Clevere Details bei der Aira 22

Die Aira 22 ist eine moderne Kieljolle mit E-Antrieb. Stabil, leistungsstark und ausgesprochen vielseitig

Vom Liegeplatz der Aira 22 bis zum Eingang des Sneeker Meeres brauchen wir eine gute Dreiviertelstunde unter Motor und müssen drei Brücken passieren. Ein Vergnügen, wie sich herausstellt, denn dank E-Antrieb läuft das Schiff ausgesprochen leise. Außerdem lässt sich die Geschwindigkeit mit zwei Fingern und leichter Drehbewegung bequem von der Cockpitbank aus regulieren. Dass das Motoren mit dem offenen Kielboot so einfach funktioniert, liegt auch an einem ausgetüftelten, elektrisch arbeitenden Gestänge-System, auf dem ein modifizierter E-Außenbordmotor sitzt. Bei Bedarf lässt er sich per Knopfdruck ins Wasser absenken und bei Nichtgebrauch ebenso leicht wieder in seine Kammer innerhalb der Heck-Backskiste hochhieven. Dabei schließt sich automatisch eine Klappe, die das Unterwasserschiff plan macht und den Propeller schützt.

Elektrik an Bord gehört zum Gesamtkonzept der Aira 22, sofern man sie zum Wasserwandern nutzen möchte. Mithilfe von Landstrom und/oder Akkus (etwa zwei Stunden kann motort werden, bevor nachgeladen werden muss) wird die Kühlbox betrieben, läuft der Kompressor, wenn die voluminöse Zwei-Personen-Luftmatratze aufgepumpt werden soll, können Instrumente betrieben werden. Das Testschiff ist daher mit einem Steckdosen-Paneel, inklusive der Dose für Landstrom, ausgestattet. Es sitzt Backbord unter der Schlupfkajüte, wo es vor Wind und Wasser geschützt ist. Die 60-Ampere-Batterie ist in einem Extra-Fach unter dem Vorschiffsboden verstaut. Während des Segelns kann man die Kajüte mit zwei übereinandersitzenden Steckschotts verschließen. Im Vorschiff verschwinden außerdem die Seesäcke und all die Dinge, die sonst noch für eine reibungslosen Törnverlauf notwendig oder erwünscht sind.

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Die Aira 22 ist eine moderne Wanderjolle, die deutlich mehr kann als ihre Vorgänger. Durchdacht bis in den letzten Winkel, bietet sie zusätzlich zur geräumigen Schlupfkajüte zwei lange und tiefe Backskisten unter den Cockpitbänken. Diese sind groß genug, um darin sämtliche Wanderausstattung wie Lattenrost, Matratze und Cockpitzelt verschwinden zu lassen. Der Lattenrost wird über den Bänken und der Plicht ausgerollt und eröffnet eine Liegefläche von 1,37 mal 1,91 Metern.

Vor kalten und feuchten Nächten bewahrt ein maßgeschneidertes Cockpitzelt. Wie eine normale Persenning wird es über den Baum gelegt, der extra hoch angeschlagen ist, damit man aufrecht im Zelt sitzen kann und bei Manövern den Kopf nicht einzuziehen braucht. Vorn wird das Tuch um den Mast geschlungen und seitlich mit Bändseln abgespannt. An der Nock hält es die Dirk auf der richtigen Höhe. Für die gewünschte Dach-Spreizung sorgen Latten. Tagsüber kann die Baumstütze gesetzt werden. Nachts muss sie entfernt werden, weil das Bett sonst nicht aufgebaut werden kann. So stabil wie eine richtige Kuchenbude ist dieses Zelt nicht, mit Dirk-Abspannung wird es bei Sturm sicher etwas hin- und herschwingen. Aber letztlich darf man nicht vergessen: Die Aira 22 ist eine Jolle und kein Kajütschiff, und ihr Zelt ein mobiler Wetterschutz, der in wenigen Minuten auf- und abgebaut werden kann.

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