Bootsschuhe

Halt bei jedem Wetter. Ein guter Bootsschuh muss auch auf einem rutschigen, nassen Deck noch greifen. Längst gibt es nicht nur die klassischen Lederslipper, sondern auch Sportschuhe, die speziell auf das Segeln zugeschnitten sind.

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Die erste Assoziation, die sich bei Bootschuhen vor das innere Auge legt, sind die klassischen Slipper aus Leder. Doch was im Hafen und gemütlichem Segeln sehr bequem anmutet, birgt Nachteile, wenn eine sportlichere Gangart eingelegt wird. Zu schnell rutscht der Fuß aus dem Schuh, das Leder saugt sich mit überbordenem Wasser voll und sieht am Ende des Tages alles andere als elegant aus. Gerade wenn auf dem Vorschiff oder anderen Deckflächen gekniet wird und das Leder sich an strukturierten GFK-Flächen oder dem rauen Teakdeck langsam, aber stetig aufribbelt.

Verstärkte Kappen

Um dem Fuß sowohl im Schuh als auch an Deck besseren Halt zu geben, bieten zahlreiche Bekleidungshersteller extra Schuhe für den so genannten Performancebereich an. Sie sitzen eng am Fuß, bieten eine hohe Seitenstabilität und sollen besseren Halt an Deck geben – gerade bei Nässe und Krängung. Oft sind die Schuhkappen noch extra verstärkt, um den Fuß vor Stößen zu schützen und das Material an der stark beanspruchten Schuhspitze zu unterstützen.

Sneaker an Deck

Das Design wandelte sich vom sportlichen, aber noch immer klassischen Segelschuh hin zu einer Form, die auch auf der Straße kaum auffallen würde. Sportfirmen wie adidas, die auch im Segelsport Fuß fassen möchten, haben beispielsweise einen Segelschuh auf den Markt gebracht, der mehr an einen trendigen Sneaker erinnert.

Sohlenprofile

Gehen beinahe alle Hersteller bei dem Obermaterial den gleichen oder einen ähnlichen Weg mit leichtem Mesh oder Leder, weisen beinahe alle  Schuhe auf dem Markt eine komplett andere Sohlenprofilierung auf.
Bei einigen versteckt sich die bewährte Messerschnittsohle. Die feinen Schnittkanten sind kaum zu sehen und öffnen sich erst während des Gehens, wenn die Sohle gebeugt beziehungsweise gedehnt wird. So wird verhindert, dass sich ein Wasserfilm unter dem Profil bildet.
Andere hingegen setzen auf ein Noppenprofil, das sich mit Unterdruck quasi am Deck festsaugen und Wasser über Drainagekanäle nach außen leiten soll.
Das interessanteste Konzept bietet der italienische Hersteller Lizard: Die Sohle ist in einem ‚Fischgräten‘-Muster gestaltet. Allerdings ist das Profil so sehr grob ausgebildet. Der Vorteil: Beim Landgang kann sich kein Steinchen in der Sohle festsetzen, das später das Deck zerkratzen könnte.

Praxistest

In einem Praxistest auf einer schiefen Ebene stellte sich schnell heraus, dass Bootsschuhe egal welcher Marke bei trockenem Untergrund beinahe an der Oberfläche kleben. Ganz gleich, ob es sich um Teak, glattes oder strukturiertes GFK handelt. Erstaunlicherweise bereitete ein TBS-Belag beinahe allen Schuhen leichte Probleme. Die Tendenz, wegzurutschen, war bei trockenem TBS am größten.

Sobald aber auch nur ein leichter Wasserfilm auf einer der vier Oberflächen lag, gerieten die Bootsschuhe ins Rutschen. Aber auch hier überraschte wieder der TBS-Belag. Im Schnitt bot TBS den Schuhen unter den nassen Untergründen den besten Halt. So lange aber kein Sprint zum Vorschiff oder schnelle Ausgleichsschritte unternommen werden, bieten alle Bootsschuhe ausreichend Halt auf nassen Flächen. Um das Risiko weiter zu minimieren, am besten zuerst mit dem Ballen auftreten und nicht über die Ferse abrollen. Wird mit dem Ballen zuerst aufgetreten, ist der Anpressdruck auf kleiner Fläche wesentlich höher, sodass das jeweilige Sohlenprofil besser greifen kann und der Schuh besseren Halt bietet.