Unter Deck der Ansa 42

Die Ansa 42 aus dem Entwurfsjahr 1979 war einst das Debüt für den schwedischen Designer Ocke Mannerfelt. Für damalige Verhältnisse recht groß und schlank gezeichnet, überzeugt die formelfreie Yacht heute durch ein durchdachtes Interieur mit vielen Finessen sowie einhandtaugliche Segeleigenschaften. Ein Blick unter Deck

Wer sich über den Niedergang den Weg ins Innere der Ansa 42 bahnt, kommt aus dem Staunen nicht heraus, denn eigentlich gibt es gleich zwei davon – unterbrochen nur durch einen kleinen Führungssteg für die Schiebeluken. Einer führt vorbei an der Navigation in den Salon, der andere direkt in die Pantry. Die Luken darüber sind riesig, was quasi das Kochen unter freiem Himmel erlaubt.

Als Designer wollte Mannerfelt der damals typischen Höhlenatmosphäre unter Deck ein Ende setzen, was wahrlich gelang: Sind die Schiebeluks aufgeschoben, herrscht Cabrio-Atmosphäre im Bereich der großen, voll fahrtentauglichen L-Pantry steuerbords. Genauso in der gegenüberliegenden Navigation, die auf diesem Boot in Fahrtrichtung konzipiert wurde, um eine Hundekoje unter der Plicht zu platzieren. Auf anderen Ansas ist sie zum Niedergang hin ausgerichtet; statt der Hundekoje gibt es dann eine zweite Backskiste.

Kinder schlafen besser in der recht kleinen, abgetrennten Achterkoje mit separatem Zugang vom Cockpit aus. Denn das geräumige Vorschiff mit liebevollen Seitenwegerungen und großen Stauschränken sollte man ihnen schon aus pädagogischen Gründen noch nicht überlassen. Zumal sich direkt achtern anliegend und wiederum separiert die geräumige Nasszelle mit Pump-WC sowie ein weiterer großer Stauschrank befindet.

Die eigentliche Augenweide aber ist der großzügige Salon mit dem bequemen U-Sofa steuerbords und dem gegenüberliegenden L-Sofa. Auch er ist vollflächig mit Seitenwegerungen und in Holz gerahmten Rumpffenstern versehen. Die Decke wurde weiß über Holzpaneele abgehängt – was dem Ausbau ein maritimes Flair der frühen 1980er verleiht. Im Gegensatz zu vielen anderen Yachten dieser Ära wirkt er hier aber nicht zu überladen und dunkel, da der doppelte Niedergang plus großem Skylight (normalerweise eine Luke) der Ansa viel Licht und Luft spendet.

Alles in allem wirkt das Interieur hochwertig und fahrtentauglich. Neben ausreichenden Staumöglichkeiten finden sich ebenso Schlingerleisten wie Handläufe und Haltestangen. Zumindest dieser Teak-Ausbau zeigt sich in einem schönen Finish mit gerundeten Laibungen und einheitlicher Maserung. Ansas wurden aber auf verschiedenen Werften ausgebaut. Das Layout blieb im Wesentlichen aber immer gleich. Und bietet dank abgetrennter Achterkoje auch einer vierköpfigen Familie viel Platz für ausgedehnte Fahrtentörns ohne allabendliche Umbauten – Das war wegweisend in einer Zeit, in der die meisten Werften noch auf Salon- oder Hundekoje setzten.

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