RS-Klassen kommen gern nach Travemünde

Travemünde ist für die RS-Klassen immer wieder ein gutes Pflaster. Vor drei Jahren segelten die RS Feva hier ihre Weltmeisterschaft, vor zwei Jahren kam die große Klassenvereinigung gleich mit diversen internationalen Meisterschaften in den unterschiedlichen RS-Klassen.

2017 musste die aus Großbritannien stammende Jollenschmiede zwar auf die Travemünder Woche verzichten, da mit den Deutschen Jugendmeisterschaften an Land und auf dem Wasser alle Plätze besetzt waren.

Doch in diesem Jahr wollte die Vereinigung um den Klassenboss Marcus Cremer wieder mit dabei sein. Und so lotste Cremer die RS 500, die Feva und die aufstrebenden Aero an die Ostsee. Als Bonbon packte er noch die Ausrichtung der German RS Challenge, die inoffizielle deutsche Meisterschaft in diesen drei Klassen, obendrauf, so dass sogar Titel zur TW vergeben wurden.

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Nach vier Tagen konnte Cremer ein sehr zufriedenes Fazit ziehen. „Selbst die Flaute macht vor modernen Bootsklassen halt“, strahlte der Rheinländer angesichts des vollen Programms, das seine Klassen neben den Finns absolviert hatten. Während viele andere Bahnen unter dem Sommerhoch litten, konnte die Bahn Hotel fast immer in einer leichten Sommerbrise segeln. „Es war schwierig, aber insgesamt doch segelbar. Mit dem Geschehen auf dem Wasser sind wir sehr glücklich“, sagte Cremer, der Teilnehmer aus sechs Nationen begrüßen durfte. „Wir fühlen uns immer wohl in Travemünde, da man auch gern moderne Klassen in das Programm aufnimmt.“

Nur ein kleines Feld war bei den RS 500 am Start. Hier waren die Rostocker Friederike Hauschulz/Maximilian Koschay eine Klasse für sich, segelten in den zwölf Wettfahrten sieben Siege und vier zweite Plätze ein und holten damit überlegen den Sieg.

In den beiden anderen Klassen erwiesen sich die Deutschen dagegen als zurückhaltende Gastgeber. Ein tschechisches Trio räumte bei den RS Feva sämtliche Medaillen ab. Lukas Kosata/Jan Richter ließen am letzten Tag nichts mehr anbrennen und sicherten sich mit zwei weiteren Siegen den Gesamterfolg vor ihren jeweiligen Schwestern Lucie Kosatova/Eliska Richterova. Dahinter reihten sich Frantisek Vitak/Vojtech Cibulka ein. Die siegreichen Geschwister strahlten nach dem Doppelerfolg über alle Gesichter und gehen nun gestärkt in die nächste große Aufgabe, die Europameisterschaft in Südengland im August. „Wir fahren jetzt kurz nach Tschechien, waschen unsere Sachen und machen uns dann wieder auf den Weg zur EM“, berichtete Trainer und Vater Jan Richter von einem intensiven Auto- und Segelsommer seiner Schützlinge. Beste Deutsche auf Platz fünf waren die Kieler Titus Vollenbröker/Tjalve Böttger. Auf dem neunten Platz landeten die Augsburger Helena Krauthauf/Julia Trimolt. Sie werden durch einen prominenten Trainer gecoacht. Andi Lachenschmid hat in Augsburg die Betreuung der Feva übernommen. „Eine coole Bootsklasse und eine gute Hinführung in die Skiffklassen. Nicht alle Kinder sind eben für den Optimisten geeignet“, so der Weltmeister der Musto Skiffs von 2016.

Im RS Aero konnte der junge Schweizer Timo van Roomen den Angriff von Julian Barthel vom Dümmer mit einem souveränen Schlusstag abwehren. Zwei Siege zum Abschluss bescherten ihm die große TW-Trophäe. Roomen stammt aus dem O’pen Bic, ist eigentlich gerade in den Laser gewechselt und hat zur TW auf Einladung einen Ausflug in den RS Aero gemacht. „Ich habe nicht erwartet, hier zu gewinnen“, freute sich der 15-Jährige vom Lago Maggiore, der jetzt aber wieder auf den Laser wechseln wird. Hinter Juliane Barthel vervollständigte Marcus Walther (Langen) das Podium der RS Aero.

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