Lina Rixgens tauft Mini 6.50 zur TW

Ein großer Blumenkranz schmückte den Bug der Wevo 6.5 der deutschen Offshore-Seglerin Lina Rixgens. Der Grund: Sie taufte im Rahmen der 130. Travemünder Woche ihr neues Boot und wird es direkt ab Donnerstag bei der IDM Offshore Double Handed testen. Die Seglerin überquerte 2017 als erste deutsche Frau die Ziellinie der Hochsee-Regatta Mini Transat. In Anlehnung an den America's Cup-Film „Wind" heißt Rixgens neuer Mini „Whomper".

Die Mini Transat gilt als die härteste Einhand-Regatta in der Klasse und wird alle zwei Jahre als internationaler Höhepunkt im Regattakalender der Klasse Mini 6.50 ausgetragen. Die Bootsklasse Mini 6.50 ist eine spezielle hochseetaugliche Konstruktion für die Transatlantik-Regatta, sechseinhalb Meter lang und drei Meter breit sowie mit maximal 120 Quadratmetern Segelfläche ausgestattet. Die meisten Fans hat die Klasse in Frankreich, aber auch in Großbritannien und Italien und einigen anderen Ländern etabliert sie sich.

„Die Minis haben eine Supergröße, mit der alles möglich ist, und sie ist gut allein zu handhaben. Das ist Offshore-Segeln mit Jollenfeeling“, sagt Lina Rixgens. Der Empfang auf Martinique nach 18 Tagen alleine auf See sei 2017 überwältigend gewesen. „Größtenteils war das Alleinsein toll, auch wenn ich das ein oder andere Problem ohne Hilfe lösen musste“, erinnert sich Rixgens, die seit 2012 in Belgien Medizin studiert. Auf ihre erste Teilnahme an der Mini Transat hatte sich die gebürtige Bergisch-Gladbacherin zwei Jahre intensiv mit Regatten vorbereitet. Weitere Themen in der Vorbereitung waren mögliche Reparaturen, die Ernährung, der Schlafrhythmus unterwegs sowie der Umgang mit dem Alleinsein auf dem Atlantik.

„Ich bin super froh, dass das Boot endlich im Wasser ist, der Mast steht und ich es heute taufen kann“, sagte Rixgens in Travemünde. Die letzten sechs Wochen vor der Taufe seien sehr arbeitsintensiv gewesen, bis alles passte. Gebaut wurde das Serienschiff in der italienischen Werft Cima Boats.

Für die Mini Transat 2021 hat sich Lina Rixgens gleich mehrere Ziele gesetzt. „Ich will diesmal nicht nur einfach über den Atlantik segeln, sondern die Distanz besonders schnell bewältigen. Außerdem stelle ich mich noch einer zweiten Challenge. Ich möchte bis zum Start 982 Menschen dazu bringen, sich bei der DKMS als Spender registrieren zu lassen“, erklärte die Medizinstudentin. 982 ist die Bugnummer ihrer neuen Wevo 6.5 „Whomper“. Die gemeinnützige Organisation DKMS, ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei, hat als einer der Sponsoren das neue Boot mit ermöglicht. Die Taufe des Minis nahm Karsten Meier von der DKMS gemeinsam mit Lina Rixgens vor. „Ich wünsche Dir ganz viel Spaß mit dem neuen Boot. Möge es ein treuer Weggefährte sein und Dich alle Deine gesteckten Ziele erreichen lassen“, sagte Meier.

Rixgens ist bei der Travemünder Woche gemeinsam mit Sverre Reinke ab Donnerstag bei der der IDM Offshore Double Handed am Start. Sie freut sich sehr auf die erste Fahrt mit dem neuen Boot. Ihr Ziel für die Regatta in Travemünde: „Natürlich wollen wir den einzigen anderen Mini unter den Startern schlagen. Ansonsten wird das Rennen eher zum Testen des Bootes dienen.“

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