Test: Sirius 40 DS

Ist die Sirius 40 DS die eierlegende Wollmilchsau? Die Deckssalonyacht bietet Platz, Flexibilität, tolle Verarbeitung und gute Segeleigenschaften. Wir konnten die Kimmkiel- und eine Festkielversion segeln und vergleichen

Betreten wird der Salon durch eine gläserne Tür. Das hier und bei den Rumpffenstern verwendete Material dient übrigens sonst Autoherstellern zur Produktion von kugelsicheren Fahrzeugen. Zwei mit Haltegriffen geführte Stufen führen an der an Steuerbord liegenden Navigationsecke vorbei auf das Niveau der Pantry. Dann folgt ein weiterer Niedergang zur Mittschiffskabine, zur Nasszelle, zum WC und zum Vorschiff.

Großzügige Stauräume

An Backbord im Salon führen zwei Stufen nach oben zum C-förmigen Sofa, das um einen stabilen absenkbaren Tisch gruppiert ist. Die Maße erlauben es, leicht herumzurutschen. Ein Mechanismus verlängert den Tisch von einem auf 1,40 Meter. Keilförmige Schlingerleisten schließen den Tisch ab. Sie sind ziemlich massiv, haben aber den Vorteil, nicht in die Unterarme zu drücken und keine Schmutzkante zu bilden.

Die Navigationsecke gegenüber verfügt über einen stabilen Drehstuhl und ein Panel mit genügend Platz. Unter, hinter und neben dem Drehstuhl befinden sich großzügige Stauräume für Karten und Ölzeug – letzterer beheizt und belüftet. Das ist überhaupt ein klares Kennzeichen der Sirius 40 DS: Jeder Kubikzentimeter wird genutzt, ohne dass das Boot voll gestopft wirkt. Im Gegenteil: Es wirkt dadurch aufgeräumt und großzügig.

Für die Pantry vor der Navigationsecke gilt das genauso. Sie ist L-förmig angelegt mit Arbeitsplatte, Spüle und Herd sowie Kühlkiste und -schrank. Außerdem nutzt sie das Podest des Salontisches und des Salonsofas mit. Ob hier nur Schubladen oder auch eine Mikrowelle eingebaut werden, ist ganz dem Eigner überlassen. In der Bilge lassen sich Getränkekisten stapeln.
Rückzugsmöglichkeiten gibt es auch. Eine Tür an Backbord vor dem zweiten Niedergang führt in die Mittschiffskabine. Der Deckssalon erlaubt nämlich, dass die Yacht teilweise auf zwei Etagen genutzt wird. Direkt unter dem Salon liegt also eine großzügige und helle Doppelkabine mit drei Rumpffenstern und separatem Sessel mit guter Sitzhöhe. Auf unserer Testyacht auf Eignerwunsch mit privatem WC.

Dieser private WC-Raum kann aber ebenso der Vorschiffskabine zugeschlagen werden. Je nach dem, welche der beiden Kabinen die des Eigners mit der entsprechenden Privatsphäre werden soll. Im Vorschiff haben ebenfalls zwei Personen viel Platz zum Sitzen, Schlafen und Verstauen in Schränken, Schubladen und unter der Doppelkoje. Rumpffenster und Luken geben viel Licht.
An Steuerbord im Vorschiff, hinter der Kabine und gegenüber dem privaten WC-Raum, liegt die gemeinschaftliche Nass­zelle. In der abgetrennten Dusche herrscht Stehhöhe, daneben finden ein zweites Waschbecken und ein zweites WC Platz. Der Ausbaustandard ist auch hier sehr hoch: Italienische Keramik verkleidet – nahtlos – die Wände in der Dusche.

Folgt man vom Salon nicht dem Durchgang nach vorne, sondern dreht sich nach Steuerbord, kann man über zwei Stufen die Achterkabine erreichen. Auf einer Testyacht gab es eine einfache Achterkoje in Längsrichtung zu sehen. Die andere Achterkabine ging bis unter den Cockpitboden, was Platz für eine quer ausgerichtete Doppelkoje schafft. Grundsätzlich ermöglicht die Bandbreite an Layouts nahezu jeden Kundenwunsch.

Zurück im Salon lässt sich mit zwei Handgriffen ein weiterer Raum öffnen. Der Salonsitz am Cockpitschott lässt sich nach vorn klappen und ein kurzer Niedergang führt unter einer weiteren aufstellbaren Sitzfläche in den Technikraum. Dieser beherbergt zunächst einmal einen der Motorzugänge, alle Filter und Servicerelevanten Dinge der Yacht. Alles weitere ist dem Eigner überlassen. Platz ist genug – ob für Werkbank, Waschmaschine oder für beides.

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