Experiment geglückt: Startspektakel in der Trave

Es war eng, und es lag eine leicht gespannte Stimmung in der Luft: Zehn Yachten tummelten sich am Donnerstagabend in der Trave, kreuzten von links nach rechts, forderten Vorfahrt und wichen sich aus.

Das Szenario zum Start der Seesegel-Langstrecke hätte spannender kaum sein können. Erstmals wurde ein offizielles Rennen der Yachten zur Travemünder Woche in der Trave angeschossen. Seebahn-Chef Uwe Wenzel hatte lange darüber gegrübelt, ob und wie er das Experiment wagen sollte. Die Windrichtung spielte ihm nicht in die Karten, denn die Brise stand genau in die Trave hinein, forderte viele Kreuzschläge von den Crews, um auf die offene See hinaus zu kommen. Trotzdem wurde der Start für 17.05 Uhr angesetzt und durchgezogen.

Sechs Yachten nach ORC- und vier nach Yardstick-Wertung hatten gemeldet und suchten nach der optimalen Platzierung an der Startlinie. Die kleine „Camelot“ von Dennis Sturm war zum Hornsignal perfekt an der Linie, hatte allerdings kaum Speed im Boot und wurde von der deutlich größeren „Jacaranda“ von Hinrich Klatt schnell überlaufen. Björn Carstensen kam zwar spät, aber dicht vor der Travepromenade an die Linie, konnte mit viel Höhe einen langen Schlag die Trave hinauf setzen. Das sparte Wenden und damit Geschwindigkeitsverlust.

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Das größte Schiff im Feld, die „Xenie“, schloss die Startlinie ab und musste sich durch die Flotte nach vorn arbeiten. An der Spitze brachte sich zudem die Priwallfähre in das Geschehen ein und sorgte mit ihrer Passage von Travemünde auf die Halbinsel für ein zusätzliches Hindernis. Die „Na und“ schlüpfte noch durch die Lücke hindurch und führte das Feld schließlich auf den Kurs nach Fehmarn.

Rund 100 Seemeilen hat Wettfahrtleiter Uwe Wenzel für das Rennen abgesteckt. Zunächst geht es auf den langen Schlag nach Fehmarn, dann durch den Sund und im Uhrzeigersinn um die Insel herum. In der Lübecker Bucht gibt es noch einen langen Up-and-Down-Kurs, bevor die Mannschaften wieder zurück nach Travemünde dürfen. Gegen Freitagmittag erwartet Wenzel die Crews zurück an der Passat.

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