischfabriken arbeiteten, fürchteten, der Lärm würde die Fische vertreiben und bewarfen das neue Boot mit Steinen. Berittene Polizei aus den Nachbarstädten Les Sables-d’Olonne und La Roche-sur-Yon schritt ein.

Doch Benjamin Beneteau ließ sich nicht beirren. Nachdem er sein erstes motorisiertes Fischerboot Vainqueur des Jaloux, den Bezwinger der Neidischen, getauft hatte, nannte er Baunummer 2 Nul s’y frotte, was man sinngemäß mit ‚Mir kann keiner‘ übersetzen könnte. Langsam aber sicher setzte sich die Erkenntnis durch, dass ein Motor bei Sturm und Flaute sicher in den Hafen helfen kann. Und so hieß Baunummer 3 des Bootes dann La paix, der Frieden.

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Umstieg auf GFK

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten der langsame Niedergang der Fischerei und die Tendenz zu immer größeren Booten die kleine Werft vor große Herausforderungen. Ende der 1950er-Jahre probierten die ersten französischen Bootsbauer den neuen Werkstoff GFK aus, den sie in den USA kennengelernt hatten. André Beneteau, der die Werft 1928 in zweiter Generation übernommen hatte, kam 1962 auf die Idee, den Fischern kleine Boote aus GFK anzubieten.

Ohne es zu wissen, erfand die Werft mit dieser Innovation den Markt der Sportboote in Europa mit. Denn die segelbaren kleinen Boote waren nicht nur als Beiboote für Berufsfischer interessant, sondern auch für die wachsende Zahl von Menschen, die in ihrer Freizeit Hobbys wie Angeln und Segeln nachgehen wollten.

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Die dritte Beneteau Generation setzt auf Segelboote

Annette Roux und André Beneteau, die dritte Generation der Familie, zogen sich ganz aus dem schrumpfenden Markt der Fischerboote zurück und setzten voll auf die neuen Sportboote.
Die erste echte Yacht aus dem Hause Beneteau war 1973/74 die Evasion 32, eine ketschgetakelte Decksalon-Yacht. Die Werft hoffte, damit das wachsende Bedürfnis nach Lebensraum am Bord zu erfüllen.

Beneteau hat angekündigt noch mehr Mitarbeiter einzustellen (Bild: Jan Maas)

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Schnelles Segeln mit der First 30

Parallel wuchs aber auch das Bedürfnis nach schnellen, leichten Yachten. Auf diesem Feld hatte die ehemalige Fischerbootwerft Mitte der 1970er so gut wie gar keine Erfahrung, und sie zählte auch keine entsprechenden Konstrukteure in ihren Reihen. So kam man auf die Idee, die Form der Siegeryacht des Halbtonnercups von 1973, L’Impensable, die Undenkbare, zu kaufen und sie von ihrem Designer André Mauric serientauglich anpassen zu lassen. Das Ergebnis nannte die Werft First 30.
Mit dieser First 30 traf Beneteau 1976 erneut genau die Stimmung. Ihr Erfolg machte wiederum neue Produktionsstätten erforderlich, für deren Entwurf die Werft eine eigene Abteilung gründete. Mit der Beneteau First 30 wurde 1979 bis 1981 die jährliche Tour de France à la Voile ausgetragen. Diese Regattaserie an den Küsten Frankreichs trug immens zur Beliebtheit des Segelsports in Frankreich wie auch zu Verbreitung der Beneteau First 30 bei, die zur nationalen Einheitsklasse und außerdem zum Exportschlager wurde.

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Die Beneteau Oceanis Yacht entsteht

In den 1980er-Jahren expandierte Beneteau immer weiter. Es schien keine Grenzen zu geben. 1984 ging die Firma an die Börse. 1985 eröffnete Beneteau eine eigene Werft in den USA. Doch dann folgte ein jäher Absturz. Fehlerhafte Harze führten zu über 1.000 Osmosefällen, welche die Werft reparierte musste. Beneteau prozessierte jahrelang um seinen guten Ruf, doch der Makel der Osmosewerft war erstmal in der Welt.
Es waren im wesentlichen zwei Modelle, dank derer es mit der Werft ab Ende der 1980er wieder aufwärts ging. Mit der ersten Oceanis 350 begann Bénéteau eine auf Fahrtensegler zugeschnittene Modellreihe und griff auf Erfahrungen insbesondere mit der Idylle 13.50 zurück, die in den 1970ern für den Chartermarkt entwickelt worden war. Mit der First 35 S5 erfand die Werft die angeschlagene First-Reihe neu. Der Entwurf des Designers Philippe Starck (SY A) polarisierte und sorgte für Gesprächsstoff.

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Einheitsklasse Figaro

1989 gewann die Werft zudem den Wettbewerb um die Einheitsklasse, mit der die Figaro-Einhand-Regattaserie ausgetragen werden sollte, was für weiteres Prestige sorgte. Mitte der 1990er war Beneteau zurück auf Expansionskurs. Schon 1992 übernahm man die Superyachtschmiede CNB in Bordeaux. 1995 folgten der Konkurrent Jeanneau, 1997 dann Wauquiez. 2003/04 wurde aus der Werft Beneteau die Groupe Beneteau, mit der Familie als Mehrheitseigentümerin.

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So entstehen die Yachten heute

Bei einigen Produktionsschritten setzt Beneteau Robotor ein (Bild: Beneteau)

Derzeit arbeiten drei Teams gleichzeitig an Rumpf, Innenschale und Deck, um die Boote im Takt des Fließbands fertigzustellen. Wo möglich, setzt die Werft bereits Injektionsverfahren ein, deren Anteil noch gesteigert werden soll. Zum Bohren und Trimmen kommen auch Roboter zum Einsatz.

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