Die Saffier SE 37 Lounge im Test

Extravagant und elegant ist die Saffier SE 37 Lounge. Mit zwei Steuerrädern und einem langen Achterdeck zieht sie alle Blicke auf sich. Silke Springer testete die auffällig schöne Yacht

Sam legt ordentlich vor: 13,2 Knoten zeigt die Logge bei einem besonders schönen Ritt. Sehr zur Freude der restlichen Crew, die sich prompt herausgefordert fühlt. Einer nach dem anderen übernimmt das Steuer und versucht, es ihm gleich zu tun, besser noch, ihn zu übertrumpfen. Also: Blick zurück auf die raue, graue Nordsee, warten auf die richtige Welle, dann ein kurzer, aber sanfter Ruck am Rad, und ab geht die wilde Fahrt! Hoch oben auf dem Wellenkamm, mit dem Bug in der Luft, dem Heck in der Glitsch und breitem Grinsen im Gesicht.

Für derart harte Wind- und Seebedingungen (am Ende des Testtages messen wir satte sechs Beaufort) ist die Saffier SE 37 eigentlich nicht gedacht. Umso erfreulicher für uns, miterleben zu dürfen, wie sie sie mit Bravour meistert. Die wahre Bestimmung der schönen Holländerin liegt darin, Eignern wie Gästen angenehme Segelstunden in entspannter Atmosphäre zu bescheren. Ablegen bei allerfeinsten Wetteraussichten mit zwei bis drei Windstärken und lauschigen Temperaturen, dann ein paar Stunden segeln, danach in einer idyllischen Bucht den Anker werfen, dort in aller Ruhe das Grillgut auf dem Außengrill legen und den Tag mit einem leckeren Snack ausklingen lassen, bevor es zurück in den Hafen geht. Für dieses Konzept ist das Schiff ausgelegt, darauf haben Dennis und Dean Hennevanger Riss, Decks- und Innenraumgestaltung abgestimmt, als sie die Saffier SE 37 Lounge entwarfen.

Schon am Namen lässt sich ablesen, die Saffier SE 37 Lounge gehört in die Eleganz-Modellreihe. Zwar eignet sich das Schiff auch für Törns, weil es eine schützende Kabine mit vier vollwertigen Schlafplätzen bietet, doch der bevorzugte Einsatzzweck ist Tagessegeln.

Trotz elf Metern Länge findet man daher auch keine Stehhöhe unter Deck. Wer nur tagsüber segelt und die Nächte zuhause verbringt, verzichtet gern auf eine hohe, voluminöse Wohnkabine, die die attraktive Silhouette zerstören würde. Als Aufenthaltsraum für nette Plauderstunden, (falls es draußen doch einmal zu kühl werden sollte), reichen 1,46 Meter Deckenhöhe allemal. Und mit einem guten Meter ist die Sitzhöhe so großzügig bemessen, dass man bequem und aufrecht in den breiten Sofas relaxen kann. Tatsächlich erinnert die Polsterlandschaft mit ihren wuchtigen Arm- und Rückenlehnen eher an eine Lounge, denn an eine klassische Kajüteinrichtung. Passend dazu gibt es einen schmalen Tisch, der an der Maststütze hängt und gerade einmal groß genug ist zum Abstellen von Cocktailgläsern oder Espressotassen.

Zusätzlich zur Kaffeemaschine gibt es eine zweiflammige Herdplatte, die in einen kleinen Pantryblock gleich backbord neben dem Niedergang eingebaut ist, dazu ein Spülbecken und eine zweite Kühlbox, in der Lebensmittel gestaut werden können. (Die größere Kühlbox, außen im Cockpit, ist eher als Flaschenfach gedacht.) Gegenüber liegt die Nasszelle. Auf Schiffen dieser Größe und Preisklasse sind separate WC-Räume unerlässlich, unabhängig davon, ob es sich um einen Daysailer oder eine Fahrtenyacht handelt. Erfreulicherweise finden wir im Bad noch ein extra Fach für nasses Ölzeug, samt Kleiderstange und Haken

Überraschend einfach ist die Sichtung /Wartung des Motors: Die komplette Niedergangsleiter kann abgehängt und beiseitegelegt werden, danach braucht man nur noch das Inspektionsschott zu öffnen. Für aufwändigere Wartungen oder Reparaturen gibt es eine zweite, große Luke, die in den Cockpitboden eingelassen ist.

Weil nur drei flache Stufen zwischen Cockpit und Innenraum liegen, die Niedergangsöffnung ungewöhnlich breit und der Einstieg extra lang ist, hat jeder, der sich unter Deck aufhält, das Gefühl, direkt am Bordgeschehen teilzunehmen. Abgeschaut haben sich Dennis und Dean diese großzügige Eingangsgestaltung von Motoryachten.

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