Test: Hallberg Rassy 40 MKII und 412

Zwei Boote, eine Größe. Macht sich Hallberg Rassy mit der HR 40 Mk II und der HR 412 selber Konkurrenz? Oder spricht die Werft damit unterschiedliche Segler an? Ein Vergleich

Sie sind gleich lang, aber doch nicht gleich: Mit den beiden Yachten HR 40 Mk II und HR 412 hat die schwedische Edelwerft Hallberg Rassy zwei unterschiedliche Varianten in der Länge um zwölf Meter im Programm – die erste mit Mittel- die zweite mit Achtercockpit. Ansonsten ist die aktuelle Modellpalette der Schweden strikt getrennt: Alles unter 40 Fuß hat ein Achtercockpit, alles über 40 Fuß ein Mittelcockpit. Nur in diesem Fall bietet die Werft die Wahl zwischen zwei Konzepten.

Auswirkungen unter Deck

Die Position des Cockpits wirkt sich auch unter Deck aus. Gemeinsam ist beiden 40 Füßern die für Hallberg Rassy typische sehr gute Holzverarbeitung. Eine weitere Gemeinsamkeit ist das Schiebeluk aus Milchglas, das zwar Licht, jedoch keine Blicke durchlässt. Auf Wunsch bietet Hallberg Rassy im Salon Sessel an. Auf See erfreuen kleine Details wie Schlingerleisten mit eingefrästen Nuten, die zugleich als Griffleisten dienen, und maßgefertigte Türgriffe, die ein Hängenbleiben verhindern.

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Mittelcockpit

Die HR 40 Mk II ist vor allem deutlich heller als ihre Vorgängerin. Das liegt zum einen daran, dass an einigen Stellen hell lackierte Flächen an die Stelle des Naturholzes getreten sind. Zum anderen verfügt die Yacht jetzt über größere Fensterflächen. Die Fenster im Aufbau sind größer geworden – und der neuen Designlinie entsprechend eckig. Dazu kommen zwei Rumpffenster im Salon, die nicht nur für mehr Licht, sondern auch für Aussicht im Sitzen sorgen.

Die HR 40 Mk II bietet zwei Kabinen Platz. Im Standardlayout liegt an Backbord neben dem Niedergang die Pantry, an Steuerbord die Navigationsecke. Die Pantry ist U-förmig nach achtern orientiert, seetauglich mit soliden Edelstahlbügel zum Festhalten, auch einklemmen kann man sich gut. Die Stauräume zum Teil mit Lochbrettern und Stäbchen ausgestattet, die dem Geschirr entsprechend verteilt werden können, und mit Kammleisten und Brettchen, die Dosen und ähnliches festhalten können.

Die Nasszelle liegt im Durchgang zwischen Salon und Vorschiff. Das macht die Kabine dort zur Eignerkabine der Wahl. Außerdem verfügt sie über den entscheidenden Tick mehr Stehhöhe und etwas mehr Platz. Aber auch die Achterkabine ist sehr schön. Die Doppelkoje kann an der Backbordseite oder mittig liegen oder auch durch eine dritte Koje an Steuerbord ergänzt werden. Luk und Fenster machen die Achterkabine schön hell und zu einem fast gleichwertigen Logis.

Achtercockpit

Die HR 412 kommt vergleichbar hell und freundlich daher, bietet aber eine größere Bandbreite an Layouts. Die Grundanordnung ist ebenso klassisch wie auf der HR 40 Mk II: An Backbord neben dem Niedergang die Pantry, gegenüber die Navigation. Davor der Salon und das Vorschiff, achtern eine oder zwei Kabinen. Im Unterschied zur HR 40 Mk II hat die HR 412 jedoch standardmäßig zwei Nasszellen. Eine davon ist dem Vorschiff zugeordnet, die andere liegt achtern hinter der Naviecke. Man zielt auf mehr Crew.

Die Pantry ist diesmal U-förmig nach vorn orientiert, in den Salon hinein, auch seetauglich mit Bügeln und Möglichkeiten zum Einklemmen. Der Salon ist schön hell durch die eingefassten Rumpffenster und bietet Platz für sechs bis sieben Personen. Durch die Varianten mit zwei Achterkabinen finden auch bis zu sechs Personen Platz, ohne den Salon belegen zu müssen.


Der Einzeltest der Hallberg Rassy 412


Die größere Rumpfbreite ermöglicht zwei Achterkabinen. Unter dem Cockpit gelegen sind sie kleiner und niedriger als auf der HR 412. Doch durch die achteren Rumpffenster und Luken zum Cockpit hin sind sie immer noch sehr hell und angenehm, nur eben kleiner. Wer nur eine Achterkabine braucht, gewinnt dadurch Platz für eine riesige Backskiste. Die den Achterkabinen zugeordnete Nasszelle hinter der Naviecke ist groß genug für eine durch Glas abgetrennte Dusche – schöner Komfort.

Die Eignerkabine im Vorschiff ist durch die zugeordnete Nass­zelle noch eine Idee attraktiver als die auf der HR 40 Mk II. Hinter der Tür zum Vorschiff verstecken sich an Steuerbord Kleiderschränke, an Backbord die Nasszelle und ganz vorn die Doppelkoje. Stehhöhe und Platz zum Anziehen sind mehr als ausreichend, fast wie in einem Miniapartment. Für eine eigene abgetrennte Dusche reicht der Platz hier nicht, aber dafür gibt es ja auch eine zweite Nasszelle – welch ein Luxus!

 

 

1 Comment

  1. Gott sei Dank sind die Geschmäcker verschieden….!! Das es sowas überhaupt noch gibt, echte Mahagonihöhlen aus den Siebziger und Achtziger Jahren neu anzubieten, Respekt!

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