US Bootsindustrie leidet unter Strafzöllen

Der Verband der amerikanischen Werften warnt vor großen Einbußen für die amerikanische Bootsindustrie durch zu hohen Zölle auf Rohstoffe wie GFK und Aluminium. Verhandlungen zwischen den USA und China über Ausnahmen laufen nur schleppend

Die amerikanische Bootsindustrie fürchtet hohe Einbußen durch Trump‘s Handelskrieg gegen China und Europa. Vor schweren Zeiten für Werften, Yachthändler und ihre amerikanischen Kunden warnte jetzt der Präsident der National Marine Manufactures Association (NMMA).

Mit Zöllen von insgesamt 60 Milliarden US-Dollar antwortet China auf die Strafzölle der USA auf chinesische Waren. Zum ersten Mal sind auch Yachten und Güter der amerikanischen Wassersportindustrie auf der Liste der Chinesen. Im Gegenzug belasten die Zölle auf Waren aus China, Kanada und Europa die US-Industrie schwer. Es sind vor allen die Rohstoffe wie Aluminium, die amerikanische Werften im Ausland wie China und in Europa nun teuer einkaufen müssen. „Die Zölle treffen die amerikanischen Werften, ihre Mitarbeiter und die Konsumenten härter, als sie zum Beispiel die Chinesen treffen,“ erklärt NMMA Präsident Thom Dammrich in einem Interview mit der IBI, einem englischen Magazin der Bootsindustrie. „Sprechen sie mit unseren Werften, die Aluminium-Boote herstellen. Der Preis für Aluminium ist um 30 Prozent gestiegen. Sprechen sie mit den Werften, die vom Export leben und nun auf Millionenaufträgen sitzen bleiben, weil ihre ausländischen Kunden Orders storniert haben. Die Zölle treffen uns schon jetzt. Der Export ist so gut wie eingefroren“, führt Dammrich weiter aus.

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Aber es soll Ausnahmen im Handelskrieg mit China geben und bestimmte Produkte von den Zöllen ausgenommen werden. Welche ist noch nicht klar definiert. Dammrich warnt auch hier vor einem zu langen Prozess die Ausnahmen verbindlich zu benennen. Die nun fehlenden Exporte durch eine verstärkte Binnennachfrage nach Booten zu kompensieren hält Dammrich ebenfalls für eine schwierige Aufgabe. Nach seinen Angaben können 15 Prozent fehlende Exporte nicht einmal mit einem extrem guten Jahr für die amerikanische Bootsindustrie, mit 5 Prozent Wachstum, kompensiert werden.

Dammrich ruft nun alle Beteiligten in den Regierungen auf ihre Zollpolitik zu überdenken. Nur ein fairer Handel ohne Handelshemmnisse würde allen ein Wachstum ermöglichen, fordert Dammrich inklusive einer Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Und die Verhandlungen wie weitere 200 Millionen an Zöllen auf chinesischen Waren zusammenkommen sollen laufen bereits. Vertreter verschiedener Industrie- und Dienstleistungsbetriebe der USA sollen in einer öffentlichen Anhörung gehört werden. Im Detail geht es um die sogenannte Section 301 des amerikanischen Handelsgesetzes von 1974. Auch die NMMA wird durch die Unternehmen Sea Eagle Boats und Magic Tilt Trailers vertreten sein. „95 Prozent der in den USA verkauften Boote und Yachten werden auch in den USA produziert. Aber wie viele Industrien haben wir eine globale Lieferantenkette für Materialien, die bereits jetzt durch die Section 301 mit 250 Millionen Dollar belastet sind. Das reicht von Glasfasermatten bis zum fertigen Trailer. Die Auswirkungen auf die amerikanische Wassersportindustrie sind also schon jetzt zu spüren“, so Nicole Vasilaros. Aber auch Vasilaros sieht einen in großen Teilen unfairen Handel zwischen China und der USA, aber seiner Meinung nach sind Zölle nicht der richtige Weg. Aber die offiziellen Vertreter der USA und China tun sich schwer, um über gerechte Zölle zu verhandeln.

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