Unter Deck der Beneteau Oceanis 46.1

Peu à peu erneuert Beneteau die Oceanis-Modellreihe. Wir haben uns die 46.1 genauer angesehen und segelten sie im Mittelmeer.

Unter Deck empfängt uns die neue 46-Fuß-Yacht von Beneteau mit einer wohnlich und modern anmutenden Einrichtung. Durch die großen Salonfenster und die beiden Skylights dringt viel Tageslicht ins Innere. Für noch mehr Helligkeit sorgt der Ausbau in gebürsteter Eiche, statt in Mahagoni, wie es Standard wäre. Der Salon beeindruckt mit Geräumigkeit. An Steuerbord ist eine U-förmig angelegte Sitzgruppe mit großem Esstisch aufgestellt, gegenüber ein Zweier-Sofa, das gleichzeitig als Navigator-Sitz fungiert. Zusätzlich gibt es eine mobile Sitzbank, die unter den Tisch geschoben werden kann, wenn der Weg in die Vorschiffskabine frei gemacht werden soll.

Diese Kabine darf mit Fug und Recht als Eignerkabine gelten. Sie ist großzügig dimensioniert und mit Inselbett, Kleiderschränken, umlaufenden Schwalbennestern und Ablagen neben dem Bett ausgebaut. Zur Kabine gehören außerdem zwei en-suite-Badezimmer, auf der Steuerbordseite mit WC, an Backbord mit Dusche eingerichtet.

Die Gäste in den achteren Doppelkabinen müssen sich das zweite Bad teilen. Es liegt steuerbord neben dem Niedergang und verfügt über einen abgetrennten Duschbereich. Gegenüber dieser Nasszelle ist die Pantry eingerichtet, in typischer L-Form. Neu ist ein extra Schrankblock, der im Rücken des Smutjes steht beziehungsweise direkt neben den Niedergangstufen.

Wie üblich erhält man Zugang zum Motor, indem man die Niedergangstreppe anhebt. Und über kleinere Inspektionsluken in den Achterkabinen.

Genauer hingeschaut

Um auszuloten, wie viel Staufächer vorhanden sind und wie es um deren Zugänglichkeit bestellt ist, öffnen wir jede Schranktür, legen viele Deko-Kissen beiseite, schieben sämtliche Polster weg, heben alle Schapp- und Bodendeckel hoch. Dabei stellen wir schnell fest, dass beim Drei-Kabinen-Layout genug Platz zum Stauen von Kleidung und Verpflegung vorhanden ist. Lediglich in der Steuerbord-Achterkabine fällt der Schrank sehr klein aus. Hier ragt die Nasszelle mit einer Ecke in den Raum hinein. Als „Ausgleich“ erhalten die Kabinengäste direkten Zugang zum Bad, denn es gibt eine zweite, separate Tür.

Leider erleben wir bei unserer Durchsicht auch einige Überraschungen. Mehrere Türen der Hängeschränke im Küchen- und Salonbereich beklemmen sich mit den danebenliegenden. Es stellt sich die Frage: Ist der Rumpf verwunden, weil der Rigg-Trimm nicht optimal ausgelotet wurde (diese Annahme würde auch erklären, warum sich die Tür der Steuerbord-Achterkajüte nicht schließen lässt) oder wurde einfach nur unsauber gearbeitet? Einen kleinen Schreck erleben wir beim Anblick des Elektro-Kastens. Hier laufen alle Kabel des Schiffes zusammen – 12- als auch 220 Volt. Die Verkabelung wird nur vom Rückenpolster des Salonsofas verdeckt und liegt offen da, sobald man das Polster beiseitenimmt, um zum Beispiel Zubehör zu verstauen. Nachgefragt bei der Werft, ob diese offene Position nicht bedenklich ist, erhalten wir die Antwort: Alle Stecker sind mit speziellen Plastikkappen versehen, die dafür sorgen, dass keine Gefahr vom Elektrokasten ausgehen kann. Das mag stimmen. Weil der Kasten aber auch den Zugang zum Landstrom beinhaltet, bleibt ein mulmiges Gefühl zurück, denn jeder weiß, wie schnell kleine, spitze oder scharfe Gegenstände hinter Sofapolster rutschen und wie schnell Kinderfinger danach graben. Mit wenig Zeitaufwand und geringen Kosten könnte der Kasten abgesichert werden. Dafür müsste nur ein Deckel aufgebracht werden: Eine Maßnahme, die dem ansonsten wohnlichen Interieur und damit dem gesamten Schiff guttun würde.

1 Comment

  1. Das sieht so aus, als hätte zu Hause der Elektriker vergessen die Blende vom Sicherungskasten wieder zu montieren.
    …”Alle Stecker sind mit speziellen Plastikkappen versehen, die dafür sorgen, dass keine Gefahr vom Elektrokasten ausgehen kann.”…
    Das halte ich für eine fragwürdige Antwort vor dem Hintergrund der VDE.
    Ich sehe hier zumindest ein deutliches Problem beim Thema Schutz gegen direktes Berühren. Bitte nacharbeiten. Und bei 12V fließen erhebliche Ströme die VOR der Sicherung bei einem Kurzschluss sicher auch eine potentielle Brandgefahr darstellen.

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