Mit neuem Mast an die Spitze

Leichte und drehende Winde, aber durchaus Bedingungen für einen erfolgreichen ersten Segeltag prägten das Bild auf der Jollenbahn zum Start in die Travemünder Woche. Die olympischen Finn Dinghys und die drei RS-Klassen segelten zwei (Finns) bzw. drei Wettfahrten. Und an den Spitzen der Klassen präsentierten die Athleten zum Teil herausragende Leistungen.

Gesamt-Wettfahrtleiter Andreas Denecke zeigte sich nach diesem ersten Tag sehr entspannt: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben unser volles Programm segeln können – und das auch in einer guten Zeit. Damit hatten die Finns auch noch Gelegenheit für das Trave Race und haben sich vor dem Publikum präsentieren können. Dass es hierbei auch mal etwas chaotisch ist, wissen alle. Die Segler akzeptieren das, denn sie wissen, dass es hier um die Show und die Präsentation vor Publikum geht.“

Zwei Starts, zwei Siege und dazu der Erfolg im Showrennen auf der Trave: Besser hätte es für den Berliner Fabian Lemmel im Finn nicht laufen können. Mit perfekter Punktzahl führt er das Feld vor dem 1996er Olympiateilnehmer im Starboot, Kai Falkenthal (Kiel), an. „Es sind immer schöne Rennen gegen Kai, und heute hatte ich natürlich besonders viel Spaß. Ich habe einen neuen Mast und das Setup des Bootes in den vergangenen Wochen eingestellt. Jetzt passt alles, und ich bin sehr schnell unterwegs. Das erleichtert einiges“, so der 48-Jährige. Sein großes Saisonziel ist die Deutsche Meisterschaft in zwei Wochen auf dem Bodensee, und dafür scheint er gut gerüstet. „Die Bedingungen haben mir gut gelegen, die Winddreher habe ich immer sauber erwischt.“ Dass am Abend auch noch der Sieg beim Trave Race dazu kam, rundete den Tag ab. „Es ist klasse, den Segelsport mal so nah am Publikum präsentieren zu können. Teilweise ist es etwas chaotisch, aber ich komme vom Wannsee, und da ist man das gewohnt. Vorausschauend zu segeln, habe ich gelernt.“ Nach dem ersten Tag ist Lemmel in einer starken Führungsposition vor Kai Falkenthal und dem Polen Marcin Mrowczynski.

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Was Lemmel bei den Finns ist, ist der Schweizer Timo van Roomen bei den RS Aero. Er segelte in allen regulären Rennen auf Platz eins – gefolgt von der besten Frau im Feld, von Juliane Barthel vom Dümmer, und Marcus Walther (Langen). Auf Rang sieben folgt ein exotisches Segelzeichen, aber ein doch heimisch klingender Name. Dirk Gramkow lebt im Oman, stammt aber aus Deutschland. „Wir sind vor ein paar Jahren aus beruflichen Gründen in den Oman gegangen.“ Jetzt nutzt er den Urlaub in der Heimat, um zur Travemünder Woche dabei zu sein. „Heute lief es für mich sehr gut. Platz sieben ist besser als erwartet.“
Einen tschechischen Familienstreit gibt es an der Spitze der RS Feva. Lukas Kosata/Jan Richter führen vor Lucie Kosatova/Eliska Richterova. Bei weiterer starker internationaler Konkurrenz mit den Niederländerinnen Hanna Rijk/Bente Zuidema auf Platz drei müssen sich die besten Deutschen, Friederike und Peer Schrödter (Sinstorf) mit Rang zehn begnügen. Im kleinen Feld der RS 500 haben Felix Krause/Kathrin Hoffmann den Bug vorn.

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