Bebauungsplan träfe das Herz der TW

Geschäftsführung der TW gGmbH bezieht Stellung zu den Plänen der Umgestaltung auf der Tornadowiese

Die Travemünder Woche stand in den vergangenen Jahren bereits unter dem Einfluss diverser Baumaßnahmen – sowohl auf dem Priwall als auch auf Travemünder Seite. Doch die Pläne zur Umgestaltung des Seebades gehen weiter. Nach den Hotelneubauten steht auch die Umgestaltung der Travepromenade auf dem Plan. Diese soll nach den Planungen der Stadt im Anschluss an die Travemünder Woche 2018 angegangen und rechtzeitig vor der Segel- und Festivalwoche in 2019 abgeschlossen sein. In Planung ist aber auch, die Tornadowiese umzugestalten und dort einen Gastronomiebetrieb anzusiedeln. Gerade die Tornadowiese wird aber intensiv von der TW genutzt. Dort liegen immer wieder verschiedene Klasse und rundherum gruppieren sich Schaustellerbetriebe. Die geplante Bebauung der Tornadowiese und die damit einhergehenden Veränderungen der Trelleborgallee sowie der Parkniere hinter dem Restaurant „Marina“ würden sich unmittelbar auf die Gestaltung der Regatten zur Travemünder Woche sowie die maritime Atmosphäre beim größten Volksfest der Hansestadt Lübeck auswirken. Die Organisatoren der Travemünder Woche („TW“) legen eine Faktensammlung aus Sicht der TW vor, wie die aktuell vorgelegten Pläne die Travemünder Woche beeinflussen würden und welche alternativen Gedanken es gibt.

1. Bedeutung der Tornadowiese für die TW
– die Tornadowiese hat eine Fläche von rd. 5.325 m² und liegt zwischen Travepromenade und Trelleborgallee bzw. zwischen den Restaurants „Backskiste“ und „Marina“.
– die Tornadowiese ist traditionell der zentrale Bootslagerplatz der Travemünder Woche zwischen Trave und Festmeile, die ihren Anfang an der Einmündung der Trelleborgallee nimmt. Sie repräsentiert wie keine andere Funktionsfläche mitten im Ort den Sportcharakter der Travemünder Woche, indem das Treiben und die Aktivitäten der teilnehmenden Segler mit ihren Booten unmittelbar vor dem Besucherpublikum sichtbar ist. Sie gehört damit auch zu den atmosphärischen Zentren der Travemünder Woche!
– der Name „Tornadowiese“ stammt von den in früheren Jahren dort stets untergebrachten Katamaranjollen der Tornadoklasse. Seitdem lagern dort meist wechselnde Bootsklassen mit je nach Bootsgröße und Teilnehmerfeldern bis zu 100 Booten.
– Neben den Teilnehmerbooten werden zum Teil Bootstrailer abgestellt sowie Zelte für Boots- und Segelvermessungen und Klassenveranstaltungen auf der Wiese errichtet.
– am Rand der Tornadowiese verläuft die Festmeile der Travemünder Woche mit unterschiedlichen Schaustellerbetrieben.
– die Teilnehmerboote werden über drei temporär zur Travemünder Woche verlegte Bootsrampen direkt von der Tornadowiese an der Travepromenade ins Wasser bzw. aus dem Wasser gebracht. Die Tornadowiese ist deshalb während der Travemünder Woche zwischen dem westlichen Promenadenvorplatz und dem Restaurant Marina für den Publikumsverkehr gesperrt.
– für die Teilnehmer der auf der Tornadowiese untergebrachten Boote stehen Zelt- und Wohnmobilstellplätze auf dem nahen Leuchtenfeld und im Zippelpark zur Verfügung.

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Auf der Tornadowiese liegen die Jollen mitten im Geschehen zur Travemünder Woche. Foto: segel-bilder.de

2. Auswirkungen der Bebauung der Tornadowiese auf die TW
– in den Plänen zur Neugestaltung der Travepromenade und des Kurgebietes ist auch die partielle Bebauung der Tornadowiese mit Gastronomie vorgesehen. Gemäß den uns derzeit bekannten Plänen würde ein Flächenanteil von mind. 1.500 m², etwa 1/3 der Gesamtfläche der Tornadowiese, bebaut werden.
– Über die bebaute Fläche hinaus gehen wir davon aus, dass die geplante große Außenterrasse eine für die TW nicht nutzbare Abstandsfläche mit sich bringt.
– im Zusammenhang mit der Ansiedlung eines Gastronomiebetriebes würde die Nebenstraße mit der Parkniere hinter dem Restaurant Marina entfallen.
– Für die TW steht mit der Gastronomieansiedlung die Aufrechterhaltung der Sperrung der Promenade vor der Tornadowiese in Frage, da nicht damit zu rechnen ist, dass der Gastronomiebetrieb einer Unterbrechung des Besucherstromes auf der Promenade vor seinem Gebäude zustimmt. Das beinhaltet ein hohes Konfliktpotenzial!
– Verkleinerung der für TW-Teilnehmer (Boote/Trailer/Zelte) vorgesehenen Fläche um mindestens 1.500 m², Ausweichen auf andere TW- Flächen, Verringerung der für die TW nutzbaren Flächen insgesamt.
– Offene Frage des Publikumsverkehres vor der Tornadowiese, ggfs. erhöhtes Sicherheitsrisiko durch Vermischung Boots-/Trailerbewegungen und Publikumsverkehr auf der Travepromenade.
– Reduzierung der an Standbetreiber vermarktbaren Flächen an der Travepromenade und an der Trelleborgallee.
– Ausfall von Standgebühren in Höhe von rd. € 35.000 rund um die Tornadowiese sowie in Höhe von € 60.000 im Bereich Trelleborgallee durch den Entfall der Parkniere und der nicht mehr möglichen Straßensperrung während der TW (Die Trelleborgallee soll gemäß den Planungen zukünftig einzige Zufahrt und damit Rettungsweg Richtung Lotsenstation sein!).

3. Fazit / Vorschläge aus Sicht der TW
– die TW möchte die auch für sie wichtige touristische Weiterentwicklung des Ortes nicht blockieren, wird aber vor dem Hintergrund der bestehenden Planungen zur Neugestaltung des Kurgebietes und der damit verbundenen absehbaren Verringerung der TW-Funktionsflächen ihre Interessen vertreten und sich kritisch mit den Planungen auseinandersetzen.
– die Verringerung der für die TW verfügbaren Fläche auf der Tornadowiese steht den Bemühungen der TW entgegen, immer auch deutlich zu machen, dass die TW im Kern eine Sportveranstaltung und nicht nur eine Festivalmeile ist. Die Tornadowiese steht mit ihrer Nähe zum Ort und zum Besucherstrom wie keine andere Fläche für den Segelsportcharakter der TW!
– Sollte die Stadt Lübeck an der Ansiedlung eines Gastronomiebetriebes auf der Tornadowiese festhalten, schlägt die TW vor, das dafür vorgesehene Grundstück kleiner anzulegen, insbesondere durch die Verkleinerung der geplanten Außenterrasse. Aus unserer Sicht sollte der Terrassenbereich lediglich vor der Gastronomie zur Promenade/zur Trave hin statt Richtung Westen/Vorderreihe errichtet werden. Damit würde der Flächenverlust für die TW geringer ausfallen.
– Ferner schlägt die TW vor, die Zuwegung zwischen dem neuen Gastronomiebetrieb und dem Restaurant Marina von der Trelleborgallee aus Richtung Travepromenade auch nach Wegfall der Nebenstraße/der Parkniere hinter dem Restaurant Marina beizubehalten und die Fläche der ehemaligen Parkniere der TW als Funktions-/Vermarktungsfläche zur Verfügung zu stellen.

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