Spätschicht auf der Lübecker Bucht

Die Hitze hat Schleswig-Holstein fest im Griff – so sehr, dass es für Dienstag sogar eine Hitzewarnung der Wetterdienste gibt. Doch hitzefrei ist für die Athleten nicht drin. Immerhin durften sie am heutigen Montag lange Siesta halten, da die Mittagshitze jede Aktivität und auch den Wind erdrückte.

Wie von den Wetterprofis von WetterWelt angekündigt, setzte sich dann am späten Nachmittag noch eine Seebrise durch, so dass alle zehn Klassen noch auf den Kurs gingen. Damit gelang auch der Einstieg in die Meisterschaften, denn so wohl der Laser-Nachwuchs mit den Deutschen Jugendmeisterschaften in zwei Disziplinen (Laser 4.7 und Laser Radial) als auch die Vaurien mit ihrer Weltmeisterschaft und die Flying Junior mit der EM starteten in ihre Titelkämpfe.

Es war nicht nur für die Segler ein erneut langer Tag, sondern auch für die zahlreichen Ehrenamtlichen, die bei dieser Travemünder Woche bis an die Grenze der Belastbarkeit gehen, um den Seglern ein volles Regattaprogramm zu liefern. Die Mitarbeiter aus dem Scoring hatten damit einen langen Abend vor sich, denn bei den Laser-Seglern mussten sie aufgrund der Vielzahl der Starter in mehreren Startgruppen noch lange Zieldurchgangslisten tippen.

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Vaurien: In einer Umfrage unter den Seglern der Vaurien-Klasse vor der WM hat sich eine klare Favoritenrolle für die Spanier herauskristallisiert. Und die Akteure scheinen die Stärke der Konkurrenz gut einschätzen zu können. Denn nach dem ersten Rennen weht gleich auf den ersten beiden Plätzen die spanische Flagge. Francesco Zampacavallo/Carlos Armengot gewannen die Auftaktwettfahrt gegen ihre Landsleute Antonio Perez/Laura Llopiz. Die internationale Verfolgerschar wird auf Rang drei angeführt von den Italienern Angela Brandsma/Daan Stoel. Der Platz des besten Deutschen gebührt standesgemäß dem Klassenpräsidenten Peter Lakshmanan/Nele Biener schafften als Neunte den Sprung in die Top-Ten.

Flying Junior: Bei der Europameisterschaft der Flying Junior zeichnete sich nach der ersten Wettfahrt ein bilateraler Zweikampf zwischen den Niederlanden und den Gastgebern ab. Guido Sol/Hugo de Jong querten vor Hylke Sasse/Bart van den Hondel (alle Niederlande) die Ziellinie vor den ersten beiden deutschen Teams: Moritz Langschädel/Paul Doczyk und Heiko Riffeler/Claudia Riffeler-Lörcks.

Finn: Die Finn-Dinghys steuern bereits auf ihr morgiges TW-Finale zu. Und dafür betoniert der Berliner Fabian Lemmel seine Spitzenposition. Mit elf Punkten Vorsprung nach sechs von acht Wettfahrten reicht ihm am Abschlusstag ein neunter Platz, um den Sieg perfekt zu machen. Bei der Konstanz des Führenden, der vier Siege und zwei dritte Plätze in der Liste stehen hat, dürfte also kein Weg an Lemmel als neuem TW-Sieger vorbeiführen. Dahinter reiht sich das Feld aber dicht auf, so dass es im Kampf um die Podiumsplätze noch spannend wird.

RS Aero: Der Schweizer Timo van Roomen macht das Rennen um die TW-Sieg noch einmal spannend. In der achten Wettfahrt musste der Führende das Rennen abbrechen. Dadurch ist Verfolgerin Juliane Barthel in einer starken Position, um am Abschlusstag noch einen Angriff auf die Spitze zu starten. Sie punktete an Tag drei mit der Serie 1, 2, 1.

RS Feva und RS 500: Unverändert ist die Situation an der Spitze der RS Feva. Lukas Kosata/Jan Richter (Tschechien) halten ihre Schwestern Lucie Kosatova/Eliksa Richterova weiterhin auf Distanz. Platz drei bleibt für die Niederländerinnen Laura van den Acker/Femke van den Berg reserviert. Bei den 500ern dürfen Friederike Hauschulz/Maximilian Koschay den Siegersekt schon einmal kaltstellen. Sie sind auch drei Rennen vor dem Abschluss nicht mehr einzuholen.

Dyas/Trias: Nachdem sich die deutschen Dyas-Mannschaften beim Trave Race noch dem Schweizer Peter Brandt geschlagen geben mussten, schlugen sie in der ersten offiziellen Wettfahrt zurück. Michael Schmohl/Ralph Ostertag (München) siegten vor Jens Olbrysch (Herrsching) und eben Peter Brandt. Bei den etwas größeren Trias setzte sich vorerst die Mannschaft von Josef Assheuer an die Spitze.

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