Bavaria Yachtbau ist gerettet – Insolvenz abgewendet

Nach knapp fünf Monaten der Ungewissheit wurde für die Giebelstädter Werft Bavaria Yachtbau nun ein Käufer gefunden und die Insolvenz abgewendet. Der Kaufvertrag ist unterschrieben.

Bis Ende September hatte Tobias Brinkmann Zeit, Bavaria Yachtbau aus der Insolvenz zu holen. Nun hat der Hamburger Jurist, der während des Insolvenzverfahrens die Geschäftsführung übernommen hatte, die Rettung verkündet.

Ein Eigenkapitalfonds, der von der in Berlin ansässigen CMP Capital Management-Partner beraten wird, übernimmt die Werft in Giebelstadt und auch alle Anteile an der französischen Tochter Bavaria Catamarans. Heute wurde der Kaufvertrag notariell unterzeichnet. Die Verhandlungen sollen bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Sonnabend gedauert haben, nachdem der Geschäftsführer der CMP, Kai Brandes, vergangene Woche noch in Cannes gesichtet wurde und dort Gespräche mit Mitarbeitern und Händlern führte. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Auf seiner Homepage gibt CMP an, Eigenkapitalinvestitionen seien zwischen 3 und 30 Millionen möglich. Der Kaufpreis dürfte sich daher innerhalb dieser Bandbreite bewegt haben.

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Eine Zustimmung des Kartellamts steht noch aus, dürfte aber als sicher gelten. Bis zum Schluss waren nach unseren Informationen noch drei Bieter im Rennen, einer davon CMP. Ein Eigenkapitalfonds ist ein Geschlossener Fonds, der seine Investitionen ausschließlich aus Eigenkapital, das heisst aus den Einzahlungen der Anleger bestreitet. Fremdkapital in Form von Krediten oder Darlehen wird innerhalb des Fonds nicht aufgenommen.

Wie CMP in einer Pressemitteilung verkündete, sollen alle 550 Mitarbeiter der Bavaria Yachtbau in Giebelstadt sowie die 250 Mitarbeiter der Katamaran-Tochter in Rochefort/Frankreich übernommen werden. Bavaria hatte zuletzt weiter produziert, die Gehälter wurde aus Insolvenzgeld bezahlt. Eine Reihe Mitarbeiter haben das Unternehmen bereits verlassen, jedoch ist die Werft voll produktionsfähig. Von der Anmeldung der Insolvenz bis heute konnte die Werft 220 Yachten fertig produzieren – ein Verdienst von Tobias Brinkmann, der die Insolvenz von Anfang an sehr sauber gemanaged hat und Belegschaft und Händler hinter sich wusste. Die Rettung kommt nun genau passend zu den wichtigen Herbstmessen, die jetzt anstehen. Während zur Bootsmesse in Cannes nur die Katamarane gezeigt wurden, dürften jetzt auf den weiteren Messen auch Bavarias zu sehen sein. Als letzte Neuheit kam die C45 auf den Markt.

Stefan Klaassen, Geschäftsführer bei Bavaria sagte gegenüber sail24.com: “Nach den langen Monaten der Unsicherheit und vielen Verhandlungen mit Investoren sind wir nun sehr glücklich über den Abschluss mit CMP. Wir freuen uns jetzt auf die Zusammenarbeit mit dem Team von CMP, da sich in den Verhandlungen herausgestellt hat, das CMP an eine Zukunft für Bavaria glaubt und sie auch aktiv mitgestalten wird”.

Kai Brandes, Geschäftsführer der CMP sagte in einer Pressemitteilung: “Wir sind von den weltweiten Marktpotenzialen der Bavaria überzeugt und werden das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln. Im Zentrum der Restrukturierungsmaßnahmen werden die Rückgewinnung von Marktanteilen sowie die Verbesserung der Produktionskosten stehen.”

CMP ist eine deutsche Beteiliungsgesellschaft, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 auf die Übernahme von Unternehmen in Umbruchsituationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert hat. Die Gesellschaft ist an einer Reihe von Mittelständlern, vornehmlich mit industrieller Fertigung beteiligt. Von der CMP wird Restrukturierungsexperte und Partner Dr. Ralph Kudla in die Geschäftsführung der Bavaria Yachtbau eintreten.

 

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