Die Pogo 36 im Test

Fast jeder Cruiser heißt heute Performance Cruiser. Doch bei der Pogo 36 ist Performance mehr als ein Wort

Ein Rundgang unter Deck

Das Layout unter Deck mit den beiden symmetrischen Achterkabinen erlaubt keine Backskisten unter den Duchten. Für Fallen und Strecker sowie Kleinkram wie Wasserflaschen sind zwei Netztaschen an der Aufbaurückwand vorgesehen. Die einzige Backskiste befindet sich achtern im Cockpitboden vor dem Traveller. Dort finden Badeleiter, Fender und Festmacher Platz. Im Vorschiff der Pogo 36 gibt es eine Ankerlast, die als wasserdichte Crashbox ausgeführt ist.

Salon: Viel Licht aber wenig Stauraum. In der Standardausführung gibt es keine Türen an Bord. Holz sorgt für wohnliche Akzente

Der Eindruck unter Deck passt zum Konzept des Schiffes, es wirkt hell und minimalistisch. In der Standardausführung gibt es keine Türen an Bord, alles Nötige ist mit rollbaren Vorhängen abtrennbar. Durch die vier Fenster im Aufbau und die beiden Rumpffenster fällt eine Menge Licht. Im Aufbau gibt es einen Knick, so dass durch die beiden vorderen Fenster Sicht voraus möglich ist. Schapps und ein paar weitere Akzente aus Buchenholz verleihen dem Innenraum Wärme und machen ihn wohnlich.

Achterkajüte: Zwischen Salon und Vorschiff liegt die Nasszelle. Bei ausgeklapptem Tisch im Salon ist beides nicht zu erreichen

Die Werft bietet die Pogo 36 mit zwei Achterkabinen und einer Segellast im Vorschiff oder optional mit einer dritten Kabine im Vorschiff an. Konzept und Layout passen allerdings besser zu der Zwei-Kabinen-Version. Unter der möglichen Doppelkoje im Vorschiff liegt der Wassertank, es wäre in der dritten Kabine wenig Stauraum vorhanden. Zudem fehlt wegen der nicht vorhandenen Backskisten im Cockpit bei einer dritten Kabine Platz für Segel.

Unter Deck steht man ohne Bodenbretter und Bilge direkt auf der Schale. Das erlaubt Stehhöhen über 1,90 Meter, je nach dem, ob man auf einer Wrange steht oder daneben. Auf alle Fälle ist das viel für knapp 11 Meter. Das geräumige Cockpit kostet im Vorschiff und Salon Länge. Um trotzdem Platz in der Pantry zu haben, hat die Werft den Kühlschrank samt Arbeitsfläche mittig vor dem Niedergang angeordnet. An Backbord finden noch ein zweiflammiger Kocher und eine tiefe Spüle Platz.

Pantry: Kühlschrank samt Arbeitsfläche sind mittig vor dem Niedergang angeordnet. An backbord befinden sich ein zweiflammiger Kocher und eine Spüle

Für große Kochshows ist die Pantry nichts, aber dafür ist sie wie üblich auch auf der Pogo 36 seetauglich und ergonomisch. Die Stauräume fügen sich in ein durchlaufendes System von Schapps ein, die sich an der Außenhaut befinden. Zwei davon sind von der Pantry aus zugänglich und bieten Platz für Geschirr, Besteck und einige Vorräte. In der Navigationsecke an Steuerbord bedeutet das Schapp-System, dass es wenig Platz für Bücher gibt. Ohnehin ist diese Ecke auf moderne Navigation ausgerichtet.

Navi-Tisch: Die Ecke ist auf moderne Navigation ausgelegt. Immerhin finden Papierseekarten und Besteck in einem Fach im Tisch Platz

Ein Schapp nimmt Instrumente und Schaltpanel auf, auf dem Tisch ist Platz für einen zentralen Bildschirm und unter dem Sitz ist auch noch etwas Stauraum. Immerhin gibt es im Tisch eine Klappe mit Platz für Papierseekarten und Navigationsbesteck. Im Rest des Salons befindet sich Stauraum in den Schapps und unter den Bänken. Überall auf der Pogo 36 sind Technik und Stauräume sauber getrennt. Entweder ist ein Fach voll, zum Beispiel mit Seeventilen wie in der Nasszelle, oder es ist frei.

Zum Wohnen und Schlafen sind die beiden Achterkabinen gedacht, die über je zwei Luken, ein Fenster und ausreichend breite und lange Doppelkojen verfügen. Seetauglichkeit heißt hier: Die Matratzen sind geteilt, in der Mitte ist jeweils ein Leesegel vorbereitet, so dass sich schnell und einfach Seekojen einrichten lassen. Auch die Sitzbänke im Salon sind mit Leesegeln ausgestattet, aber mit ihrer Länge von 1,90 bzw. 1,70 Meter nur bedingt als Seekojen tauglich.

Achterkajüten: Die beiden symmetrischen Achterkojen erlauben keine Backskisten. Für Fallen, Strecker und Kleinkram gibt es zwei Natztaschen an der Aufbauckrückwand

Zwischen Salon und Vorschiff liegt an Backbord die Nasszelle. Bei ausgeklapptem Tisch ist sie nicht zugänglich. Aber wer rechtzeitig daran denkt, sich vor dem Essen die Hände zu waschen, wird damit kein Problem haben. Der Motor befindet sich unter dem Niedergang. Die Klappe ist derart leicht, dass sie einfach beiseite gestellt werden kann und keine Stütze braucht. Der Motor ist rundum gut zugänglich.

KonstruktionFinot-Conq
WerftPogo Structures
CE-KonstruktionsklasseA
Lüa10,86 m
Wasserlinie10,69 m
Breite4 m
Tiefgang2,10 (Festkiel)
1,18-2,95 (Schwenkkiel)
Verdrängung3,8 t
Ballast1,1 t
Segelfläche am Wind84 m²
Großsegel45 m²
Genua39 m²
Asymmetrischer Spinnaker120 m²
Kojenzahl4/6+1
MotorVolvo Penta D1-30
Wassertank200 l
Dieseltank60 l

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1 Comment

  1. …auch wenn euch das Konzept nicht gefällt, es ist ein bedingungslos auf Performance ausgelegtes Boot, dass keine Backskisten und Bücherregale benötigt, da es die Gewichtsstabilität stört, dass aber entgegen der gängigen Bauweisen in der Lage ist zu gleiten. Wer schon mal versucht hat bei Wind und Welle auf Toilette zu gehen, sich Essen oder Kaffee kocht, der weiss genau was man braucht und was nicht. Ich denke, da hat Pogo voll ins Schwarze getroffen mit seinem Konzept!

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