Polnische Werften weiter im Aufwind

Die polnische Werftindustrie legt ein enormes Wachstum vor und avanciert zum Export-Europameister. Kein Wunder das sich Beneteau ein großes Stück von Delphia sichert.

Knapp 22.000 Boote wollen polnische Werften in diesem Jahr bauen und sind damit fast auf dem Level der Yachtindustrie von 2008, bevor die Wirtschaftskrise die Wassersportwirtschaft weltweit in die Rezession schickte. „Jetzt sind die Boote, die wir bauen, allerdings größer als 2008“, erklärte Sebastian Nietupski, Präsident der polnischen Kammer für die Yachtindustrie Polboat, optimistisch auf einer Wassersportmesse in Gdynia. Den Grund für die gute Konjunktur sieht Nietupski in der hohen Qualität, mit der sich polnische Bootsbauer international einen Namen gemacht haben. Gut 95 Prozent der Jahresproduktion geht in den Export. In den USA ist Polen zweitgrößer Lieferant von Motorbooten mit Außenborder. Und erst vor wenigen Wochen hat sich die französische Beneteau Group an der polnische Werft Delphia beteiligt.

Mit 670 Mitarbeitern und 25.000 in 28 Jahren Firmengeschichte gebauten Segel- und Motoryachten übergibt nun die polnische Werft Delphia 80 Prozent ihres Unternehmens an die Groupe Beneteau. Die Beteiligung wird über eine neue in Polen gegründete Gesellschaft abgewickelt. Zu Delphia gehört auch die traditionsreiche schwedische Segelbootmarke Maxi. Mit 30 Millionen Umsatz und 2 Millionen Gewinn hat sich Delphia seit seiner Gründung 1990 schnell die Spitze europäischer Werften vorgearbeitet. Am Standort Olecko steht die moderne Produktion von Delphia Yachts, die nun um 18.000 Quadratmeter erweitert werden soll und sich auf den Bau von kleineren Motorbooten mit Außenborder und Segelyachten spezialisieren soll.

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