Der Norden will seine Messe

Hamburg Boat Show plant Ausstellung auf 30.000 Quadratmetern

Der Schulterschluss ist groß, die Wassersportbranche des Nordens formiert sich, um ihren so wichtigen Marktplatz nicht zu verlieren, sondern ihn neu herzurichten. Nach dem Aus der hanseboot im Vorjahr wird deutlich: Ein Großteil der bisherigen Aussteller möchte seine Messe im Norden halten. Der Zeitpunkt im Herbst (17. bis 21. Oktober) und der Standort Hamburg sind perfekt. „Jetzt liegt es an uns allen, das Feuerwerk zu zünden”, erklärte Torsten Conradi, Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes. „Wir sind auf ausdrücklichen Wunsch der Branche aktiv geworden. Und wir alle tun es für uns“, so Conradi, Mitinhaber und Geschäftsführer der Firma Judel/Vrolijk & Co. Yachtkonstrukteur, bei der Präsentation Anfang März in Hamburg.

Bei einem Treffen des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes und dem neuen Organisator, der Messe Friedrichshafen, mit großen Werften, Importeuren und Zubehör-Vertretern wurden Perspektiven besprochen, Ideen ausgetauscht und feste Zusagen geliefert. Die HanseYachts AG, Gründel Bootsimport, Pantaenius, Segelwerkstatt Stade, Gotthardt, Hammermeister und Schwern-Yachten werden in Hamburg dabei sein. „Es ist für uns die wichtigste Verkaufsmesse in Deutschland“, begründete Maxim Neumann, Hanse Sales Director, die schnelle Zusage. Auch Richard Gründl gab beim Treffen Anfang März die feste Zusage. Beide konnten sich auch mit dem Gedanken des gemeinsamen „Steg-Konzeptes“, an dem mehrere Firmen andocken, anfreunden. „Wenn die Großen mitmachen, ist es ein wirklich neues Zeichen“, so Gründl, der im Vorjahr mit vier Segelbooten und acht Motorbooten in Hamburg vertreten war.

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Mit vier reinen Aufbautagen und fünf Messetagen wagen die Ausrichter ein sportliches Konzept. Der Zusammenschluss des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes mit der Friedrichshafener Messegesellschaft, die mit der Interboot ihr Können am Bodensee seit Jahrzehnten bewiesen hat, ist spürbar harmonisch. „Wir werden eine Messe von Bootsfahrern für Bootsfahrer bieten“, so Interboot-Chef Dirk Kreidenweiß, der die Pläne vorstellte. Von Mittwoch, 17. Oktober, bis Sonntag, 21. Oktober, werden die Halle 5B, 6B und B7 auf dem Hamburger Messegelände dem Wassersport gehören. Täglich von 10 bis 18 Uhr sind die Hallen geöffnet. Allein am Freitag wird die Messezeit auf 20 Uhr ausgedehnt, denn an dem Tag eröffnet die dreitägige Oldtimer-Messe auch mit der verlängerten Öffnungszeit die Tore in den A-Hallen.

30.000 Quadratmeter sind geplant, allein der Eingang Süd führt zum Wassersporterlebnis, einer Mischung aus Altbewährtem und Neuem. „Für uns ist es ein interessantes Unterfangen. Die Preise bleiben stabil, aber rote Zahlen sind auch nicht gewünscht“, so Kreidenweiß, der das Stegkonzept, die „Stehende Welle“ (wie auf der Interboot) und einige weitere Erlebnisse avisiert. Von der Opening-Party über After-Work-Partys, Workshops mit den Themen Refit, Charter- und Törnberatung über eine Jobbörse bis zum Kinder- und Jugendprogramm reicht die Bandbreite der Rahmenveranstaltungen. Nordische Themen wie das Hochseesegeln werden dazu beitragen, die Qualität der Rahmenveranstaltungen hoch zu halten. Man müsse herausarbeiten, was den Norden auszeichne, so Conradi, der sich der Unterstützung aus der Politik sicher sein darf. Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg, hatte der Hamburg Boat Show schon frühzeitig seine Sympathie bekundet: „Hamburg ist ein maritimer Standort mit vielen Traditionen. Die Idee, in diesem Bereich ein von der Branche getragenes neues Konzept zu etablieren, das Privatkunden und Aussteller gleichermaßen anspricht, ist gut. Ich begrüße das sehr.“

Gemeinsames Ziel ist es, rund 30.000 bis 40.000 Besucher zu akquirieren. „Doch die Zahl ist zweitrangig. Hauptsache, es kommen die Richtigen auf die Messe“, so Maxim Neumann. Und die kamen bisher, ergänzt Richard Gründl. Auch wenn sich Gesellschaft und Kaufverhalten ändern, Markplätze sind in allen Zeiten unverzichtbar. Denn Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht, und der Begriff „Begreifen“ ist im Wortsinne zu verstehen.

Knapp 300 Unternehmen sollen ihr Interesse an der Hamburg Boat Show bekundet haben und wollen sich auf der neuen Bootsmesse präsentieren. So schnell nimmt man den Hanseaten ihre Wassersport-Messe nicht.

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