Serie: Ich & mein Boot

Frya: Leisure 17

Lange lag ihr Hobby auf Eis. Vor gut drei Jahren wagte Ulrike Ufer es, sich ein Boot zu kaufen. Ein besseres als eine Leisure 17 gibt es für sie nicht

Das Osnabrücker Mädchen durfte keinen Opti haben. Neidisch beäugte Ulrike Ufer den segelnden Nachbarsjungen, aber die Eltern hatten kein Einsehen. Endlich erlöste die Patentante das Mädchen und spendierte einen Segelkurs samt Schein auf dem Dümmer in den Sommerferien. Doch ohne Boot in der Familie war es schwer, der Segelleidenschaft weiter Futter zu geben. Später unternahm sie immer wieder Anläufe, die aber im Sande verliefen – bis vor gut drei Jahren.

Ulrike Ufer hat mit ihrer Leisure 17 das passende Boot gefunden (Bild: Jan Maas)

Denn dann suchte Ulrike Ufer nach einem geeigneten Boot, um das Segeln wieder aufzunehmen und regelmäßig auf das Wasser zu kommen. Drei Jahre zuvor hatte sie bereits den SBF See gemacht – ein erster Schritt in diese Richtung. Klein und beherrschbar sollte das Boot sein, denn Ulrike Ufer fühlte sich – trotz der langen Vorgeschichte – als blutige Anfängerin. Nachdem sie die Fangemeinde der Leisure 17 kennengelernt hatte, schlug sie zu, als sie ein Angebot sah.

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»Ich fahre einen Smart, wohne in einer kleinen Wohnung, reite auf einem Pony, da passt die Leisure 17 einfach gut«

Diese kleinen Kajütboote wurden von 1965 bis 1990 in Großbritannien hergestellt. Mit 4.500 Einheiten ist die Leisure 17 eines der meistverkauften Boote der Welt. Da die Werft eine Kimmkielversion mit 65 Zentimetern Tiefgang anbot, verbreitete sich die Leisure 17 besonders in Tidenrevieren. Konstrukteur Arthur Howard zeichnete ein legendär seegängiges Boot, in dem 1968 erstmals jemand einhand den Atlantik überquerte. Ein äußerst gut zu ihr passendes Boot, findet Ulrike Ufer.

Die Maststütze in der Mitte soll einem Rahmenschott weichen (Bild: Jan Maas)

„Ich fühle mich emotional und weltanschaulich abgeholt. Ich fahre einen Smart, wohne in einer kleinen Wohnung, reite auf einem Pony, da passt die Leisure 17 einfach gut.“ Dazu kommt, dass der kleine Kajütkreuzer ihr ein sehr sicheres Gefühl vermittelt. Die Leisures sind in Doppelschalenbauweise hergestellt und Ufers Boot ist zudem ausgeschäumt, also – theoretisch – unsinkbar. Besonders schnell segelt es allerdings nicht. Das ist Ulrike Ufer aber auch nicht besonders wichtig.

Die englischen Wurzeln der Leisure sind an der Plakette zu erkennen (Bild: Jan Maas)

Viel wichtiger ist es, dass das Boot aus England kommt, denn sie pflegt einen ausgeprägten Spleen für alles von der Insel. Mit tiefer Bewunderung schwärmt sie zum einen vom britischen Hang zur Exzentrik und zum anderen von der Seefahrtstradition. „Für mich hat Segeln etwas mit Gerechtigkeit zu tun“, sagt sie. „Wenn etwas schiefgeht, ist man selber Schuld. Das ordnet den Menschen ein. Außerdem kann ich mich dabei wunderbar konzentrieren.“

Das Boot

Länge über alles: 5,18 m
Breite: 2,13 m
Tiefgang: 0,65/1 m
Gewicht: 670 kg
Ballast: 304 kg
Großsegel: 7,7 m²
Genua: 9,3 m²
Werft: Cobramold (UK)
Konstrukteur: Arthur Howard

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