Familien-Zusammenführung auf dem Mövenstein

Die Travemünder Woche ist für einige Segler nicht nur eine spannende Regattawoche, sondern auch ein Familientreffen. Genauso geht es dem Tochter-Vater-Gespann Juliane und Uwe Barthel vom Segel-Club Dümmer. Die in Marburg lebende Juliane Barthel startet in der Bootsklasse RS Aero, ihr Vater aus Osnabrück bei den Finns.

Zum Segelsport ist Juliane Barthel durch ihre Großeltern und Eltern gekommen. Von Kindesbeinen an ist sie aktive Seglerin. Im Alter von sechs Jahren bekam sie ihren eigenen Opti und startete schon kurz darauf bei ersten Regatten. Später wechselte sie in die Europe-Klasse. Nach einer Segelpause während des Studiums entdeckte sie eher zufällig die noch recht junge Bootsklasse RS Aero. „Es ist eine Klasse, in der das Segeln viel Spaß macht und die kontinuierlich wächst. Für die Weltmeisterschaft in Weymouth in Großbritannien im August sind bereits rund 200 Boote gemeldet“, freut sich die promovierte Medizinerin.

Im Rahmen der Travemünder Woche sind die RS-Klassen mit der Deutschen RS Challenge zu Gast, bei der in der Bootsklasse RS Aero die inoffizielle Deutsche Meisterschaft ausgesegelt werden. Juliane Barthel liegt nach drei Tagen vor Travemünde auf Platz zwei. Ihr Motto für die Veranstaltung: „Mit der momentanen Platzierung bin ich zufrieden. Mal sehen, ob noch Luft nach vorne ist.“ Für die Rennen hofft sie auf mittlere Windverhältnisse, wie am ersten Sonntag der Travemünder Woche. Als Saisonhighlight steht für die Seglerin, die in Marburg lebt und als Ärztin arbeitet, die Weltmeisterschaft in Südwestengland an. Dort geht es für sie darum, ihren Titel als Vizeweltmeisterin zu verteidigen.

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In Travemünde campt Juliane Barthel mit ihrem Vater Uwe im Wohnmobil am Mövenstein. Sie freut sich, dass sie so ein paar Tage gemeinsam verbringen: „Da ich nicht mehr in Osnabrück wohne, nutzen wir die Zeit in Travemünde für ein kleines Familientreffen. Sonst sind wir eigentlich nie bei denselben Segelveranstaltungen.“ Ob das Segeln im Finn für sie interessant wäre? Die Antwort ist ein klares Nein: „Probiert habe ich es natürlich mal, aber das ist gar nicht meine Bootsklasse.“

Uwe Barthel war als Regattasegler schon in etlichen Bootsklassen zuhause. Pirat, 470er und Dickschiff zählen dazu. „Letztendlich bin ich auf der Suche nach einem Einhandboot in der Finn-Klasse hängengeblieben und fühle mich dort sehr wohl. Die Klasse hat viele Vorteile, zum Beispiel, dass auch ältere Boote durchaus noch national konkurrenzfähig sind. Schön ist auch die große Altersspanne der Aktiven. Im Finn segeln Unter-18-Jährige ebenso wie Über-80-Jährige“, erzählt der Vorsitzende der Deutschen Finnseglervereinigung begeistert.

Nach Tag drei von Travemünde liegt der Osnabrücker auf Platz acht in der Rangliste. „Wenn es dabei bleibt, wäre ich sehr zufrieden. Ideal sind für mich Leichtwindbedingungen, weil ich selbst nicht so schwer bin. Die Bahnverteilung war für uns Finn-Segler bislang sehr gut“, sagt der passionierte Segler über seine Ambitionen in Travemünde. Barthel ist gleichermaßen zufrieden mit den Bedingungen auf dem Wasser und an Land. Besonders lobt er die Unterbringung bei der Travemünder Woche am Mövenstein, weit genug entfernt vom Rummel auf der Festmeile und zugleich nah genug am Geschehen.

Nächstes großes Ziel für Uwe Barthel: die Internationale Deutsche Meisterschaft in Friedrichshafen am Bodensee im August. Bei der Weltmeisterschaft im dänischen Aarhus ist er selbst nicht am Start, hofft aber, dass die deutschen Finn-Segler dort Gas geben und gute Ergebnisse erzielen. Bevor es für Juliane Barthel zur WM nach England geht und für ihn zur IDM an den Bodensee, genießt er die gemeinsame Regattazeit mit seiner Tochter in Travemünde.

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