Travemünder Woche

Seebahn kürte Mittelstrecken-Sieger auf verkürzten Kursen

Drei Regatta-Tage sind zur Travemünder Woche absolviert, und Segler und Wettfahrtleitungen dürfen sich über ein fast optimales Programm freuen. Die Segel-Bundesliga schaffte zu ihrem Abschluss in der 1. Liga die maximale Anzahl von 48 Rennen, die 2. Liga war mit 45 Wettfahrten dicht dran.

Sogar über dem Soll liegen die Trias, die zu ihrer Halbzeit fünf der geplanten acht Rennen geschafft haben. Hier liegt weiterhin Ben Uerlichs vom Rursee an der Spitze. Ihre Siegerehrung hatten bereits die Athleten der seegehenden Yachten. Sie schlossen ihre Mittelstreckenrennen mit der zweiten Wettfahrt ab.

Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder zeigte sich mit dem Auftakt-Wochenende sehr zufrieden. „Die Seesegler haben auf der Mittelstrecke zwei schöne Wettfahrten gesegelt, auch wenn es in der zweiten einige Diskussionen über die Kursführung gab. Und die Trias haben sogar ein Rennen vorgezogen, so dass sie für alle Fälle gewappnet sind“, so Schweder, der nun dem Auftakt der Gemeinsamen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften entgegenblickt: „Ich bin da sehr optimistisch, denn die Wind- und Wettervorhersagen sind für Montag ganz okay. Ich glaube, das kann ein sehr schöner Auftakt werden.“

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Trias:
Von überraschender Souveränität agiert bisher Ben Uerlichs mit seiner Crew bei den Dreimann-Kielbooten. Mit drei Siegen, einem zweiten Platz sowie einem vierten Rang als Streicher führt das Team vom Rursee das Ranking der zehn Boote deutlich an. „Ich bin selbst überrascht, dass es so gut läuft, denn wir segeln sonst ja eher selten Trias“, so Uerlichs. Für die Travemünder Woche hat sich das Team ein Boot geliehen. „Sonst segele ich Pirat. An der grundsätzlichen Taktik ändert sich natürlich nichts, aber mit der Trias segelt man schon weniger Wenden.“ Allerdings war bisher zur Travemünder Woche das schnelle Reagieren auf die wechselnden Winde, die mit Böen und Drehern über die Lübecker Bucht kamen, nötig: „Aber das sind wir vom Rursee ja gewohnt“, sagte Uerlichs. Vor den drei noch ausstehenden Wettfahrten hat er sich schon ein kleines Punktepolster vor dem Titelverteidiger zur Travemünder Woche, Mathias Strang (Rursee), angelegt.

Seebahn Mittelstrecke:
Die Gewitterwarnung am Morgen und die damit einhergehende Startverschiebung ließ die Mittelstrecke der Seesegler auch am zweiten Tag schrumpfen. Von ursprünglich geplanten 32 Seemeilen verkürzte Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die Strecke auf rund 19 Seemeilen. Auf dem Kurs kämpfte er bei der Kursplanung mit einem Winddreher um rund 60 Grad. Das erhöhte auf dem abgesteckten Törn den Anteil der Kreuzschläge. Für Verwirrung sorgte die Rundungsrichtung der ersten Bahnmarke. Aus dem Trott, zunächst linksherum zu segeln, konnten einige Crews trotz der ausgeschriebenen Rechtsdrehung offenbar nicht ausbrechen. Die Folge waren einige Proteste und entsprechende Jury-Verhandlungen am Abend, die erst kurz vor der Siegerehrung in die Ergebnisse mündeten. Insbesondere die Resultate der OSC-V-Gruppe wurden durch sieben Disqualifikationen kräftig durcheinander gewirbelt. Christian Ahrendt (Berlin) konnte so mit seiner „Xenie“-Crew mit einem vierten und einem zweiten Platz in den beiden Mittelstrecken-Rennen den Gesamtsieg vor dem punktgleichen Carl-Peter Forster (Hamburg) mit der „Inschallah“ feiern. In der OSC IV gab es die Entscheidung über Sieg und Platzierung allein über den Wettstreit auf dem Wasser. Und hier wurde es zu einem Kampf auf des Messers Schneide. Die „Feinschliff“ von Hanno Zimmermann (Lübeck) ließ einem dritten Platz einen Sieg folgen. Das reichte, um die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt und Henning Tebbe (Lübeck/Hamburg) auf Platz zwei zu verweisen. Die „Patent 4“ hatte die gleichen Einzelplatzierungen, musste sich aber beugen, da der Sieg im Abschlussrennen zugunsten der „Feinschliff“ entschied. In der ORC-Wertung drehte sich das Ergebnis aber, so dass Klinghardt/Tebbe hier über den Sieg jubeln durften.

Kleinere Startfelder waren in den Yardstick-Klassen auf der Bahn. Die „Geronimo“ von Eckhard Schmelzer segelte in der OSC I auf Rang eins. Stefan Meining (Lübeck) führte seine Mannschaft auf der „Na und“ mit zwei Einzelsiegen zum souveränen Gesamtsieg in der OSC II. Und auch in der OSC III gab es einen klaren Gesamtsieger mit der zweimal erfolgreichen „Taipan“ von Georg Sichtling (Rostock).

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