Auf verkürztem Kurs über die Seebahn

Zum ersten Tag der Travemünder Woche wurden die Frühstarter zu Spätstartern. Die Seesegler und die Wettfahrtleitung um Uwe Wenzel waren am frühen Samstagmorgen zwar bestens vorbereitet, aber der Wind brauchte noch etwas, um auf Touren zu kommen.

So hing zum geplanten Auftakt der Travemünder Woche zunächst der AP-Wimpel als Zeichen der Startverschiebung am Fahnenmast. Gegen Mittag hatte sich aber eine leichte Brise mit neun Knoten in Böen aufgebaut, und die Flotte konnte auf den Kurs geschickt werden. Der gestaltete sich aber mit 15 statt der geplanten 30 Seemeilen als sehr kurz. Die Verkürzung war also eine kluge Entscheidung von Uwe Wenzel, denn als mit der „Akka“ von Steuerfrau Anke Scheuermann die erste Yacht im Ziel war, da ließ der Wind auch schon wieder etwas nach. Bis alle Crew im Ziel waren, dauerte es noch einige Zeit. Die Ergebnisse nach berechneter Zeit wurden bis in die Abendstunden ausgerechnet.

Die Flotte der Seesegler ist in diesem Jahr nicht nur zahlenmäßig stark, sondern auch gespickt mit starken Seglern, die sonst bei nationalen und internationalen Meisterschaften für Top-Platzierungen gut sind. Und die zeigten durchaus ihre Ambitionen, bei der Travemünder Woche eine gute Visitenkarte abzugeben. Mitunter gingen die Crews dabei auch zu ungestüm ans Werk. So hatte Wenzel Mühe, die Klasse der ORC I+II-Yachten zu bändigen und musste nach mehreren Frühstarts die schwarze Flagge für ein verschärftes Startverfahren ziehen. Die Drohgebärde hatte Erfolg. Im Anschluss konnte auch diese Gruppe auf die Bahn geschickt werden.

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Schnell unterwegs war die „Akka“, die nach rund drei Stunden die Bahn abgesegelt hatte. „Es waren für uns zwar nicht ganz optimale Bedingungen. Aber bei leichten bis mittleren Winden sind wir schon sehr schnell. Dass wir allerdings als Erste im Ziel sein würden, haben wir nicht erwartet. Mal sehen, was berechnet dabei rauskommt“, sagte Steuerfrau Anke Scheuermann nach der Rückkehr in den Hafen. Die weiblich dominierte Mannschaft gehört zu den engagierten Teams in Deutschland, hatte aber auf die gerade zu Ende gegangene Weltmeisterschaft in den Niederlanden verzichtet und ist stattdessen vor Travemünde am Start. „Im Winter haben wir die Mannschaft auf sechs Positionen verändern müssen, haben also zwei Drittel der Mannschaft getauscht. Da war ich mir nicht sicher, ob wir in der richtigen WM-Form sein würden“, so Scheuermann.

Jetzt zeigt sich, dass sie es gewesen wären. Aber Reue ob der Entscheidung gibt es bei der Steuerfrau nicht: „Marstrand im Mai und jetzt die Travemünder Woche sind für uns tolle Ersatzevents für die WM. Es ist einfach schön, neue nette Menschen kennenzulernen. Sonst sind wir ja nicht zur Travemünder Woche gekommen. Aber wir stellen fest, es macht uns großen Spaß und hier wird stark gesegelt.“ Zudem ist die Regatta ein gutes Training für den weiteren Saisonverlauf. Denn zur Deutschen Meisterschaft im September will die „Akka“-Crew gern auf das Podium segeln.

tatsächlich reichte es am Ende des Tages nicht ganz zu Platz eins der “Akka”. Den nahm der Scheuermann-Crew nach berechneter Zeit in der ORC-Wertung Jan Peters (Heiligenhafen) mit der “Adamas” ab. Bei den Yardstick-Schiffen steht nach dem ersten von zwei Mittelstrecke-Rennen Lutz Pouplier (Geesthacht) mit der “Tsunami” ganz vorn. Am Sonntag um 10 Uhr ist das zweite Rennen geplant.

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